Infektionen & Immunität

Borreliose (Westernblot)

Der Borreliose-Westernblot ist ein spezielles Laborverfahren zum Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien. Borrelien sind Bakterien, die durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen werden können und die Lyme-Borreliose verursachen.

Der Westernblot wird in der Regel als Bestätigungstest eingesetzt, wenn ein vorheriger Suchtest (ELISA oder Immunoassay) auffällige oder grenzwertige Ergebnisse gezeigt hat. Durch die Untersuchung einzelner Borrelien-spezifischer Antikörper kann die Aussagekraft der Diagnostik erhöht werden.

Das Immunsystem bildet nach Kontakt mit Borrelien verschiedene Antikörper. Dabei werden häufig IgM-Antikörper als Hinweis auf eine früheImmunreaktion und IgG-Antikörper als Hinweis auf einen länger zurückliegenden oder bestehenden Kontakt bestimmt.

Der Borreliose-Westernblot ist wichtig für:

  • Die Abklärung einer Borrelieninfektion
  • Die Bestätigung auffälliger Suchtestergebnisse
  • Die Diagnostik einer Lyme-Borreliose
  • Die Beurteilung der Immunreaktion auf Borrelien
  • Die Differenzierung zwischen verschiedenen Antikörpermustern
  • Die ergänzende Diagnostik bei Verdacht auf Borreliose


Positive Antikörpernachweise können unter anderem auftreten bei:

  • Aktiver Borreliose
  • Früher durchgemachter Borreliose
  • Bestehender Immunantwort auf Borrelien
  • Kontakt mit Borrelien in der Vergangenheit


Mögliche Beschwerden einer Borreliose können sein:

  • Wanderröte (Erythema migrans)
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Gelenkbeschwerden
  • Muskelbeschwerden
  • Konzentrationsstörungen
  • Neurologische Beschwerden


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass ein positiver Antikörpernachweis nicht zwangsläufig eine aktuell aktive Infektion bedeutet. Antikörper können auch nach einer überstandenen Infektion über viele Jahre nachweisbar bleiben.

Ein negativer Befund schließt insbesondere in frühen Krankheitsstadien eine Borreliose nicht immer sicher aus, da die Antikörperbildung erst nach einiger Zeit einsetzt.

Zur weiteren Diagnostik werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Borreliose-ELISA
  • Borreliose-IgM-Antikörper
  • Borreliose-IgG-Antikörper
  • CRP
  • BSG
  • Leukozyten
  • CD57+ NK-Zellen
  • Zytokinenstatus


Referenzbereich (Borreliose-Westernblot):

• Negativ

Die Bewertung erfolgt anhand spezifischer Antikörperbanden und laborabhängiger Beurteilungskriterien.

Hinweis: Der Borreliose-Westernblot dient als Bestätigungstest bei Verdacht auf eine Borrelieninfektion. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit der Krankengeschichte, möglichen Zeckenkontakten, Beschwerden und weiteren Laborbefunden erfolgen. Eine alleinige Beurteilung anhand des Antikörpernachweises ist nicht ausreichend

Epstein-Barr-Virus (EBV)

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) gehört zur Familie der Herpesviren und ist weltweit weit verbreitet. Schätzungen zufolge haben über 90 % der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens Kontakt mit dem Virus. Nach einer Infektion verbleibt EBV lebenslang im Körper und kann unter bestimmten Umständen erneut aktiv werden.

EBV ist der Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers (infektiöse Mononukleose). Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Speichel, weshalb die Erkrankung umgangssprachlich auch als „Kusskrankheit“ bezeichnet wird.

Zur Beurteilung einer EBV-Infektion werden verschiedene Antikörper bestimmt. Anhand der Kombination dieser Antikörper kann häufig zwischen einer akuten Infektion, einer zurückliegenden Infektion oder einer möglichen Reaktivierung unterschieden werden.

