Darm & Verdauung

Mikrobiom

Als Mikrobiom bezeichnet man die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die den menschlichen Körper besiedeln. Der größte Teil befindet sich im Darm und besteht aus Milliarden von Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen. Gemeinsam bilden sie ein komplexes Ökosystem, das zahlreiche Aufgaben für Gesundheit und Stoffwechsel übernimmt.

Das Darmmikrobiom unterstützt unter anderem:


In den letzten Jahren hat die Forschung gezeigt, dass das Mikrobiom weit über den Darm hinaus Einfluss auf den gesamten Organismus nehmen kann. Veränderungen der Darmflora werden unter anderem mit Verdauungsbeschwerden, chronischen Entzündungen, Stoffwechselstörungen und verschiedenen immunologischen Prozessen in Verbindung gebracht.

Eine Mikrobiomanalyse untersucht die Zusammensetzung der Darmflora und kann Hinweise auf mögliche Ungleichgewichte geben. Dabei werden verschiedene Bakteriengruppen sowie deren Verhältnis zueinander bewertet.

Mögliche Auffälligkeiten können sein:

  • Verminderte bakterielle Vielfalt
  • Ungleichgewichte zwischen verschiedenen Keimgruppen
  • Verminderte Schutzflora
  • Hinweise auf eine gestörte Darmbarriere
  • Veränderungen der Stoffwechselaktivität der Darmflora


Die Ergebnisse einer Mikrobiomanalyse sollten jedoch stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Lebensstil, Ernährung und weiteren Untersuchungsbefunden interpretiert werden. Nicht jede Abweichung hat automatisch Krankheitswert, und viele Zusammenhänge werden weiterhin wissenschaftlich erforscht.

Hinweis: Das Darmmikrobiom wird oft als „vergessenes Organ“ bezeichnet. Es beeinflusst Verdauung, Immunsystem und Stoffwechsel und spielt eine wichtige Rolle für das allgemeine Wohlbefinden. Eine Mikrobiomanalyse kann wertvolle Hinweise liefern, sollte jedoch immer im Gesamtkontext betrachtet werden.

Referenzbereich:

  • Für das Darmmikrobiom existieren keine einheitlichen Referenzwerte.
  • Die Bewertung erfolgt anhand der Zusammensetzung und Vielfalt der Darmflora sowie der relativen Häufigkeit einzelner Bakteriengruppen.

Referenzbereiche und Zielwerte können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Auswertungsmodell erheblich variieren.

Kurzkettige Fettsäuren (SCFA) im Stuhl

Kurzkettige Fettsäuren (Short Chain Fatty Acids, SCFA) sind Stoffwechselprodukte, die durch die bakterielle Fermentation von Ballaststoffen im Dickdarm entstehen. Zu den wichtigsten kurzkettigen Fettsäuren gehören Acetat, Propionat und Butyrat (Buttersäure). Sie spielen eine zentrale Rolle für die Gesundheit des Darms und beeinflussen darüber hinaus zahlreiche Stoffwechsel- und Immunprozesse im gesamten Körper.

Die Bildung kurzkettiger Fettsäuren hängt wesentlich von der Zusammensetzung der Darmflora sowie der Aufnahme ballaststoffreicher Nahrung ab.

Kurzkettige Fettsäuren sind wichtig für:

  • Die Energieversorgung der Darmschleimhaut
  • Die Stabilität der Darmbarriere
  • Die Regulation des Immunsystems
  • Die Unterstützung einer gesunden Darmflora
  • Die Hemmung entzündlicher Prozesse
  • Die Regulation des Stoffwechsels
  • Die Darmgesundheit

Besonders Butyrat dient den Zellen der Darmschleimhaut als wichtige Energiequelle und trägt zur Aufrechterhaltung der Darmbarriere bei.

