Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die als Zwischenprodukt im Stoffwechsel der essenziellen Aminosäure Methionin entsteht. Unter normalen Bedingungen wird Homocystein durch verschiedene Stoffwechselwege weiterverarbeitet oder abgebaut. Für diese Prozesse benötigt der Körper unter anderem die Vitamine B6, B12 und Folat.
Steigt die Konzentration von Homocystein im Blut an, kann dies auf Störungen des Homocysteinstoffwechsels oder auf einen Mangel an wichtigen B-Vitaminen hinweisen.
Homocystein wird seit vielen Jahren im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Erhöhte Werte werden mit einer Beeinträchtigung der Gefäßfunktion sowie einer erhöhten Belastung der Blutgefäße in Verbindung gebracht. Daher gilt Homocystein als ergänzender Marker zur Beurteilung des kardiovaskulären Risikos.
Darüber hinaus wird Homocystein auch im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen, kognitiven Veränderungen sowie der allgemeinen Methylierungsleistung des Körpers betrachtet.
Die Beurteilung des Homocysteins sollte stets gemeinsam mit den beteiligten Vitaminen – insbesondere Folat, Vitamin B12 und Vitamin B6 – sowie weiteren Laborwerten erfolgen.
Hinweis: Homocystein ist mehr als ein Herz-Kreislauf-Marker. Der Wert kann wichtige Hinweise auf die Versorgung mit B-Vitaminen, den Methylierungsstoffwechsel und die Funktion verschiedener Stoffwechselwege liefern. Erhöhte Werte lassen sich häufig durch die Identifikation und Behandlung zugrunde liegender Ursachen positiv beeinflussen.
Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
CRP-hs (high sensitivity C-reactive Protein) ist eine besonders empfindliche Messmethode des C-reaktiven Proteins (CRP). Während das klassische CRP vor allem bei akuten Entzündungen deutlich ansteigt, kann CRP-hs bereits geringgradige Entzündungsprozesse im Körper erfassen.
Das C-reaktive Protein wird in der Leber gebildet und gehört zu den sogenannten Akute-Phase-Proteinen. Seine Konzentration steigt an, wenn im Körper Entzündungsreaktionen ablaufen.
eingesetzt.
In der Herz-Kreislauf-Medizin wird CRP-hs als ergänzender Risikomarker betrachtet. Erhöhte Werte können auf entzündliche Prozesse in den Blutgefäßen hinweisen, die an der Entstehung von Arteriosklerose beteiligt sein können.
Da zahlreiche Faktoren das CRP-hs beeinflussen können, sollte der Wert niemals isoliert bewertet werden. Die Interpretation erfolgt stets im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren, Laborwerten und dem individuellen Gesundheitszustand.
Hinweis: CRP-hs ist kein klassischer Entzündungsmarker für akute Infektionen, sondern ein empfindlicher Marker für unterschwellige Entzündungsprozesse. Besonders in der Präventions- und Herz-Kreislauf-Medizin kann der Wert zusätzliche Hinweise auf das individuelle Risiko liefern
Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
Troponin hs (hochsensitives Troponin) ist ein Laborwert zur Beurteilung von Schädigungen des Herzmuskels. Troponine sind Eiweiße, die in den Herzmuskelzellen vorkommen und eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion spielen. Werden Herzmuskelzellen geschädigt, gelangt Troponin ins Blut und kann dort nachgewiesen werden.
Dank hochsensitiver Messverfahren können heute bereits sehr geringe Troponinmengen erfasst werden. Dadurch lassen sich Herzmuskelschädigungen früher erkennen als mit älteren Untersuchungsmethoden.
Besonders in der Notfallmedizin spielt Troponin hs eine wichtige Rolle. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt ermöglicht die Untersuchung eine schnelle Einschätzung, ob eine akute Schädigung des Herzmuskels vorliegt.
Ein erhöhter Wert bedeutet jedoch nicht automatisch einen Herzinfarkt. Auch andere Erkrankungen oder Belastungen können zu einem Anstieg führen. Deshalb wird Troponin hs stets zusammen mit den Beschwerden, dem zeitlichen Verlauf der Werte sowie weiteren Untersuchungen wie EKG und Bildgebung beurteilt.
