Allergien & Unverträglichkeiten

Gesamt-IgE

Das Gesamt-IgE (Immunglobulin E) ist ein Antikörper, der eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen und der Abwehr bestimmter Parasiten spielt. Er gehört zu den Immunglobulinen, einer Gruppe von Eiweißen des Immunsystems, die an der Erkennung und Bekämpfung körperfremder Stoffe beteiligt sind.

Bei Menschen mit einer allergischen Veranlagung ist das Gesamt-IgE häufig erhöht. Der Wert kann Hinweise auf eine verstärkte Aktivität des allergischen Immunsystems liefern, erlaubt jedoch allein keine Aussage darüber, gegen welche Stoffe eine Allergie besteht.

Erhöhte Gesamt-IgE-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Allergischem Heuschnupfen
  • Allergischem Asthma
  • Neurodermitis (atopische Dermatitis)
  • Nahrungsmittelallergien
  • Parasiteninfektionen
  • Bestimmten immunologischen Erkrankungen


Ein normales Gesamt-IgE schließt das Vorliegen einer Allergie jedoch nicht aus. Umgekehrt haben manche Menschen erhöhte Werte, ohne unter ausgeprägten allergischen Beschwerden zu leiden.

Zur gezielten Allergiediagnostik werden daher häufig zusätzlich spezifische IgE-Antikörper bestimmt. Diese können Hinweise darauf geben, gegen welche Allergene – beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel – das Immunsystem reagiert.

Die Interpretation des Gesamt-IgE sollte immer im Zusammenhang mit Beschwerden, Krankengeschichte und weiteren Untersuchungsbefunden erfolgen.

Hinweis: Das Gesamt-IgE zeigt die allgemeine Aktivität des allergischen Immunsystems an. Für die genaue Identifikation möglicher Auslöser sind jedoch meist weitere Untersuchungen wie spezifische IgE-Tests erforderlich.

Referenzbereich (Gesamt-IgE):

  • Erwachsene: meist < 100 kU/l (IU/ml)

Referenzbereiche können je nach Alter, Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Spezifische IgE-Antikörper

Spezifische IgE-Antikörper sind Antikörper des Immunsystems, die gezielt gegen bestimmte Allergene gerichtet sind. Sie spielen eine zentrale Rolle bei sogenannten Soforttyp-Allergien (Typ-I-Allergien), zu denen beispielsweise Heuschnupfen, allergisches Asthma oder bestimmte Nahrungsmittelallergien gehören.

Im Gegensatz zum Gesamt-IgE, das lediglich die allgemeine Aktivität des allergischen Immunsystems widerspiegelt, kann die Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper Hinweise darauf geben, gegen welche Stoffe eine allergische Sensibilisierung besteht.

Untersucht werden können unter anderem Antikörper gegen:

  • Pollen
  • Gräser
  • Bäume
  • Hausstaubmilben
  • Tierhaare
  • Schimmelpilze
  • Nahrungsmittel
  • Insektengifte
  • Latex
  • Medikamente


Ein positiver Befund zeigt an, dass das Immunsystem Kontakt mit dem entsprechenden Allergen hatte und spezifische IgE-Antikörper gebildet hat. Dies wird als Sensibilisierung bezeichnet.

Wichtig ist jedoch: Eine Sensibilisierung bedeutet nicht automatisch, dass tatsächlich eine Allergie mit Beschwerden vorliegt. Erst das Zusammenspiel von Laborbefund, Symptomen und Krankengeschichte erlaubt eine zuverlässige Beurteilung.

Die Ergebnisse werden häufig in verschiedene Klassen oder Konzentrationsbereiche eingeteilt. Höhere Werte können auf eine stärkere Sensibilisierung hinweisen, erlauben jedoch nicht immer Rückschlüsse auf die Schwere möglicher Beschwerden.

Spezifische IgE-Antikörper werden häufig gemeinsam mit dem Gesamt-IgE sowie gegebenenfalls Hauttests und weiteren Untersuchungen bewertet, um Allergien genauer einzuordnen.

Hinweis: Der Nachweis spezifischer IgE-Antikörper zeigt eine Sensibilisierung gegenüber einem bestimmten Allergen an. Ob daraus tatsächlich Beschwerden entstehen, hängt jedoch von vielen weiteren Faktoren ab. Deshalb sollte ein positiver Befund immer im Zusammenhang mit den individuellen Symptomen interpretiert werden.