Erhöhte Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Ballaststoffreicher Ernährung
  • Ausgeprägter bakterieller Fermentation
  • Veränderungen der Darmflora
  • Vermehrter bakterieller Aktivität im Dickdarm


Erniedrigte Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Ballaststoffarmer Ernährung
  • Dysbiose der Darmflora
  • Chronischen Darmerkrankungen
  • Eingeschränkter bakterieller Fermentationsleistung
  • Verminderter Vielfalt der Darmflora
  • Störungen der Darmbarriere


Veränderte Konzentrationen kurzkettiger Fettsäuren verursachen selbst keine spezifischen Beschwerden. Sie können jedoch Hinweise auf Veränderungen der Darmflora oder der Darmfunktion liefern.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Konzentrationen von Ernährung, Darmflora, Stuhlbeschaffenheit und Untersuchungsmethode beeinflusst werden. Die Bewertung erfolgt daher meist im Zusammenhang mit weiteren Parametern der Darmdiagnostik.

Zur Beurteilung der Darmgesundheit werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Mikrobiom
  • Calprotectin
  • Zonulin
  • Alpha-1-Antitrypsin
  • Pankreas-Elastase
  • Histamin im Stuhl
  • pH-Wert im Stuhl
  • Sekretorisches IgA (sIgA)


Referenzbereich (kurzkettige Fettsäuren im Stuhl):

• Referenzbereiche sind abhängig vom jeweiligen Labor und den gemessenen Einzelparametern (Acetat, Propionat, Butyrat).

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und Auswertungsmodell erheblich variieren.

Hinweis: Kurzkettige Fettsäuren gelten als wichtige Marker für die Aktivität der Darmflora und die Gesundheit der Darmschleimhaut. Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit Ernährung, Mikrobiom und weiteren Darmparametern erfolgen.

Calprotectin

Calprotectin ist ein Eiweiß, das vor allem von bestimmten weißen Blutkörperchen (neutrophilen Granulozyten) gebildet wird. Gelangt es vermehrt in den Darm, kann es im Stuhl nachgewiesen werden. Daher gilt Calprotectin als wichtiger Laborwert zur Beurteilung von Entzündungen im Magen-Darm-Trakt.

Die Bestimmung von Calprotectin erfolgt aus einer Stuhlprobe und ermöglicht eine nicht-invasive Einschätzung entzündlicher Prozesse im Darm. Der Wert wird häufig eingesetzt, um entzündliche Darmerkrankungen von funktionellen Beschwerden zu unterscheiden.

Erhöhte Calprotectin-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Akuten Darminfektionen
  • Entzündungen der Darmschleimhaut
  • Divertikulitis
  • Bestimmten Medikamenteneinnahmen


Normale oder nur gering erhöhte Werte sprechen eher gegen eine ausgeprägte Entzündung des Darms. Dadurch kann Calprotectin helfen, die Notwendigkeit weiterführender Untersuchungen besser einzuschätzen.

Die Höhe des Wertes erlaubt jedoch nicht immer eine eindeutige Aussage über die Ursache der Entzündung. Deshalb sollte die Interpretation stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Krankengeschichte und weiteren Untersuchungsbefunden erfolgen.

Calprotectin eignet sich außerdem zur Verlaufskontrolle bei bekannten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und kann Hinweise auf die Aktivität der Erkrankung liefern.

Hinweis: Calprotectin zählt zu den wichtigsten Stuhlmarkern für Entzündungen im Darm. Der Laborwert kann helfen, entzündliche Darmerkrankungen frühzeitig zu erkennen oder ihren Verlauf zu überwachen und liefert wertvolle Informationen über den Zustand der Darmschleimhaut.

Referenzbereich (Calprotectin im Stuhl):

  • < 50 µg/g Stuhl

Orientierende Bewertung:

  • 50–120 µg/g: grenzwertig erhöht
  • 120 µg/g: erhöht

Referenzbereich (Calprotectin im Serum):

  • Häufig < 1,5–3,0 µg/ml

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und Auswertungsmodell erheblich variieren.

Zonulin

Zonulin ist ein Eiweiß, das an der Regulation der sogenannten „Tight Junctions“ beteiligt ist. Dabei handelt es sich um spezielle Verbindungen zwischen den Zellen der Darmschleimhaut, die die Durchlässigkeit der Darmbarriere kontrollieren. Zonulin spielt somit eine wichtige Rolle für die Integrität der Darmwand.