Normale Troponinwerte sprechen in vielen Fällen gegen eine akute Herzmuskelschädigung, schließen jedoch nicht jede Herzerkrankung aus.
Hinweis: Troponin hs zählt zu den wichtigsten Laborwerten der modernen Herzdiagnostik. Der Marker zeigt an, ob Herzmuskelzellen geschädigt wurden, liefert jedoch allein noch keine Aussage über die genaue Ursache. Die Interpretation sollte daher immer im klinischen Gesamtkontext erfolgen.
Referenzbereiche können je nach Labor, Testsystem und Messverfahren geringfügig abweichen.
Hinweis: Der hier aufgeführte Laborwert dient der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose. Bei akuten Beschwerden wie Brustschmerz oder Atemnot suchen Sie bitte umgehend einen Arzt oder den Notdienst auf.
NT-proBNP (N-terminales pro-B-Typ-Natriuretisches Peptid) ist ein Laborwert, der wichtige Informationen über die Belastung und Funktion des Herzens liefern kann. Der Stoff wird vor allem von den Herzkammern freigesetzt, wenn der Herzmuskel durch erhöhten Druck oder eine vermehrte Volumenbelastung beansprucht wird.
NT-proBNP entsteht gemeinsam mit dem biologisch aktiven Hormon BNP. Während BNP direkt auf den Flüssigkeits- und Blutdruckhaushalt wirkt, dient NT-proBNP als stabiler und gut messbarer Marker in der Labordiagnostik.
Besonders wichtig ist NT-proBNP bei der Abklärung einer möglichen Herzinsuffizienz. Der Laborwert kann helfen, eine Herzschwäche frühzeitig zu erkennen oder ihren Verlauf zu überwachen.
Die Höhe des NT-proBNP-Wertes wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen unter anderem Alter, Geschlecht, Nierenfunktion und bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher sollte die Interpretation stets individuell erfolgen.
Normale oder niedrige NT-proBNP-Werte sprechen in vielen Fällen gegen eine ausgeprägte Herzinsuffizienz, schließen jedoch nicht jede Herzerkrankung aus.
Hinweis: NT-proBNP gilt als einer der wichtigsten Laborwerte zur Beurteilung einer möglichen Herzschwäche. Der Marker zeigt an, wie stark das Herz belastet wird, und kann wertvolle Hinweise auf die Herzfunktion liefern. Die Beurteilung sollte immer zusammen mit Beschwerden, klinischen Befunden und weiteren Untersuchungen erfolgen.
Referenzbereiche können je nach Alter, Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein spezielles Blutfettteilchen, das in seiner Struktur dem LDL-Cholesterin ähnelt. Zusätzlich enthält es ein weiteres Eiweiß, das sogenannte Apolipoprotein(a). Die Konzentration von Lipoprotein(a) wird überwiegend genetisch bestimmt und bleibt im Laufe des Lebens meist relativ konstant.
Lipoprotein(a) zählt zu den wichtigen Risikomarkern für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Erhöhte Werte können unabhängig von anderen Blutfettwerten mit einem erhöhten Risiko für Gefäßerkrankungen verbunden sein.
Da die Höhe von Lipoprotein(a) hauptsächlich genetisch festgelegt ist, haben Ernährung und Lebensstil meist nur einen begrenzten Einfluss auf den Wert. Dennoch bleiben eine gesunde Lebensweise und die Kontrolle weiterer Risikofaktoren wie Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin von großer Bedeutung.
Ein erhöhter Lp(a)-Wert bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt. Er kann jedoch auf eine genetisch bedingte Veranlagung hinweisen und sollte im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren bewertet werden.
Hinweis: Lipoprotein(a) gilt als einer der wichtigsten genetischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da der Wert weitgehend erblich bedingt ist, genügt oft eine einmalige Bestimmung im Leben, um das individuelle Risiko besser einschätzen zu können.
Referenzbereiche und Risikogrenzen können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.