Referenzbereich (spezifisches IgE):

  • Klasse 0: < 0,35 kU/l (negativ)

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Spezifische IgG-Antikörper

Spezifische IgG-Antikörper sind Antikörper des Immunsystems, die nach dem Kontakt mit bestimmten Nahrungsmitteln, Mikroorganismen oder anderen körperfremden Stoffen gebildet werden. Sie gehören zur normalen Immunantwort und können zeigen, dass das Immunsystem bereits mit einer Substanz in Kontakt gekommen ist.

In den vergangenen Jahren wurden IgG-Tests häufig zur Untersuchung möglicher Nahrungsmittelunverträglichkeiten angeboten. Die Aussagekraft dieser Untersuchungen wird jedoch wissenschaftlich kontrovers diskutiert.

Ein erhöhter IgG-Wert gegen ein bestimmtes Lebensmittel bedeutet zunächst lediglich, dass das Immunsystem Kontakt mit diesem Lebensmittel hatte. Daher werden erhöhte IgG-Antikörper häufig auch bei völlig gesunden Menschen gefunden, die das betreffende Nahrungsmittel regelmäßig verzehren.

Spezifische IgG-Antikörper können unter anderem nachgewiesen werden gegen:

  • Milchprodukte
  • Getreide
  • Eier
  • Nüsse
  • Obst und Gemüse
  • Weitere Nahrungsmittel


Im Gegensatz zu spezifischen IgE-Antikörpern gelten IgG-Antikörper nicht als typischer Marker für klassische Soforttyp-Allergien.

Die Diagnose von Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten sollte daher nicht allein auf IgG-Befunden beruhen. Wichtige Bestandteile der Diagnostik sind vielmehr die Krankengeschichte, Beschwerden, Ernährungszusammenhänge sowie gegebenenfalls weitere Labor- und Funktionstests.

Die Interpretation von spezifischen IgG-Antikörpern sollte stets sorgfältig und im individuellen Kontext erfolgen.

Hinweis: Der Nachweis spezifischer IgG-Antikörper zeigt in erster Linie einen Kontakt des Immunsystems mit einem Lebensmittel an. Erhöhte Werte sind nicht automatisch ein Beweis für eine Unverträglichkeit oder Allergie und sollten daher nicht isoliert bewertet werden.

Referenzbereich (spezifische IgG-Antikörper):

  • Referenzbereich abhängig vom jeweiligen Antigen und Testverfahren

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und untersuchtetem Antigen erheblich variieren.

Histamin

Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der zahlreiche Aufgaben im Organismus erfüllt. Er wird unter anderem in Mastzellen, bestimmten weißen Blutkörperchen sowie im Nervensystem gebildet und gespeichert. Histamin spielt eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen, Entzündungsprozessen, der Regulation der Magensäureproduktion und der Signalübertragung im Nervensystem.

Bei Kontakt mit einem Allergen kann Histamin aus Mastzellen freigesetzt werden und typische Beschwerden wie Juckreiz, Hautrötungen, Schwellungen oder Niesreiz auslösen. Deshalb wird Histamin häufig mit Allergien in Verbindung gebracht.

Darüber hinaus kann Histamin auch über die Nahrung aufgenommen werden. Besonders hohe Mengen finden sich beispielsweise in:

  • Gereiften Käsesorten
  • Rotwein
  • Sauerkraut
  • Geräucherten oder fermentierten Lebensmitteln
  • Bestimmten Fischprodukten


Bei manchen Menschen kann es zu einer verminderten Histaminverträglichkeit kommen. In solchen Fällen kann Histamin im Körper nicht ausreichend abgebaut werden oder es besteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Histamin.

Mögliche Beschwerden im Zusammenhang mit einer erhöhten Histaminbelastung können sein:


  • Kopfschmerzen
  • Hautrötungen
  • Juckreiz
  • Verdauungsbeschwerden
  • Herzklopfen
  • Fließschnupfen
  • Schwindel


Die Bestimmung von Histamin im Blut kann Hinweise auf eine erhöhte Histaminbelastung liefern. Allerdings unterliegt Histamin starken Schwankungen und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Daher besitzt ein einzelner Laborwert nur eine begrenzte Aussagekraft.

Für die Beurteilung möglicher Histaminprobleme werden häufig zusätzlich weitere Parameter wie DAO (Diaminoxidase), Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten und die individuelle Krankengeschichte berücksichtigt.