Erhöhte Zonulinwerte werden mit einer gesteigerten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut in Verbindung gebracht. Umgangssprachlich wird dies häufig als „Leaky Gut“ oder „durchlässiger Darm“ bezeichnet. In diesem Zustand können vermehrt Stoffe aus dem Darminhalt die Darmbarriere passieren und mit dem Immunsystem in Kontakt kommen.

Erhöhte Zonulinwerte können unter anderem beobachtet werden bei:

  • Störungen der Darmbarriere
  • Chronischen Entzündungsprozessen
  • Bestimmten Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Veränderungen des Darmmikrobioms
  • Chronischen Magen-Darm-Beschwerden


Die Bestimmung erfolgt meist aus einer Stuhlprobe. Der Laborwert wird vor allem in der funktionellen und komplementären Medizin genutzt, um Hinweise auf die Funktion der Darmbarriere zu erhalten.

Die Aussagekraft von Zonulin wird wissenschaftlich weiterhin diskutiert. Daher sollte der Wert nicht isoliert betrachtet, sondern stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Anamnese sowie weiteren Labor- und Stuhlbefunden interpretiert werden.

Ein erhöhter Zonulinwert stellt keine Diagnose dar, kann jedoch ein Hinweis darauf sein, dass die Darmbarriere genauer untersucht werden sollte.

Hinweis: Zonulin gilt als Marker für die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Der Wert kann Hinweise auf Veränderungen der Darmbarriere liefern, sollte jedoch immer im Gesamtkontext bewertet und nicht als alleiniger Nachweis eines „Leaky Gut“ verstanden werden.

Referenzbereich (Zonulin im Stuhl):

  • Häufig < 60 ng/ml

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren erheblich variieren.

Referenzbereich (Zonulin im Serum):

  • Häufig < 48 ng/ml

Referenzbereiche können je nach Labor, Testsystem und Messverfahren erheblich variieren.

I-FABP (Intestinal Fatty Acid Binding Protein)

I-FABP (Intestinal Fatty Acid Binding Protein) ist ein Eiweiß, das vor allem in den Zellen der Dünndarmschleimhaut vorkommt. Es spielt eine Rolle beim Transport und Stoffwechsel von Fettsäuren innerhalb der Darmzellen.

Werden Zellen der Darmschleimhaut geschädigt oder belastet, kann I-FABP vermehrt freigesetzt werden und im Blut nachweisbar sein. Daher wird der Laborwert als Marker für Schädigungen oder eine erhöhte Belastung der Darmwand untersucht.

Erhöhte I-FABP-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Schädigungen der Darmschleimhaut
  • Entzündlichen Prozessen im Darm
  • Durchblutungsstörungen des Darms
  • Erhöhter Darmpermeabilität (gestörter Darmbarriere)
  • Bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen


In der funktionellen Medizin wird I-FABP häufig als ergänzender Marker zur Beurteilung der Darmgesundheit und der Integrität der Darmschleimhaut herangezogen. Der Wert kann Hinweise darauf liefern, ob die Darmzellen vermehrt belastet oder geschädigt werden.

Da I-FABP nur einen Teilaspekt der Darmfunktion widerspiegelt, sollte die Interpretation stets zusammen mit weiteren Parametern wie Zonulin, Calprotectin, dem Mikrobiom sowie den individuellen Beschwerden erfolgen.

Die wissenschaftliche Forschung zu I-FABP entwickelt sich weiterhin, sodass der Laborwert vor allem als ergänzender Baustein in der Beurteilung der Darmgesundheit betrachtet werden sollte.

Hinweis: I-FABP gilt als Marker für die Integrität der Dünndarmschleimhaut. Erhöhte Werte können auf eine Belastung oder Schädigung von Darmzellen hinweisen und liefern zusätzliche Informationen über die Funktion der Darmbarriere.

Referenzbereich (I-FABP – Intestinal Fatty Acid Binding Protein):

  • Häufig < 250 pg/ml

Referenzbereiche können je nach Labor, Testsystem und Messverfahren erheblich variieren.

Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex im Stuhl

Der Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex im Stuhl ist ein Laborparameter zum Nachweis von verborgenem Blut im Verdauungstrakt. Die Untersuchung gehört zu den modernen Verfahren der Stuhldiagnostik und kann Hinweise auf Blutungen im Magen-Darm-Bereich liefern, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind.

Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen. Gelangt Blut in den Verdauungstrakt, kann Hämoglobin im Darm nachweisbar sein. Haptoglobin ist ein Eiweiß, das sich an freies Hämoglobin bindet. Der entstehende Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex ist im Verdauungstrakt stabiler als Hämoglobin allein und kann daher auch Blutungen aus weiter oben gelegenen Darmabschnitten erfassen.

Ein positiver Befund kann unter anderem auftreten bei:


Ein auffälliger Wert bedeutet jedoch nicht automatisch das Vorliegen einer schweren Erkrankung. Er zeigt zunächst lediglich an, dass Blutbestandteile im Stuhl nachweisbar sind und die Ursache weiter abgeklärt werden sollte.

Die Untersuchung wird häufig gemeinsam mit weiteren Stuhlmarkern wie Calprotectin oder anderen diagnostischen Verfahren eingesetzt, um die Gesundheit des Verdauungstraktes umfassender zu beurteilen.

Hinweis: Der Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex dient dem Nachweis von verborgenem Blut im Stuhl. Auffällige Befunde können wichtige Hinweise auf Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts liefern und sollten durch geeignete weiterführende Untersuchungen abgeklärt werden.

Referenzbereich (Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex im Stuhl):

  • Negativ bzw. nicht nachweisbar

oder laborabhängig:

  • < 2,0 µg/g Stuhl

Referenzbereiche können je nach Labor, Testverfahren und verwendeter Einheit variieren.

Alpha-1-Antitrypsin im Stuhl

Alpha-1-Antitrypsin ist ein Eiweißstoff, der hauptsächlich in der Leber gebildet wird und verschiedene Gewebe vor dem Abbau durch bestimmte Enzyme schützt. Normalerweise verbleibt Alpha-1-Antitrypsin weitgehend im Blutkreislauf und wird im Darm nur in sehr geringen Mengen nachgewiesen.

Die Bestimmung von Alpha-1-Antitrypsin im Stuhl dient vor allem der Beurteilung der Durchlässigkeit der Darmschleimhaut sowie dem Nachweis eines vermehrten Eiweißverlustes über den Darm. Da Alpha-1-Antitrypsin im Verdauungstrakt relativ stabil ist, eignet sich der Marker gut zur Untersuchung bestimmter Darmerkrankungen.

Erhöhte Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Eiweißverlustsyndromen des Darms
  • Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • Entzündungen der Darmschleimhaut
  • Erhöhter Darmdurchlässigkeit
  • Bestimmten Erkrankungen des Lymphsystems
  • Schädigungen der Darmbarriere


Ein erhöhter Alpha-1-Antitrypsin-Wert im Stuhl kann darauf hinweisen, dass vermehrt Eiweiße aus dem Blut über die Darmschleimhaut verloren gehen. Dies kann langfristig zu einem Mangel an wichtigen Eiweißstoffen im Körper beitragen.

Die Untersuchung wird häufig gemeinsam mit weiteren Parametern der Darmdiagnostik beurteilt, beispielsweise:

  • Calprotectin
  • Zonulin
  • I-FABP
  • Pankreas-Elastase
  • Mikrobiomanalyse
  • Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex im Stuhl


Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit Beschwerden, weiteren Laborwerten und medizinischen Befunden erfolgen.

Hinweis: Alpha-1-Antitrypsin im Stuhl ist ein wichtiger Marker zur Beurteilung von Eiweißverlusten über den Darm und möglichen Störungen der Darmbarriere. Erhöhte Werte können Hinweise auf entzündliche oder strukturelle Veränderungen der Darmschleimhaut liefern und sollten immer im Gesamtkontext bewertet werden.

Referenzbereich (Alpha-1-Antitrypsin im Stuhl):

  • < 0,27 mg/g Stuhl

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

Pankreas-Elastase

Die Pankreas-Elastase ist ein Enzym, das in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet und in den Darm abgegeben wird. Dort unterstützt es die Verdauung von Eiweißen. Da die Pankreas-Elastase während der Darmpassage weitgehend stabil bleibt, kann ihre Konzentration im Stuhl gemessen werden und liefert wichtige Hinweise auf die Funktion der Bauchspeicheldrüse.

