Der Laborwert Gesamteiweiß erfasst die Gesamtmenge aller im Blutserum enthaltenen Eiweiße (Proteine). Eiweiße gehören zu den wichtigsten Bausteinen des Körpers und übernehmen zahlreiche lebenswichtige Aufgaben. Sie sind unter anderem an Transportvorgängen, der Immunabwehr, der Blutgerinnung sowie der Regulation des Flüssigkeitshaushalts beteiligt.
Das Gesamteiweiß setzt sich aus verschiedenen Proteinfraktionen zusammen. Die wichtigsten Bestandteile sind Albumin und die sogenannten Globuline, zu denen unter anderem Antikörper des Immunsystems gehören.
Erhöhte Gesamteiweißwerte können beispielsweise auftreten bei:
Da das Gesamteiweiß nur die Summe aller Proteine erfasst, liefert der Wert allein häufig noch keine genaue Aussage über die Ursache einer Veränderung. Bei auffälligen Befunden können zusätzliche Untersuchungen wie Albumin, Eiweißelektrophorese oder Immunglobuline hilfreich sein.
Die Interpretation sollte daher stets im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten sowie der individuellen Krankengeschichte erfolgen.
Hinweis: Das Gesamteiweiß gibt einen ersten Überblick über den Eiweißhaushalt des Körpers. Auffällige Werte können Hinweise auf Ernährungszustand, Leber- und Nierenfunktion, chronische Entzündungen oder Veränderungen des Immunsystems liefern.
Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
Albumin ist das häufigste Eiweiß im Blut und wird überwiegend in der Leber gebildet. Es erfüllt zahlreiche wichtige Aufgaben im Körper und spielt eine zentrale Rolle für den Flüssigkeitshaushalt, den Transport verschiedener Stoffe sowie die Versorgung der Gewebe.
Eine der wichtigsten Funktionen von Albumin besteht darin, Wasser innerhalb der Blutgefäße zu halten. Dadurch trägt es wesentlich zur Aufrechterhaltung des sogenannten kolloidosmotischen Drucks bei und hilft, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe zu verhindern.
Erniedrigte Albuminwerte können unter anderem auftreten bei:
Niedrige Albuminspiegel können dazu beitragen, dass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das Gewebe übertritt und Schwellungen (Ödeme) entstehen.
Erhöhte Albuminwerte werden deutlich seltener beobachtet und sind häufig auf einen Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) zurückzuführen.
Da Albumin auf verschiedene Stoffwechsel- und Organfunktionen reagiert, liefert der Wert wichtige Hinweise auf den Ernährungszustand, die Leberfunktion, den Flüssigkeitshaushalt und chronische Erkrankungen.
Hinweis: Albumin wird häufig als Marker für den Eiweißstatus betrachtet. Tatsächlich spiegelt der Wert jedoch auch die Funktion der Leber, den Entzündungsstatus und den Flüssigkeitshaushalt wider. Deshalb sollte Albumin immer im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten beurteilt werden.
Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
Globuline sind eine Gruppe von Eiweißen (Proteinen), die neben Albumin zu den wichtigsten Bestandteilen des Blutes gehören. Sie werden teilweise in der Leber gebildet, zum Teil aber auch von Zellen des Immunsystems produziert. Globuline erfüllen zahlreiche Aufgaben bei der Immunabwehr, beim Transport von Stoffen und bei Entzündungsreaktionen.
Zu den Globulinen zählen verschiedene Eiweißgruppen, darunter:
Besonders wichtig sind die Immunglobuline, die eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielen. Veränderungen der Globulinwerte können daher Hinweise auf die Aktivität des Immunsystems geben.
Da die Globuline aus verschiedenen Untergruppen bestehen, liefert der Gesamtwert allein oft nur begrenzte Informationen. Bei auffälligen Befunden kann eine Eiweißelektrophorese sinnvoll sein, um die einzelnen Eiweißfraktionen genauer zu untersuchen.
Die Beurteilung der Globuline erfolgt daher meist gemeinsam mit Albumin, Gesamteiweiß, Immunglobulinen und weiteren Laborwerten.
Hinweis: Globuline sind eng mit dem Immunsystem verbunden. Veränderungen der Werte können Hinweise auf Entzündungen, Infektionen oder Störungen der Immunfunktion liefern und sollten immer im Zusammenhang mit dem gesamten Laborbefund betrachtet werden.
Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der zahlreiche Funktionen im Organismus erfüllt. Er wird vor allem in Mastzellen, basophilen Granulozyten und bestimmten Nervenzellen gespeichert und bei Bedarf freigesetzt.
Bekannt ist Histamin insbesondere für seine Rolle bei allergischen Reaktionen. Darüber hinaus ist es jedoch auch an vielen normalen Körperfunktionen beteiligt, darunter die Regulation der Magensäureproduktion, die Steuerung von Entzündungsprozessen, die Gefäßweite sowie die Signalübertragung im Nervensystem.