Hinweis: Histamin ist nicht nur ein Auslöser allergischer Beschwerden, sondern ein wichtiger Botenstoff mit vielfältigen Aufgaben im Körper. Die Bewertung von Histaminwerten sollte immer im Zusammenhang mit Symptomen, weiteren Laborbefunden und möglichen Einflussfaktoren erfolgen.

Referenzbereich (Histamin im Serum):

  • ca. 0,3–1,0 ng/ml

Referenzbereiche können je nach Labor, Probenmaterial und Messverfahren geringfügig abweichen.

Referenzbereich (Histamin im Stuhl):

  • < 600 ng/g Stuhl

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und Probenaufbereitung geringfügig abweichen.

Histamin-Metabolismus im Urin

Die Untersuchung des Histamin-Metabolismus im Urin dient der Beurteilung des Histaminstoffwechsels. Dabei werden nicht nur Histamin selbst, sondern vor allem dessen Abbauprodukte (Metaboliten) gemessen. Da Histamin im Blut starken Schwankungen unterliegt und nur eine kurze Halbwertszeit besitzt, kann die Analyse von Histaminmetaboliten im Urin zusätzliche Informationen liefern.

Histamin wird im Körper fortlaufend gebildet, freigesetzt und wieder abgebaut. An diesem Prozess sind verschiedene Enzyme beteiligt, insbesondere die Diaminoxidase (DAO) und die Histamin-N-Methyltransferase (HNMT).

Die Untersuchung kann Hinweise liefern auf:

  • Eine erhöhte Histaminbelastung
  • Veränderungen im Histaminabbau
  • Störungen des Histaminstoffwechsels
  • Zusammenhänge mit histaminassoziierten Beschwerden


Mögliche Beschwerden, die mit einer erhöhten Histaminbelastung in Verbindung gebracht werden, sind unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Hautrötungen
  • Juckreiz
  • Verdauungsbeschwerden
  • Herzklopfen
  • Fließschnupfen
  • Schwindel


Die Bestimmung der Histaminmetaboliten im Urin kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn der Verdacht auf eine Störung des Histaminstoffwechsels besteht, die Beschwerden jedoch nicht durch einen einzelnen Histaminwert im Blut erklärt werden können.

Da zahlreiche Faktoren den Histaminstoffwechsel beeinflussen können – darunter Ernährung, Darmgesundheit, Medikamente, Stress und individuelle Stoffwechseleigenschaften – sollte die Interpretation der Befunde stets im Zusammenhang mit der Krankengeschichte, den Beschwerden und weiteren Laborwerten erfolgen.

Hinweis: Die Analyse des Histamin-Metabolismus im Urin ermöglicht einen Blick auf die Verarbeitung und den Abbau von Histamin im Körper. Dadurch kann sie oft aussagekräftiger sein als eine isolierte Bestimmung von Histamin im Blut und wertvolle Hinweise auf individuelle Besonderheiten des Histaminstoffwechsels liefern.

Referenzbereich (Histaminmetabolite im Urin):

  • Referenzbereich abhängig vom untersuchten Metaboliten und Testverfahren

Häufig bestimmt werden:

  • N-Methylhistamin: ca. 30–200 µg/g Kreatinin
  • 1-Methyl-4-Imidazolessigsäure (MIAA): laborabhängige Referenzbereiche

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und Sammel- oder Spontanurin erheblich variieren.

DAO (Diaminoxidase)

Die Diaminoxidase (DAO) ist ein Enzym, das eine wichtige Rolle beim Abbau von Histamin spielt. Es wird vor allem in der Darmschleimhaut gebildet und ist dafür verantwortlich, überschüssiges Histamin aus der Nahrung abzubauen, bevor es in größerem Umfang in den Körper aufgenommen werden kann.

Kommt es zu einer verminderten DAO-Aktivität oder fällt mehr Histamin an, als abgebaut werden kann, kann sich Histamin im Körper anreichern. Dies wird häufig im Zusammenhang mit einer Histaminintoleranz diskutiert.