Die Bestimmung der Pankreas-Elastase im Stuhl gehört zu den wichtigsten Untersuchungen zur Beurteilung der exokrinen Pankreasfunktion, also der Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse, Verdauungsenzyme bereitzustellen.

Erniedrigte Werte können auf eine verminderte Enzymproduktion der Bauchspeicheldrüse hinweisen und beispielsweise auftreten bei:

  • Chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis)
  • Exokriner Pankreasinsuffizienz
  • Fortgeschrittenen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • Nach operativen Eingriffen am Pankreas


Eine verminderte Produktion von Verdauungsenzymen kann dazu führen, dass Nährstoffe nicht ausreichend aufgespalten und aufgenommen werden. Mögliche Beschwerden sind:

  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Durchfälle
  • Fettstühle
  • Gewichtsverlust
  • Mangelerscheinungen


Normale Werte sprechen in der Regel gegen eine ausgeprägte exokrine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse. Die Untersuchung eignet sich daher gut als nicht-invasive Screeningmethode.

Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Anamnese und gegebenenfalls weiteren Labor- und Bildgebungsbefunden erfolgen.

Hinweis: Die Pankreas-Elastase im Stuhl gilt als wichtiger Marker für die Verdauungsleistung der Bauchspeicheldrüse. Erniedrigte Werte können darauf hinweisen.

Referenzbereich (Pankreas-Elastase im Stuhl):

  • 200 µg/g Stuhl und höher: normale exokrine Pankreasfunktion
  • 100–200 µg/g Stuhl: leichte bis mäßige exokrine Pankreasinsuffizienz möglich
  • Unter 100 µg/g Stuhl: deutlicher Hinweis auf eine exokrine Pankreasinsuffizien

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.


Elastase (Serum)

Die Elastase ist ein Enzym, das von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird und zur Gruppe der eiweißspaltenden Verdauungsenzyme gehört. Unter normalen Bedingungen wird Elastase in den Dünndarm abgegeben, wo sie an der Verdauung von Eiweißen beteiligt ist.

Bei Schädigungen oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse kann vermehrt Elastase ins Blut gelangen. Die Bestimmung der Elastase im Serum dient daher vor allem der Diagnostik akuter Erkrankungen des Pankreas.

Erhöhte Elastasewerte können unter anderem auftreten bei:

  • Akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis)
  • Akuten Schüben einer chronischen Pankreatitis
  • Verletzungen der Bauchspeicheldrüse
  • Verlegungen des Pankreasgangs
  • Bestimmten Erkrankungen des Verdauungssystems


Da die Elastase im Blut länger erhöht bleiben kann als andere Pankreasenzyme wie Amylase oder Lipase, kann sie zusätzliche Hinweise auf eine Schädigung des Pankreas liefern.

Für die Beurteilung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse wird die Elastase häufig gemeinsam mit weiteren Laborwerten wie Lipase, Amylase sowie bildgebenden Untersuchungen betrachtet.

Normale Werte schließen eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse nicht grundsätzlich aus. Die Interpretation sollte daher immer im Zusammenhang mit Beschwerden, Krankengeschichte und weiteren Befunden erfolgen.

Hinweis: Die Elastase im Serum ist ein Marker für die Freisetzung von Verdauungsenzymen aus der Bauchspeicheldrüse. Erhöhte Werte können auf eine akute Schädigung oder Entzündung des Pankreas hinweisen und werden daher vor allem bei Verdacht auf eine Pankreatitis bestimmt.

Referenzbereich (Pankreas-Elastase im Serum):

  • 13–60 U/l

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Amylase im Serum

Die Amylase ist ein Verdauungsenzym, das vor allem in der Bauchspeicheldrüse und den Speicheldrüsen gebildet wird. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Kohlenhydrate und Stärke in kleinere Zuckerbausteine aufzuspalten. Die Bestimmung der Amylase im Serum dient vor allem der Beurteilung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und kann Hinweise auf akute Entzündungen oder andere Störungen liefern.