Oxidiertes LDL-Cholesterin (oxLDL) entsteht, wenn LDL-Partikel durch freie Radikale und oxidative Prozesse chemisch verändert werden. Im Gegensatz zum normalen LDL-Cholesterin gilt oxidiertes LDL als besonders biologisch aktiv und wird mit der Entstehung von Arteriosklerose in Verbindung gebracht.
Oxidiertes LDL kann von bestimmten Immunzellen in den Gefäßwänden aufgenommen werden. Dabei entstehen sogenannte Schaumzellen, die an der Bildung von Gefäßablagerungen (Plaques) beteiligt sind. Aus diesem Grund wird oxLDL als Marker für oxidativen Stress und Gefäßbelastung betrachtet.
Im Gegensatz zu den klassischen Blutfettwerten liefert oxidiertes LDL zusätzliche Informationen über die Qualität und biologische Aktivität der LDL-Partikel. Daher wird der Laborwert vor allem in der erweiterten Herz-Kreislauf- und Präventionsdiagnostik eingesetzt.
Ein erhöhter oxLDL-Wert bedeutet nicht automatisch das Vorliegen einer Gefäßerkrankung. Er kann jedoch auf verstärkte oxidative Prozesse und eine erhöhte Belastung der Blutgefäße hinweisen.
Hinweis: Oxidiertes LDL-Cholesterin gilt als Marker für oxidativen Stress und die Entstehung von Gefäßveränderungen. Der Laborwert kann zusätzliche Informationen über das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko liefern und ergänzt die klassischen Cholesterinwerte um wichtige Aspekte der Gefäßgesundheit.
Referenzbereiche können je nach Labor, Testsystem und Messverfahren erheblich variieren.
Hinweis: Oxidiertes LDL-Cholesterin (oxLDL) gilt als Marker für oxidativen Stress und die Entstehung von Arteriosklerose. Erhöhte Werte können mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko in Verbindung stehen. Die Interpretation sollte gemeinsam mit LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a), hs-CRP und weiteren Risikofaktoren erfolgen
Die Laktatdehydrogenase (LDH) ist ein Enzym, das in nahezu allen Körperzellen vorkommt. Es spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und ist an der Umwandlung von Laktat (Milchsäure) und Pyruvat beteiligt. Da LDH in vielen Organen und Geweben vorhanden ist, kann eine erhöhte Konzentration im Blut auf eine Schädigung oder einen vermehrten Zerfall von Zellen hinweisen.
Unter normalen Bedingungen befindet sich nur eine geringe Menge LDH im Blut. Werden Zellen geschädigt oder zerstört, wird das Enzym freigesetzt und die Konzentration im Blut kann ansteigen. Da LDH in vielen Geweben vorkommt, gilt sie als empfindlicher, aber unspezifischer Marker für Zellschäden.
Erhöhte LDH-Werte können unter anderem auftreten bei:
Erniedrigte LDH-Werte haben in der Regel keine eigenständige klinische Bedeutung und werden meist nicht als krankhaft angesehen.
Veränderte LDH-Werte verursachen selbst keine Beschwerden. Die Symptome ergeben sich aus der zugrunde liegenden Erkrankung. Je nach Ursache können beispielsweise Müdigkeit, Schmerzen, Fieber, Atembeschwerden oder andere organspezifische Beschwerden auftreten.
Bei der Interpretation des LDH-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass bereits die Blutentnahme das Ergebnis beeinflussen kann. Werden bei der Probengewinnung rote Blutkörperchen beschädigt (Hämolyse), kann dies zu falsch erhöhten LDH-Werten führen. Aufgrund ihrer geringen Organspezifität wird LDH meist gemeinsam mit anderen Laborwerten beurteilt.
Hinweis: LDH ist ein weit verbreitetes Enzym des Energiestoffwechsels und ein empfindlicher Marker für Zellschäden. Erhöhte Werte können bei zahlreichen Erkrankungen auftreten, liefern jedoch allein keine Aussage über die genaue Ursache. Die Interpretation sollte daher immer im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten und dem klinischen Befund erfolgen.
Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
Die Hydroxybutyrat-Dehydrogenase (HBDH) ist ein Enzym, das vor allem in Herzmuskel, roten Blutkörperchen, Nieren und anderen Geweben vorkommt. Sie stellt eine Unterfraktion der Laktatdehydrogenase (LDH) dar und kann bei Schädigungen dieser Gewebe vermehrt ins Blut freigesetzt werden. Die Bestimmung der HBDH wurde früher insbesondere zur Diagnostik von Herzmuskelschäden eingesetzt.
Die HBDH ist an Stoffwechselprozessen beteiligt, die für die Energiegewinnung der Zellen von Bedeutung sind. Unter normalen Bedingungen befindet sich nur eine geringe Menge des Enzyms im Blut. Bei Zellschädigungen kann es vermehrt freigesetzt werden und zu erhöhten Laborwerten führen.
Erniedrigte HBDH-Werte haben in der Regel keine eigenständige klinische Bedeutung und werden meist nicht als krankhaft angesehen.
Veränderte HBDH-Werte verursachen selbst keine Beschwerden. Die Symptome richten sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Bei Herzmuskelschäden können beispielsweise Brustschmerzen, Atemnot oder Kreislaufbeschwerden auftreten. Bei hämolytischen Erkrankungen können Müdigkeit, Blässe oder Gelbsucht beobachtet werden.
Bei der Interpretation des HBDH-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass seine diagnostische Bedeutung heute deutlich geringer ist als früher. Moderne Herzmarker wie Troponin haben die HBDH in der Diagnostik des Herzinfarkts weitgehend ersetzt. Dennoch kann der Wert in speziellen Fragestellungen ergänzende Informationen liefern.
Hinweis: HBDH ist eine Unterfraktion der Laktatdehydrogenase und kann bei Schädigungen von Herzmuskel, Blutzellen oder anderen Geweben ansteigen. Da heute spezifischere Laborparameter zur Verfügung stehen, wird die HBDH vor allem in besonderen diagnostischen Fragestellungen eingesetzt. Die Beurteilung sollte stets gemeinsam mit weiteren Laborwerten und dem klinischen Befund erfolgen.
Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
CK-MB ist eine Unterform (Isoenzym) der Kreatinkinase (CK), die vor allem im Herzmuskel vorkommt. Das Enzym spielt eine wichtige Rolle bei der Energiebereitstellung der Muskelzellen. Werden Herzmuskelzellen geschädigt, kann CK-MB vermehrt ins Blut freigesetzt werden und als Hinweis auf eine Herzmuskelschädigung dienen.
Unter normalen Bedingungen befindet sich nur eine geringe Menge von CK-MB im Blut. Bei einer Schädigung des Herzmuskels steigt die Konzentration innerhalb weniger Stunden an und fällt nach einigen Tagen wieder ab. Aufgrund modernerer und spezifischerer Herzmarker wird CK-MB heute meist ergänzend eingesetzt.
Erniedrigte CK-MB-Werte haben in der Regel keine eigenständige klinische Bedeutung und werden als unauffällig angesehen.
Erhöhte CK-MB-Werte verursachen selbst keine Beschwerden. Die Symptome richten sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Bei einem Herzinfarkt können beispielsweise Brustschmerzen, Atemnot, Schweißausbrüche, Übelkeit oder Kreislaufbeschwerden auftreten.
Bei der Interpretation des CK-MB-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass heute insbesondere hochsensitive Troponine als die wichtigsten Laborwerte zur Diagnose einer Herzmuskelschädigung gelten. CK-MB kann jedoch in bestimmten Situationen zusätzliche Informationen liefern, beispielsweise bei der Verlaufskontrolle oder zur Beurteilung erneuter Herzmuskelschäden.
Hinweis: CK-MB ist ein herzspezifisches Isoenzym der Kreatinkinase und kann bei Schädigungen des Herzmuskels ansteigen. Obwohl heute vor allem Troponine zur Diagnostik eines Herzinfarkts eingesetzt werden, kann CK-MB in bestimmten Situationen weiterhin wertvolle ergänzende Informationen liefern. Die Beurteilung sollte stets gemeinsam mit weiteren Herzmarkern und dem klinischen Befund erfolgen.
Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.
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