Mögliche Beschwerden, die mit einer erhöhten Histaminbelastung in Verbindung gebracht werden, sind:

  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Hautrötungen
  • Juckreiz
  • Fließschnupfen
  • Herzklopfen
  • Schwindel
  • Verdauungsbeschwerden
  • Völlegefühl oder Durchfall


Eine verminderte DAO-Aktivität kann verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen unter anderem:


Die Bestimmung der DAO erfolgt meist im Blut. Die Aussagekraft des Laborwertes wird jedoch wissenschaftlich kontrovers diskutiert. Ein normaler DAO-Wert schließt histaminassoziierte Beschwerden nicht sicher aus, während ein erniedrigter Wert nicht automatisch eine Histaminintoleranz beweist.

Für die Beurteilung möglicher Histaminprobleme sollten daher stets die Beschwerden, Ernährungszusammenhänge sowie weitere Laborwerte wie Histamin oder Histamin-Metaboliten berücksichtigt werden.

Hinweis: Die DAO ist ein wichtiger Baustein des Histaminstoffwechsels, liefert jedoch allein keine sichere Diagnose. Erst die Kombination aus Laborwerten, Beschwerden und individueller Krankengeschichte ermöglicht eine fundierte Beurteilung möglicher histaminbedingter Beschwerden

Referenzbereich (Diaminoxidase / DAO im Serum):

• 10 U/ml und höher

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Transglutaminase-IgA (tTG-IgA)

Transglutaminase-IgA-Antikörper (tTG-IgA) gehören zu den wichtigsten Laborwerten zur Abklärung einer Zöliakie. Dabei handelt es sich um Autoantikörper, die sich gegen das körpereigene Enzym Gewebstransglutaminase richten.

Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem auf das in Getreide enthaltene Klebereiweiß Gluten reagiert. Die daraus entstehende Immunreaktion kann zu Entzündungen und Schädigungen der Dünndarmschleimhaut führen.

Die Bestimmung von Transglutaminase-IgA-Antikörpern erfolgt im Blut und gilt als wichtiger Screening-Test bei Verdacht auf Zöliakie.

Mögliche Beschwerden, die Anlass für eine Untersuchung geben können, sind:

  • Chronische Durchfälle
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Eisenmangel
  • Nährstoffmängel
  • Unklare Verdauungsbeschwerden


Erhöhte Transglutaminase-IgA-Werte können auf das Vorliegen einer Zöliakie hinweisen. Für eine sichere Diagnose sind jedoch häufig weitere Untersuchungen erforderlich, beispielsweise zusätzliche Antikörpertests oder eine Dünndarmbiopsie.

Wichtig ist, dass die Untersuchung unter einer glutenhaltigen Ernährung erfolgt. Wird Gluten bereits vor der Testung weitgehend gemieden, können die Antikörperwerte falsch niedrig ausfallen.

Da ein IgA-Mangel die Aussagekraft des Tests beeinträchtigen kann, wird häufig zusätzlich das Gesamt-IgA bestimmt.

Hinweis: Transglutaminase-IgA-Antikörper zählen zu den wichtigsten Laborwerten in der Zöliakiediagnostik. Ein positiver Befund stellt jedoch noch keine endgültige Diagnose dar und sollte immer durch weitere Untersuchungen und die klinische Beurteilung ergänzt werden.

Referenzbereich (Transglutaminase-IgA-Antikörper):

• Negativ: unter 10 U/ml

Referenzbereiche können je nach Labor und Testverfahren geringfügig abweichen.

Gliadin-IgG-Antikörper

Gliadin-IgG-Antikörper sind Antikörper, die vom Immunsystem gegen Bestandteile des Klebereiweißes Gluten gebildet werden. Gluten kommt vor allem in Weizen, Roggen und Gerste vor. Die Bestimmung von Gliadin-IgG-Antikörpern kann Hinweise auf eine immunologische Reaktion gegenüber Gluten liefern und wird insbesondere im Zusammenhang mit der Diagnostik der Zöliakie oder anderer glutenassoziierter Beschwerden eingesetzt.


Früher gehörten Gliadin-Antikörper zu den Standarduntersuchungen bei Verdacht auf Zöliakie. Heute werden häufiger spezifischere Marker wie Transglutaminase-IgA-Antikörper oder Endomysium-Antikörper verwendet.