Da Amylase sowohl in der Bauchspeicheldrüse als auch in den Speicheldrüsen vorkommt, ist sie weniger spezifisch als die Lipase, die heute häufig als wichtiger Marker für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse angesehen wird.


Die Amylase ist wichtig für:

  • Die Verdauung von Kohlenhydraten
  • Die Diagnostik von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • Die Abklärung akuter Bauchbeschwerden
  • Die Verlaufskontrolle bei Pankreatitis
  • Die Beurteilung bestimmter Speicheldrüsenerkrankungen


Erhöhte Amylasewerte können unter anderem auftreten bei:

  • Akuter Pankreatitis
  • Chronischer Pankreatitis
  • Gallenwegserkrankungen
  • Speicheldrüsenentzündungen
  • Mumps
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Darmverschluss
  • Bestimmten Medikamenteneinflüssen


Erniedrigte Amylasewerte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Fortgeschrittener chronischer Pankreatitis
  • Ausgeprägter Einschränkung der exokrinen Pankreasfunktion
  • Zerstörung von Pankreasgewebe
  • Mukoviszidose


Veränderte Amylasewerte verursachen selbst keine Beschwerden. Die Symptome richten sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung und können unter anderem Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsstörungen umfassen.

Bei der Interpretation der Amylase sollte berücksichtigt werden, dass der Wert nicht ausschließlich die Funktion der Bauchspeicheldrüse widerspiegelt. Daher wird häufig zusätzlich die Lipase bestimmt, die als spezifischerer Marker für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gilt.


Zur Beurteilung der Bauchspeicheldrüse werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Lipase
  • Pankreas-Elastase im Stuhl
  • Pankreas-Elastase im Serum
  • Glukose
  • HbA1c
  • C-Peptid
  • Insulin

Referenzbereich (Amylase im Serum):

  • ca. 28–100 U/l

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.


Hinweis: Die Amylase ist ein wichtiger, jedoch nicht vollständig spezifischer Marker für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Die Beurteilung sollte stets gemeinsam mit Lipase, Beschwerden und weiteren Untersuchungsbefunden erfolgen.

Helicobacter pylori im Stuhl

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedeln kann. Es zählt zu den häufigsten chronischen bakteriellen Infektionen weltweit und wird mit verschiedenen Erkrankungen des Magens in Verbindung gebracht.

Der Nachweis von Helicobacter pylori im Stuhl erfolgt über den sogenannten Stuhlantigentest. Dabei werden Bestandteile des Bakteriums in einer Stuhlprobe nachgewiesen. Die Untersuchung gilt als zuverlässige und nicht-invasive Methode zur Feststellung einer aktiven Infektion.

Eine Besiedlung mit Helicobacter pylori kann unter anderem mit folgenden Beschwerden verbunden sein:

  • Oberbauchbeschwerden
  • Völlegefühl
  • Übelkeit
  • Sodbrennen
  • Magenschmerzen
  • Druckgefühl im Oberbauch


Nicht jede Infektion verursacht jedoch Beschwerden. Viele Betroffene bleiben über Jahre symptomfrei.

Helicobacter pylori kann an der Entstehung verschiedener Erkrankungen beteiligt sein, darunter:

  • Chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
  • Bestimmte Veränderungen der Magenschleimhaut


Der Stuhltest eignet sich sowohl zur Erstdiagnostik als auch zur Kontrolle nach einer Behandlung. Nach einer Eradikationstherapie kann die Untersuchung zeigen, ob das Bakterium erfolgreich beseitigt wurde.

Die Interpretation des Befundes sollte immer im Zusammenhang mit den Beschwerden, der Krankengeschichte und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen erfolgen.

Hinweis: Der Nachweis von Helicobacter pylori im Stuhl zeigt eine aktive Besiedlung des Magens an. Der Test ist nicht belastend und zählt zu den wichtigsten Verfahren zur Diagnose und Verlaufskontrolle einer Helicobacter-Infektion.


Referenzbereich (Helicobacter pylori im Stuhl):

  • Negativ bzw. nicht nachweisbar

Referenzbereiche können je nach Labor und verwendetem Testverfahren geringfügig abweichen.