Die EBV-Diagnostik ist wichtig für:

  • Die Abklärung von Erschöpfungszuständen
  • Die Diagnostik des Pfeifferschen Drüsenfiebers
  • Die Beurteilung chronischer Infektbelastungen
  • Die Untersuchung unklarer Lymphknotenschwellungen
  • Die Abklärung von Leistungsminderung
  • Die Differenzierung zwischen akuter und zurückliegender Infektion


Mögliche Beschwerden bei einer EBV-Infektion können sein:

  • Ausgeprägte Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Verminderte Leistungsfähigkeit


Hinweise auf eine mögliche Reaktivierung können unter anderem sein:

  • Anhaltende Erschöpfung
  • Verminderte Belastbarkeit
  • Wiederkehrende Infektanfälligkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Chronische Müdigkeit


Bei der EBV-Diagnostik werden häufig folgende Antikörper bestimmt:

  • EBV-VCA-IgM
  • EBV-VCA-IgG
  • EBNA-IgG
  • EBV-EA-IgG


Die Kombination dieser Marker ermöglicht eine genauere Einschätzung des Infektionsstatus.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass ein positiver Antikörpernachweis häufig lediglich einen früheren Kontakt mit EBV widerspiegelt. Da die Mehrzahl der Erwachsenen Antikörper gegen EBV besitzt, ist eine isolierte Betrachtung einzelner Werte oft nicht ausreichend.

Zur weiteren Beurteilung werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • CRP
  • Leukozyten
  • Differentialblutbild
  • Immunglobuline
  • CMV-Antikörper
  • Herpes-simplex-Antikörper
  • Zytokinenstatus
  • CD57+ NK-Zellen


Referenzbereich (EBV-Antikörper):

• Negativ

Die Referenzbereiche und die Interpretation sind abhängig vom jeweils bestimmten Antikörper (VCA-IgM, VCA-IgG, EBNA-IgG, EA-IgG) sowie vom verwendeten Testverfahren.

Hinweis: Die Interpretation der EBV-Diagnostik sollte stets anhand des gesamten Antikörperprofils sowie der klinischen Beschwerden erfolgen. Einzelne Antikörperwerte erlauben häufig keine sichere Aussage über eine aktuell aktive Infektion oder eine mögliche Reaktivierung.

Helicobacter pylori im Stuhl

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedeln kann. Es gehört zu den häufigsten bakteriellen Infektionen weltweit und wird mit verschiedenen Erkrankungen des Magens in Verbindung gebracht. Der Nachweis von Helicobacter pylori im Stuhl dient der Feststellung einer aktiven Infektion.

Bei der Untersuchung wird ein spezifisches Antigen des Bakteriums im Stuhl nachgewiesen. Da hierbei Bestandteile des Erregers selbst bestimmt werden, eignet sich der Test besonders zur Erkennung einer aktuell bestehenden Infektion sowie zur Kontrolle des Behandlungserfolgs nach einer Therapie.

Der Nachweis von Helicobacter pylori im Stuhl ist wichtig für:

  • Die Diagnostik einer aktiven Helicobacter-pylori-Infektion
  • Die Abklärung von Magenbeschwerden
  • Die Untersuchung chronischer Magenschleimhautentzündungen
  • Die Verlaufskontrolle nach einer Eradikationstherapie
  • Die Abklärung von wiederkehrenden Oberbauchbeschwerden
  • Die Diagnostik bestimmter Magenerkrankungen


Mögliche Beschwerden bei einer Helicobacter-pylori-Infektion können sein:

  • Magenschmerzen
  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Mundgeruch


Eine länger bestehende Infektion kann unter anderem mit folgenden Erkrankungen in Zusammenhang stehen:

  • Chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür
  • Schleimhautveränderungen des Magens
  • Erhöhtes Risiko bestimmter Magenerkrankungen


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Aussagekraft durch die Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere Protonenpumpenhemmer (Magensäureblocker) und Antibiotika, beeinflusst werden kann.