Gliadin-IgG-Antikörper sind wichtig für:

  • Die Abklärung einer möglichen Glutenunverträglichkeit
  • Die ergänzende Diagnostik der Zöliakie
  • Die Beurteilung von Patienten mit IgA-Mangel
  • Die Abklärung chronischer Darmbeschwerden
  • Die Untersuchung glutenassoziierter Beschwerden


Erhöhte Gliadin-IgG-Antikörper können unter anderem auftreten bei:

  • Zöliakie
  • Nicht-zöliakischer Glutensensitivität
  • Erhöhter Durchlässigkeit der Darmschleimhaut
  • Bestimmten chronischen Darmerkrankungen
  • Immunologischen Reaktionen auf Gluten

Normale oder nicht nachweisbare Werte werden in der Regel bei Personen ohne relevante Immunreaktion gegen Gliadin beobachtet.

Erhöhte Gliadin-IgG-Antikörper verursachen selbst keine Beschwerden.

Mögliche Symptome richten sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung und können beispielsweise sein:

  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Nährstoffmängel
  • Hautveränderungen


Bei der Interpretation der Gliadin-IgG-Antikörper sollte berücksichtigt werden, dass ein positiver Befund allein keine Zöliakie beweist. Die Aussagekraft ist geringer als bei modernen Zöliakie-Markern. Die Beurteilung sollte immer im Zusammenhang mit Beschwerden, weiteren Antikörpern und gegebenenfalls einer Dünndarmdiagnostik erfolgen.


Zur Abklärung einer möglichen Zöliakie werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Transglutaminase-IgA-Antikörper
  • Transglutaminase-IgG-Antikörper
  • Endomysium-Antikörper (EMA)
  • Gesamt-IgA
  • Deamidierte Gliadinpeptid-Antikörper (DGP-IgG, DGP-IgA)


Referenzbereich (Gliadin-IgG-Antikörper):

• Negativ: unter 20 U/ml

Referenzbereiche können je nach Labor und Testverfahren geringfügig abweichen.


Hinweis: Gliadin-IgG-Antikörper können Hinweise auf eine Immunreaktion gegenüber Gluten liefern, besitzen jedoch eine begrenzte Spezifität. Für die Diagnostik der Zöliakie werden heute bevorzugt Transglutaminase- und Endomysium-Antikörper eingesetzt.*


Wasserstoff- und Methan-Atemtests (H₂/CH₄)

Atemtests sind nichtinvasive Untersuchungsverfahren zur Abklärung verschiedener Verdauungsstörungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Dabei wird nach der Einnahme einer definierten Testsubstanz die Konzentration von Wasserstoff (H₂) und Methan (CH₄) in der Ausatemluft gemessen. Diese Gase entstehen, wenn Darmmikroorganismen unverdaute Kohlenhydrate vergären.

H₂/CH₄-Atemtests ermöglichen unter anderem den Nachweis einer Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption oder Sorbitintoleranz sowie Hinweise auf eine bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) oder eine intestinale Methanogenen-Überwucherung (IMO). Sie stellen eine wertvolle Ergänzung der Labordiagnostik dar und tragen dazu bei, die Ursachen von Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung gezielt abzuklären.

Laktose-Atemtest

Der Laktose-Atemtest ist ein nichtinvasives diagnostisches Verfahren zum Nachweis einer Laktosemalabsorption und zur Abklärung einer Laktoseintoleranz. Nach der Einnahme einer definierten Menge Laktose werden in regelmäßigen Zeitabständen die Konzentrationen von Wasserstoff (H₂) und Methan (CH₄) in der Ausatemluft gemessen. Kann der Milchzucker aufgrund einer verminderten Aktivität des Enzyms Laktase im Dünndarm nicht ausreichend gespalten werden, gelangt er in den Dickdarm und wird dort von Darmbakterien vergoren. Dabei entstehen Wasserstoff und Methan, die über die Blutbahn zur Lunge transportiert und anschließend ausgeatmet werden.

Der Laktose-Atemtest ist wichtig für:

  • Nachweis einer Laktosemalabsorption
  • Abklärung einer Laktoseintoleranz
  • Ursachenforschung bei Beschwerden nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten
  • Unterstützung einer gezielten Ernährungsberatung


Ein positiver Laktose-Atemtest kann unter anderem auftreten bei:

  • Laktasemangel
  • Primärer Laktoseintoleranz
  • Sekundärer Laktoseintoleranz, z. B. nach Darminfektionen oder bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • Schädigungen der Dünndarmschleimhaut, z. B. bei Zöliakie

Typische Beschwerden können sein:

  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Darmgeräusche

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden:

Die Aussagekraft des Laktose-Atemtests hängt von einer sorgfältigen Vorbereitung ab. Antibiotika, Abführmittel, Darmspiegelungen oder eine unzureichende Nüchternphase können das Ergebnis beeinflussen. Ein positiver Atemtest weist auf eine Laktosemalabsorption hin. Ob tatsächlich eine Laktoseintoleranz vorliegt, sollte immer im Zusammenhang mit den typischen Beschwerden beurteilt werden.