Parasiten (mikroskopischer Nachweis im Stuhl)

Die mikroskopische Untersuchung des Stuhls auf Parasiten dient dem Nachweis von Darmparasiten und deren Entwicklungsstadien. Dabei können unter anderem Protozoen (Einzeller), Würmer sowie deren Eier, Larven oder Zysten identifiziert werden. Die Untersuchung gehört zu den klassischen Verfahren der parasitologischen Diagnostik und wird insbesondere bei anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden, unklaren Durchfällen oder nach Auslandsaufenthalten eingesetzt.

Da viele Parasiten nicht kontinuierlich ausgeschieden werden, sind häufig mehrere Stuhlproben an unterschiedlichen Tagen erforderlich, um die Nachweiswahrscheinlichkeit zu erhöhen.


Die Untersuchung ist wichtig für:

  • Den Nachweis von Darmparasiten
  • Die Abklärung chronischer Durchfälle
  • Die Untersuchung unklarer Magen-Darm-Beschwerden
  • Die Diagnostik nach Fernreisen
  • Die Abklärung von Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen
  • Die Kontrolle nach einer antiparasitären Behandlung


Nachgewiesen werden können unter anderem:

  • Giardia lamblia (Lamblien)
  • Blastocystis spp.
  • Entamoeba histolytica
  • Enterobius vermicularis (Madenwürmer)
  • Ascaris lumbricoides (Spulwürmer)
  • Weitere Darmparasiten


Ein positiver Befund kann auf eine aktive Besiedlung oder Infektion mit einem Parasiten hinweisen. Die klinische Bedeutung hängt dabei von der Art des Erregers, der Menge und den vorhandenen Beschwerden ab.


Mögliche Beschwerden bei Parasitenbefall können sein:

  • Durchfall
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Juckreiz im Analbereich
  • Mangelerscheinungen


Ein negativer Befund schließt einen Parasitenbefall nicht immer sicher aus, da die Ausscheidung vieler Parasiten zeitlich schwanken kann.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Aussagekraft von Probenqualität, Untersuchungsmethode und Anzahl der eingesandten Stuhlproben abhängt.


Zur Beurteilung der Darmgesundheit werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Mikrobiom
  • Calprotectin
  • Zonulin
  • Alpha-1-Antitrypsin
  • Pankreas-Elastase
  • Histamin im Stuhl
  • Sekretorisches IgA (sIgA)
  • Helicobacter pylori im Stuhl


Referenzbereich (Parasiten mikroskopisch im Stuhl):

• Negativ bzw. nicht nachweisbar

Referenzbereiche können je nach Labor und Untersuchungsmethode geringfügig abweichen.


Hinweis: Ein negativer Befund schließt einen Parasitenbefall nicht immer sicher aus. Bei anhaltendem Verdacht kann die Untersuchung mehrerer Stuhlproben an verschiedenen Tagen sinnvoll sein.


Parasiten (immunologischer Nachweis im Stuhl)

Der immunologische Nachweis von Parasiten im Stuhl dient dem gezielten Nachweis bestimmter Darmparasiten anhand ihrer Antigene (parasitäre Eiweißstrukturen). Im Gegensatz zur mikroskopischen Untersuchung werden dabei nicht die Parasiten selbst, sondern charakteristische Bestandteile der Erreger nachgewiesen. Dieses Verfahren kann die Nachweisempfindlichkeit erhöhen und wird häufig ergänzend oder alternativ zur mikroskopischen Diagnostik eingesetzt.


Besonders bei einigen häufigen Darmparasiten gilt der Antigennachweis als zuverlässige Untersuchungsmethode.


Die Untersuchung ist wichtig für:

  • Den Nachweis bestimmter Darmparasiten
  • Die Abklärung chronischer Durchfälle
  • Die Untersuchung unklarer Magen-Darm-Beschwerden
  • Die Diagnostik nach Auslandsaufenthalten
  • Die Kontrolle nach einer antiparasitären Behandlung
  • Die Ergänzung der mikroskopischen Stuhldiagnostik


Immunologisch nachweisbare Parasiten sind unter anderem:

  • Giardia lamblia (Lamblien)
  • Cryptosporidium spp.
  • Entamoeba histolytica
  • Weitere laborabhängig verfügbare Parasiten


Ein positiver Befund kann auf eine aktuelle Besiedlung oder Infektion mit dem jeweiligen Parasiten hinweisen.


