Zecke wird mit einer Pinzette von der Haut entfernt – Symbolbild zur Borreliose-Diagnostik

Borreliose-Diagnostik – warum ein einzelner Bluttest oft nicht ausreicht

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Ein Zeckenstich löst bei vielen Menschen zunächst Verunsicherung aus. Schnell stellt sich die Frage: Habe ich mich mit Borreliose angesteckt? Ebenso häufig besteht die Erwartung, dass ein einfacher Bluttest diese Frage eindeutig beantworten kann. Tatsächlich ist die Diagnostik einer Borreliose jedoch deutlich komplexer.

Ob eine Borreliose vorliegt, lässt sich in den meisten Fällen nicht anhand eines einzelnen Laborwertes beurteilen. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus Krankengeschichte, Beschwerden, körperlicher Untersuchung und einer gezielt eingesetzten Labordiagnostik. Moderne Untersuchungsverfahren können dabei helfen, die diagnostische Einschätzung zu ergänzen.

Warum ist die Diagnose einer Borreliose so schwierig?

Borreliose wird durch Bakterien der Gattung Borrelia übertragen, meist nach dem Stich einer infizierten Zecke. Allerdings führt nicht jeder Zeckenstich zu einer Infektion und nicht jede Infektion verursacht Beschwerden. Hinzu kommt, dass die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können.

Zu den möglichen Beschwerden gehören unter anderem:

  • Wanderröte (Erythema migrans)
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Nervenschmerzen
  • Gesichtsnervenlähmung


Diese Beschwerden können jedoch auch viele andere Ursachen haben. Deshalb sollte die Diagnose niemals ausschließlich auf einzelnen Symptomen oder einem Laborbefund beruhen.

Die klassische Borreliose-Diagnostik

Die Labordiagnostik beginnt in der Regel mit einer Antikörperbestimmung. Ziel ist es festzustellen, ob das Immunsystem bereits Kontakt mit Borrelien hatte.

Zunächst wird ein ELISA durchgeführt. Dieser Suchtest untersucht, ob Antikörper gegen Borrelien nachweisbar sind. Fällt der ELISA positiv oder grenzwertig aus, erfolgt anschließend ein Immunoblot (Westernblot). Dieser bestätigt den Befund und ermöglicht eine genauere Beurteilung der nachgewiesenen Antikörper.

Diese zweistufige Diagnostik hat sich seit vielen Jahren bewährt und bildet die Grundlage der Borreliose-Diagnostik.

Dennoch besitzt auch sie Grenzen. Antikörper werden nicht unmittelbar nach einer Infektion gebildet. In der Frühphase können die Testergebnisse daher noch unauffällig sein. Umgekehrt können Antikörper noch viele Jahre nach einer überstandenen Borreliose nachweisbar bleiben, ohne dass eine aktive Infektion besteht.

Ein positiver Antikörpertest beweist daher nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Borreliose. Ebenso schließt ein negativer Befund – insbesondere in einem frühen Krankheitsstadium – eine Infektion nicht immer sicher aus.

Moderne Ergänzungen der Borreliose-Diagnostik

Neben der klassischen Antikörperdiagnostik stehen heute weitere Laborverfahren zur Verfügung, die andere Aspekte der Immunantwort untersuchen. Dazu gehören der T-Cellspot Borrelien und der 3 HT Memory Spot Borrelien.

T-Cellspot Borrelien

Während ELISA und Westernblot Antikörper nachweisen, untersucht der T-Cellspot die Reaktion bestimmter Immunzellen, der sogenannten T-Lymphozyten, auf Borrelien-Antigene. Dadurch kann der Test ergänzende Hinweise auf eine spezifische zelluläre Immunantwort liefern.

Der T-Cellspot kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn der klinische Verdacht auf eine Borreliose besteht, die klassische Antikörperdiagnostik jedoch keine eindeutige Aussage erlaubt. Er ersetzt die Standarddiagnostik nicht, sondern ergänzt sie im Rahmen einer umfassenden diagnostischen Beurteilung.

3 HT Memory Spot Borrelien

Der 3 HT Memory Spot Borrelien untersucht Borrelien-spezifische Gedächtnis-T-Zellen (Memory-T-Zellen). Diese Immunzellen speichern Informationen über frühere Kontakte mit Krankheitserregern und spielen eine wichtige Rolle bei der langfristigen Immunantwort.

Auch dieser Test dient nicht als alleiniger Nachweis einer Borreliose. Er kann jedoch zusätzliche Informationen liefern und die diagnostische Einschätzung unterstützen, insbesondere wenn Beschwerden, Krankengeschichte und klassische Laborbefunde nicht eindeutig zusammenpassen.

Die richtige Diagnostik richtet sich immer nach dem Einzelfall

Nicht jeder Patient benötigt sämtliche verfügbaren Laboruntersuchungen. Welche Diagnostik sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Zeitpunkt eines möglichen Zeckenstichs, der Art und Dauer der Beschwerden sowie bereits vorliegenden Befunden ab.

Eine sorgfältige Anamnese bildet deshalb die Grundlage jeder Borreliose-Abklärung. Erst im Zusammenspiel mit den klinischen Beschwerden und den Laborergebnissen lässt sich beurteilen, welche Untersuchungen im individuellen Fall sinnvoll sind.

Fazit

Die Borreliose gehört zu den Erkrankungen, deren Diagnostik Erfahrung und eine sorgfältige Interpretation der Befunde erfordert. Ein einzelner Bluttest reicht häufig nicht aus, um eine aktive Borreliose sicher nachzuweisen oder auszuschließen.

Die klassische Antikörperdiagnostik mittels ELISA und Immunoblot bleibt weiterhin die Basis der Laboruntersuchung. Moderne Verfahren wie der T-Cellspot Borrelien und der 3 HT Memory Spot Borrelien können in ausgewählten Fällen eine sinnvolle Ergänzung darstellen und zusätzliche Informationen über die Immunantwort liefern.

Letztlich gilt: Nicht der einzelne Laborwert entscheidet über die Diagnose, sondern das Gesamtbild aus Anamnese, klinischen Beschwerden und einer individuell abgestimmten Labordiagnostik.

Peter Wegmann 

Heilpraktiker in vierter Genration

Über 30 Jahre Berufserfahrung

Ich verbinde moderne Labordiagnostik mit naturheilkundlicher Erfahrung

und einem klaren Blick auf die individuellen Zusammenhänge jedes Menschen

Borreliose