Zur weiteren Abklärung können ergänzend folgende Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Darmmikrobiomanalyse
  • Calprotectin
  • Zonulin
  • Pankreas-Elastase
  • I-FABP
  • Histamin bzw. DAO

Hinweis:

Ein positiver Laktose-Atemtest weist auf eine verminderte Spaltung von Milchzucker im Dünndarm hin. Nicht jede nachgewiesene Laktosemalabsorption führt jedoch zu Beschwerden. Daher sollte die Beurteilung stets gemeinsam mit der Krankengeschichte und den individuellen Symptomen erfolgen.


Fruktose-Atemtest

Der Fruktose-Atemtest ist ein nichtinvasives diagnostisches Verfahren zum Nachweis einer Fruktosemalabsorption und zur Abklärung einer Fruktoseintoleranz. Nach der Einnahme einer definierten Menge Fruktose werden in regelmäßigen Zeitabständen die Konzentrationen von Wasserstoff (H₂) und Methan (CH₄) in der Ausatemluft gemessen. Kann der Fruchtzucker aufgrund einer eingeschränkten Aufnahme im Dünndarm nicht ausreichend resorbiert werden, gelangt er in den Dickdarm und wird dort von Darmbakterien vergoren. Dabei entstehen Wasserstoff und Methan, die über die Blutbahn zur Lunge transportiert und anschließend ausgeatmet werden.


Der Fruktose-Atemtest ist wichtig für:

  • Nachweis einer Fruktosemalabsorption
  • Abklärung einer Fruktoseintoleranz
  • Ursachenforschung bei Beschwerden nach dem Verzehr fruktosehaltiger Lebensmittel
  • Unterstützung einer gezielten Ernährungsberatung

Ein positiver Fruktose-Atemtest kann unter anderem auftreten bei:

  • Fruktosemalabsorption
  • Eingeschränkter Fruktoseaufnahme im Dünndarm
  • Funktionellen Darmbeschwerden
  • Reizdarmsyndrom


Typische Beschwerden können sein:

  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Darmgeräusche


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden:

Die Aussagekraft des Fruktose-Atemtests hängt von einer sorgfältigen Vorbereitung ab. Antibiotika, Abführmittel, Darmspiegelungen oder eine unzureichende Nüchternphase können das Ergebnis beeinflussen. Ein positiver Atemtest weist auf eine Fruktosemalabsorption hin. Ob tatsächlich eine Fruktoseintoleranz vorliegt, sollte immer im Zusammenhang mit den typischen Beschwerden beurteilt werden.


Zur weiteren Abklärung können ergänzend folgende Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Darmmikrobiomanalyse
  • Calprotectin
  • Zonulin
  • Pankreas-Elastase
  • I-FABP
  • Histamin bzw. DAO


Hinweis:

Ein positiver Fruktose-Atemtest weist auf eine verminderte Aufnahme von Fruktose im Dünndarm hin. Nicht jede nachgewiesene Fruktosemalabsorption führt zu Beschwerden. Die Beurteilung sollte daher stets gemeinsam mit der Krankengeschichte und den individuellen Symptomen erfolgen.


Sorbit-Atemtest

Der Sorbit-Atemtest ist ein nichtinvasives diagnostisches Verfahren zum Nachweis einer Sorbitmalabsorption und zur Abklärung einer Sorbitintoleranz. Nach der Einnahme einer definierten Menge Sorbit werden in regelmäßigen Zeitabständen die Konzentrationen von Wasserstoff (H₂) und Methan (CH₄) in der Ausatemluft gemessen. Kann der Zuckeraustauschstoff aufgrund einer eingeschränkten Aufnahme im Dünndarm nicht ausreichend resorbiert werden, gelangt er in den Dickdarm und wird dort von Darmbakterien vergoren. Dabei entstehen Wasserstoff und Methan, die über die Blutbahn zur Lunge transportiert und anschließend ausgeatmet werden.