Die Ursachen können vielfältig sein. Neben allergischen Reaktionen werden unter anderem eine erhöhte Histaminfreisetzung, Störungen des Histaminabbaus oder chronische Entzündungsprozesse diskutiert.
Bei der Labordiagnostik ist zu beachten, dass Histamin selbst nur begrenzt aussagekräftig sein kann, da die Konzentration starken Schwankungen unterliegt. Daher werden häufig weitere Laborwerte wie Diaminoxidase (DAO), Tryptase oder gegebenenfalls Methylhistamin ergänzend betrachtet.
Die Beurteilung von Histamin sollte immer im Zusammenhang mit den individuellen Beschwerden, der Krankengeschichte und weiteren Laborbefunden erfolgen.
Hinweis: Histamin ist nicht nur ein „Allergiestoff". Es handelt sich um einen vielseitigen Botenstoff, der an Immunreaktionen, Verdauung, Nervensystem und Entzündungsprozessen beteiligt ist. Beschwerden entstehen häufig nicht durch Histamin allein, sondern durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener biologischer Systeme.
Referenzbereiche können je nach Labor, Probenmaterial (Vollblut, Plasma) und Messverfahren erheblich variieren.
Die Eiweißelektrophorese ist eine Laboruntersuchung, mit der die verschiedenen Eiweißfraktionen im Blut getrennt und sichtbar gemacht werden können. Während das Gesamteiweiß lediglich die Gesamtmenge aller Eiweiße erfasst, ermöglicht die Eiweißelektrophorese eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Proteinbestandteile.
Zu den wichtigsten Eiweißfraktionen gehören:
Jede dieser Fraktionen erfüllt unterschiedliche Aufgaben im Körper. Veränderungen einzelner Eiweißgruppen können wertvolle Hinweise auf Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen liefern.
Die Eiweißelektrophorese wird unter anderem eingesetzt zur Abklärung von:
Besondere Bedeutung hat die Untersuchung bei Veränderungen der Gamma-Globuline, da sich hier Auffälligkeiten der Antikörperbildung zeigen können. In bestimmten Fällen können zusätzliche Untersuchungen wie eine Immunfixation erforderlich sein, um die Ursache genauer einzugrenzen.
Die Eiweißelektrophorese liefert keine Diagnose, kann aber wichtige Hinweise auf zugrunde liegende Prozesse geben und dient häufig als weiterführende Untersuchung bei auffälligem Gesamteiweiß, veränderten Globulinen oder unklaren Entzündungs- und Immunbefunden.
Hinweis: Die Eiweißelektrophorese wird häufig als „Landkarte der Bluteiweiße“ bezeichnet. Sie zeigt nicht nur die Menge, sondern auch die Verteilung der verschiedenen Eiweißfraktionen und ermöglicht dadurch einen tieferen Einblick in Immunfunktion, Entzündungsprozesse und den Eiweißstoffwechsel.
Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
Aminosäuren sind die Grundbausteine der Eiweiße (Proteine) und damit für nahezu alle biologischen Prozesse im Körper unverzichtbar. Sie werden für den Aufbau von Muskeln, Organen, Enzymen, Hormonen, Antikörpern und zahlreichen weiteren Strukturen benötigt.
Insgesamt gibt es 20 proteinbildende Aminosäuren. Ein Teil davon kann vom Körper selbst hergestellt werden, während sogenannte essenzielle Aminosäuren regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden müssen.
Einige Aminosäuren besitzen darüber hinaus besondere Funktionen. So dient Tryptophan beispielsweise als Vorstufe von Serotonin und Melatonin, während Tyrosin an der Bildung von Schilddrüsenhormonen sowie Dopamin und Noradrenalin beteiligt ist.
Störungen im Aminosäurestoffwechsel oder eine unzureichende Versorgung können sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen, beispielsweise durch:
Die Bestimmung von Aminosäuren kann Hinweise auf Ernährungsstatus, Stoffwechselprozesse, Resorptionsstörungen oder einen erhöhten Bedarf liefern. Besonders im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen, Verdauungsstörungen oder einer erhöhten körperlichen Belastung kann eine differenzierte Aminosäureanalyse sinnvoll sein.
Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten und weiteren Laborwerten erfolgen.
Hinweis: Aminosäuren sind weit mehr als reine Eiweißbausteine. Viele von ihnen dienen als Ausgangsstoffe für Hormone, Neurotransmitter und andere wichtige Botenstoffe. Damit verbinden sie Stoffwechsel, Nervensystem, Immunsystem und Regeneration auf vielfältige Weise.
Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmaterial (Serum, Plasma, Vollblut) und Messverfahren erheblich variieren.
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