Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Energiestoffwechsels der Muskulatur. Es entsteht fortlaufend im Körper und wird nahezu ausschließlich über die Nieren ausgeschieden. Daher gehört Kreatinin zu den wichtigsten Laborwerten zur Beurteilung der Nierenfunktion.
Steigt die Konzentration von Kreatinin im Blut an, kann dies darauf hindeuten, dass die Nieren das Kreatinin nicht mehr ausreichend filtern und ausscheiden. Allerdings wird der Wert nicht nur von der Nierenfunktion beeinflusst, sondern auch von Faktoren wie Muskelmasse, Alter, Geschlecht und körperlicher Aktivität.
Erniedrigte Kreatininwerte sind meist von geringerer klinischer Bedeutung und werden häufig bei geringer Muskelmasse, höherem Lebensalter oder während einer Schwangerschaft beobachtet.
Da Kreatinin erst bei einer bereits eingeschränkten Nierenleistung deutlich ansteigen kann, wird der Wert heute häufig gemeinsam mit der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) beurteilt. Die eGFR ermöglicht eine genauere Einschätzung der Nierenfunktion als der Kreatininwert allein.
Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten wie eGFR, Cystatin C, Harnstoff sowie gegebenenfalls Urinuntersuchungen erfolgen.
Hinweis: Ein Kreatininwert im Referenzbereich schließt eine beginnende Einschränkung der Nierenfunktion nicht immer aus. Deshalb wird heute häufig zusätzlich die eGFR berechnet, um Veränderungen der Nierenleistung frühzeitiger erkennen zu können.
Referenzbereiche können je nach Labor, Alter, Muskelmasse und Messverfahren geringfügig abweichen.
Cystatin C ist ein Eiweiß, das von nahezu allen kernhaltigen Körperzellen in gleichbleibender Menge gebildet wird. Es wird über die Nieren aus dem Blut gefiltert und anschließend nahezu vollständig abgebaut. Aufgrund dieser Eigenschaften gilt Cystatin C als empfindlicher Marker zur Beurteilung der Nierenfunktion.
Im Gegensatz zum Kreatinin wird Cystatin C deutlich weniger durch Muskelmasse, Geschlecht oder körperliche Aktivität beeinflusst. Daher kann der Wert insbesondere bei älteren Menschen, sportlich sehr aktiven Personen oder Menschen mit geringer Muskelmasse zusätzliche Informationen liefern.
Erhöhte Cystatin-C-Werte können auf eine eingeschränkte Filtrationsleistung der Nieren hinweisen. Oft lassen sich Veränderungen der Nierenfunktion bereits erkennen, bevor der Kreatininwert auffällig wird.
Aus dem Cystatin-C-Wert kann – ähnlich wie beim Kreatinin – eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) berechnet werden. Diese ermöglicht eine genauere Einschätzung der Nierenleistung.
Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten wie Kreatinin, eGFR, Harnstoff und gegebenenfalls Urinuntersuchungen erfolgen.
Hinweis: Cystatin C gilt als einer der empfindlichsten Laborwerte zur Beurteilung der Nierenfunktion. In bestimmten Situationen kann der Wert eine beginnende Einschränkung der Nierenleistung früher anzeigen als das Kreatinin und dadurch wichtige zusätzliche Informationen liefern.
Referenzbereiche können je nach Labor, Alter und Messverfahren geringfügig abweichen.
Harnstoff ist ein Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Eiweißen entsteht. Er wird in der Leber gebildet und anschließend über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Die Bestimmung des Harnstoffs gehört zu den klassischen Laboruntersuchungen zur Beurteilung von Nierenfunktion und Eiweißstoffwechsel.
Die Konzentration von Harnstoff im Blut wird nicht nur durch die Nierenleistung beeinflusst, sondern auch durch Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und verschiedene Stoffwechselsituationen. Daher sollte der Wert niemals isoliert betrachtet werden.
Da Harnstoff von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, besitzt er eine geringere Aussagekraft für die Nierenfunktion als Kreatinin oder Cystatin C. Dennoch kann der Wert im Zusammenhang mit anderen Laborparametern wichtige Hinweise auf den Stoffwechsel- und Flüssigkeitshaushalt liefern.
Die Beurteilung erfolgt daher meist gemeinsam mit Kreatinin, eGFR, Cystatin C sowie weiteren Laborwerten und dem klinischen Gesamtbild.
Hinweis: Harnstoff ist nicht nur ein Nierenwert. Der Laborparameter spiegelt auch Aspekte des Eiweißstoffwechsels, der Ernährung und des Flüssigkeitshaushalts wider. Deshalb können Veränderungen des Harnstoffs unterschiedliche Ursachen haben und sollten immer im Zusammenhang mit weiteren Befunden bewertet werden.
Referenzbereiche können je nach Labor, Eiweißzufuhr und Messverfahren geringfügig abweichen.
Harnsäure ist ein Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Purinen entsteht. Purine sind natürliche Bestandteile der Körperzellen und kommen zudem in vielen Lebensmitteln vor. Die Harnsäure wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden und in geringerem Umfang über den Darm.