Zur weiteren Diagnostik werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte oder Untersuchungen durchgeführt:

  • Gastroskopie (Magenspiegelung)
  • Helicobacter-pylori-Antikörper
  • Harnstoff-Atemtest (13C-Atemtest)
  • Calprotectin im Stuhl
  • Zonulin im Stuhl
  • Alpha-1-Antitrypsin im Stuhl
  • Pankreas-Elastase im Stuhl


Referenzbereich (Helicobacter pylori im Stuhl):

• Negativ

Die Bewertung erfolgt anhand des Nachweises von Helicobacter-pylori-Antigenen im Stuhl. Referenzbereiche können je nach Labor und Testverfahren variieren.

Hinweis: Der Nachweis von Helicobacter pylori im Stuhl gilt als zuverlässige Methode zum Nachweis einer aktiven Infektion. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit den Beschwerden, der Krankengeschichte und gegebenenfalls weiteren Untersuchungsbefunden erfolgen.

Antibiogramm

Ein Antibiogramm ist eine mikrobiologische Laboruntersuchung zur Bestimmung der Empfindlichkeit von Bakterien gegenüber verschiedenen Antibiotika. Ziel der Untersuchung ist es, das wirksamste Antibiotikum für die Behandlung einer bakteriellen Infektion zu identifizieren.

Für die Erstellung eines Antibiogramms wird zunächst ein Erreger aus einer Probe, beispielsweise Urin, Wundsekret, Stuhl, Sputum oder Blut, angezüchtet. Anschließend wird untersucht, wie empfindlich oder resistent die nachgewiesenen Bakterien auf verschiedene Antibiotika reagieren.

Das Antibiogramm unterstützt die gezielte Auswahl einer geeigneten Therapie und kann dazu beitragen, unnötige oder unwirksame Antibiotikagaben zu vermeiden.


Ein Antibiogramm ist wichtig für:

  • Die Auswahl eines geeigneten Antibiotikums
  • Die Diagnostik bakterieller Infektionen
  • Die Erkennung von Antibiotikaresistenzen
  • Die Optimierung einer Antibiotikatherapie
  • Die Verlaufskontrolle bei Infektionen
  • Die Vermeidung unnötiger Antibiotikagaben


Mögliche Einsatzgebiete sind:

  • Harnwegsinfektionen
  • Atemwegsinfektionen
  • Wundinfektionen
  • Hautinfektionen
  • Darminfektionen
  • Chronische oder wiederkehrende Infektionen


Im Antibiogramm werden Bakterien in der Regel als:

  • Sensibel (empfindlich)
  • Intermediär (eingeschränkt empfindlich)
  • Resistent (unempfindlich)


gegenüber bestimmten Antibiotika eingestuft.

Der Nachweis resistenter Erreger kann Hinweise darauf geben, dass bestimmte Antibiotika voraussichtlich keine ausreichende Wirkung erzielen werden.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass ein Antibiogramm nur die Empfindlichkeit des nachgewiesenen Erregers gegenüber den getesteten Antibiotika beurteilt. Die Auswahl einer geeigneten Behandlung hängt zusätzlich von der Art der Infektion, dem Erkrankungsort, Begleiterkrankungen und weiteren individuellen Faktoren ab.

Zur weiteren Diagnostik werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • CRP
  • Procalcitonin
  • Leukozyten
  • Differentialblutbild
  • BSG
  • Erregernachweis mittels Kultur

• PCR-Untersuchungen

  • Antikörperdiagnostik


Referenzbereich (Antibiogramm):

• Kein Referenzbereich vorhanden

Die Bewertung erfolgt anhand der Empfindlichkeit oder Resistenz des nachgewiesenen Erregers gegenüber den getesteten Antibiotika.

Hinweis: Ein Antibiogramm dient der gezielten Auswahl einer wirksamen antibiotischen Therapie. Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit dem Erregernachweis, den Beschwerden und dem klinischen Befund erfolgen. Eine Resistenz bedeutet nicht zwangsläufig Therapieversagen, sollte jedoch bei der Behandlungsplanung berücksichtigt werden


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