Der Sorbit-Atemtest ist wichtig für:

  • Nachweis einer Sorbitmalabsorption
  • Abklärung einer Sorbitintoleranz
  • Ursachenforschung bei Beschwerden nach dem Verzehr sorbithaltiger Lebensmittel
  • Unterstützung einer gezielten Ernährungsberatung


Ein positiver Sorbit-Atemtest kann unter anderem auftreten bei:

  • Sorbitmalabsorption
  • Eingeschränkter Sorbitaufnahme im Dünndarm
  • Funktionellen Darmbeschwerden
  • Reizdarmsyndrom


Typische Beschwerden können sein:

  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Darmgeräusche


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden:

Die Aussagekraft des Sorbit-Atemtests hängt von einer sorgfältigen Vorbereitung ab. Antibiotika, Abführmittel, Darmspiegelungen oder eine unzureichende Nüchternphase können das Ergebnis beeinflussen. Ein positiver Atemtest weist auf eine Sorbitmalabsorption hin. Ob tatsächlich eine Sorbitintoleranz vorliegt, sollte immer im Zusammenhang mit den typischen Beschwerden beurteilt werden.

Zur weiteren Abklärung können ergänzend folgende Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Darmmikrobiomanalyse
  • Calprotectin
  • Zonulin
  • Pankreas-Elastase
  • I-FABP
  • Histamin bzw. DAO


Hinweis:

Ein positiver Sorbit-Atemtest weist auf eine verminderte Aufnahme von Sorbit im Dünndarm hin. Nicht jede nachgewiesene Sorbitmalabsorption führt zu Beschwerden. Die Beurteilung sollte daher stets gemeinsam mit der Krankengeschichte und den individuellen Symptomen erfolgen.


Laktulose-Atemtest (SIBO/IMO)

Der Laktulose-Atemtest ist ein nichtinvasives diagnostisches Verfahren zur Abklärung einer bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) sowie einer intestinalen Methanogenen-Überwucherung (IMO). Nach der Einnahme einer definierten Menge Laktulose werden in regelmäßigen Zeitabständen die Konzentrationen von Wasserstoff (H₂) und Methan (CH₄) in der Ausatemluft gemessen. Laktulose wird im Dünndarm nicht aufgenommen und gelangt unverändert in den Darm. Befinden sich dort vermehrt Bakterien oder methanbildende Mikroorganismen, entstehen bereits im Dünndarm Wasserstoff und/oder Methan, die über die Blutbahn zur Lunge transportiert und anschließend ausgeatmet werden.

Der Laktulose-Atemtest ist wichtig für:

  • Nachweis einer bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)
  • Nachweis einer intestinalen Methanogenen-Überwucherung (IMO)
  • Abklärung chronischer Verdauungsbeschwerden
  • Unterstützung einer gezielten Therapieplanung


Ein positiver Laktulose-Atemtest kann unter anderem auftreten bei:

  • Bakterieller Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)
  • Intestinaler Methanogenen-Überwucherung (IMO)
  • Gestörter Darmmotilität
  • Anatomischen Veränderungen des Darms
  • Nach Magen- oder Darmoperationen


Typische Beschwerden können sein:

  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Verstopfung (insbesondere bei erhöhten Methanwerten)
  • Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden:

Die Aussagekraft des Laktulose-Atemtests hängt von einer sorgfältigen Vorbereitung ab. Antibiotika, Probiotika, Abführmittel oder eine Darmspiegelung können das Untersuchungsergebnis beeinflussen. Für eine zuverlässige Beurteilung sollten neben dem Wasserstoff- auch die Methanwerte berücksichtigt werden, da nicht alle Menschen Wasserstoff produzieren. Die Interpretation erfolgt stets im Zusammenhang mit dem zeitlichen Verlauf der Messwerte und den individuellen Beschwerden.

Zur weiteren Abklärung können ergänzend folgende Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Darmmikrobiomanalyse
  • Calprotectin
  • Zonulin
  • Pankreas-Elastase
  • I-FABP
  • Histamin bzw. DAO


Hinweis:

Der Laktulose-Atemtest liefert wichtige Hinweise auf eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms sowie auf eine intestinale Methanogenen-Überwucherung. Die Diagnose sollte jedoch immer gemeinsam mit der Krankengeschichte, den Beschwerden und gegebenenfalls weiteren diagnostischen Untersuchungen beurteilt werden.


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