Die Bestimmung der Harnsäure dient vor allem der Beurteilung des Purinstoffwechsels und spielt eine wichtige Rolle bei der Abklärung von Gicht sowie bestimmten Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen.
Bleibt die Harnsäure dauerhaft erhöht, können sich Harnsäurekristalle in Gelenken, Weichteilen oder Nieren ablagern. Dies kann zu schmerzhaften Gichtanfällen oder zur Bildung von Nierensteinen beitragen.
Erniedrigte Harnsäurewerte sind deutlich seltener und meist von geringerer klinischer Bedeutung. Sie können beispielsweise bei bestimmten Stoffwechselstörungen, Lebererkrankungen oder unter speziellen Medikamenten auftreten.
Ein erhöhter Harnsäurewert bedeutet nicht automatisch, dass eine Gicht vorliegt. Viele Menschen haben dauerhaft erhöhte Werte, ohne Beschwerden zu entwickeln. Umgekehrt kann während eines akuten Gichtanfalls die Harnsäure im Blut vorübergehend sogar im Normalbereich liegen.
Die Beurteilung der Harnsäure sollte daher immer im Zusammenhang mit Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten, Nierenfunktion und weiteren Laborwerten erfolgen.
Hinweis: Harnsäure ist nicht nur ein Gichtmarker. Der Laborwert liefert auch Informationen über Stoffwechsel, Ernährung und Nierenfunktion. Eine dauerhaft erhöhte Harnsäure kann ein Hinweis auf Veränderungen des Stoffwechsels sein und sollte im Gesamtkontext bewertet werden.
Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
Der Urinstatus gehört zu den wichtigsten Basisuntersuchungen in der Labordiagnostik. Bereits mit einer einfachen Urinprobe lassen sich wertvolle Hinweise auf die Funktion von Nieren und Harnwegen sowie auf verschiedene Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse gewinnen.
Die Untersuchung erfolgt häufig mithilfe eines Urinteststreifens, der verschiedene Parameter gleichzeitig erfasst. Je nach Fragestellung können zusätzlich mikroskopische Untersuchungen oder weiterführende Analysen durchgeführt werden.
Veränderungen dieser Werte können auf unterschiedliche Ursachen hinweisen. Beispielsweise können Eiweiß im Urin auf eine Nierenfunktionsstörung, Leukozyten und Nitrit auf eine Harnwegsinfektion sowie Glukose auf erhöhte Blutzuckerwerte hinweisen.
Auch Blut im Urin sollte weiter abgeklärt werden, da sowohl harmlose als auch behandlungsbedürftige Ursachen infrage kommen können.
Der Urinstatus eignet sich besonders gut als orientierende Untersuchung, da er schnell, unkompliziert und nicht belastend durchgeführt werden kann. Auffällige Befunde können Anlass für weitere diagnostische Maßnahmen sein.
Die Beurteilung sollte stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Krankengeschichte und weiteren Laborwerten erfolgen.
Hinweis: Der Urinstatus liefert oft wichtige Hinweise, lange bevor Beschwerden auftreten. Deshalb gehört die Urinuntersuchung zu den grundlegenden und zugleich vielseitigsten Untersuchungen in der Labordiagnostik.
Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Urinprobe geringfügig abweichen.
Albumin ist das wichtigste Eiweiß im Blut und wird normalerweise von den Nieren zurückgehalten. Gesunde Nieren verhindern, dass größere Mengen Albumin in den Urin gelangen. Wird Albumin im Urin nachgewiesen, kann dies auf eine erhöhte Durchlässigkeit der Nierenfilter oder eine beginnende Schädigung der Nieren hinweisen.
Besonders geringe Mengen von Albumin im Urin werden als Mikroalbuminurie bezeichnet. Sie können ein frühes Anzeichen für Veränderungen der Nierenfunktion sein und treten häufig auf, bevor Kreatinin oder eGFR auffällig werden.
Vorübergehende Erhöhungen können auch durch intensive körperliche Belastung, Fieber, Infektionen oder andere akute Belastungssituationen verursacht werden.
Zur Beurteilung wird häufig das Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin (Albumin-Kreatinin-Quotient, AKQ) bestimmt. Dieses Verfahren ist aussagekräftiger als eine einzelne Albuminmessung, da es Schwankungen der Urinkonzentration berücksichtigt.
Die Bestimmung von Albumin im Urin spielt insbesondere bei Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck eine wichtige Rolle, da sich frühe Nierenschäden häufig bereits durch geringe Eiweißverluste bemerkbar machen.
Hinweis: Albumin im Urin gilt als empfindlicher Frühmarker für Nierenschäden. Auffällige Werte können auf Veränderungen der Nierenfunktion hinweisen, auch wenn Kreatinin und eGFR noch im Normalbereich liegen. Deshalb ist die Untersuchung besonders für die Früherkennung und Verlaufskontrolle von Nierenerkrankungen von Bedeutung.
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Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
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