Mögliche Beschwerden bei einem Parasitenbefall können sein:

  • Durchfall
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Nährstoffmängel
  • Allgemeines Krankheitsgefühl


Ein negativer Befund macht das Vorliegen der getesteten Parasiten weniger wahrscheinlich, schließt jedoch nicht alle parasitären Infektionen sicher aus.


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass immunologische Tests nur die jeweils untersuchten Parasiten erfassen. Andere Parasiten können trotz unauffälligem Befund weiterhin vorliegen.


Zur Beurteilung der Darmgesundheit werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Parasiten mikroskopisch im Stuhl
  • Mikrobiom
  • Calprotectin
  • Zonulin
  • Alpha-1-Antitrypsin
  • Pankreas-Elastase
  • Histamin im Stuhl
  • Sekretorisches IgA (sIgA)


Referenzbereich (Parasiten immunologisch im Stuhl):

• Negativ bzw. nicht nachweisbar

Referenzbereiche können je nach Labor, Testverfahren und untersuchtetem Parasiten geringfügig abweichen.


Hinweis: Ein negativer immunologischer Test schließt nicht alle parasitären Infektionen aus. Die Beurteilung sollte stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Reiseanamnese sowie gegebenenfalls weiteren parasitologischen Untersuchungen erfolgen.

EPX (Eosinophiles Protein X)

EPX (Eosinophiles Protein X), auch als Eosinophil Derived Neurotoxin (EDN) bezeichnet, ist ein Eiweiß, das von aktivierten eosinophilen Granulozyten freigesetzt wird. Eosinophile gehören zu den weißen Blutkörperchen und spielen eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen, parasitären Infektionen sowie bestimmten entzündlichen Erkrankungen.

Die Bestimmung von EPX im Stuhl wird vor allem zur Beurteilung eosinophiler Entzündungsprozesse im Darm eingesetzt und kann Hinweise auf allergische oder immunologische Reaktionen der Darmschleimhaut liefern.

EPX ist wichtig für:

  • Die Beurteilung eosinophiler Entzündungen im Darm
  • Die Abklärung allergischer Reaktionen des Magen-Darm-Traktes
  • Die Untersuchung immunologischer Aktivierungen der Darmschleimhaut
  • Die ergänzende Diagnostik bei chronischen Darmbeschwerden
  • Die Verlaufskontrolle bestimmter entzündlicher Prozesse


Erhöhte EPX-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Nahrungsmittelallergien
  • Allergischen Reaktionen im Darm
  • Eosinophilen Magen-Darm-Erkrankungen
  • Parasitären Infektionen
  • Entzündlichen Prozessen der Darmschleimhaut
  • Bestimmten immunologischen Reaktionen


Erniedrigte oder unauffällige EPX-Werte werden in der Regel als Hinweis auf das Fehlen einer relevanten eosinophilen Aktivierung gewertet.

Erhöhte EPX-Werte verursachen selbst keine Beschwerden.

Die Symptome richten sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung und können beispielsweise sein:

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Übelkeit
  • Chronische Darmbeschwerden

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass EPX ein Marker für die Aktivierung eosinophiler Granulozyten ist, jedoch keine Aussage über die genaue Ursache der Entzündung erlaubt. Die Bewertung sollte daher immer gemeinsam mit Beschwerden, Anamnese und weiteren Laborwerten erfolgen.

Zur Beurteilung der Darmgesundheit werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Calprotectin
  • Zonulin
  • Alpha-1-Antitrypsin
  • Histamin im Stuhl
  • Sekretorisches IgA (sIgA)
  • Parasiten im Stuhl
  • Mikrobiom

Referenzbereich (EPX im Stuhl):

• Unter 360 ng/g Stuhl

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Hinweis: EPX ist ein Marker für die Aktivierung eosinophiler Granulozyten im Darm. Erhöhte Werte können auf allergische, parasitäre oder entzündliche Prozesse hinweisen und sollten stets im Zusammenhang mit weiteren Befunden und Beschwerden beurteilt werden.

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