Schilddrüse & Antikörper

TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)

TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon), auch Thyreotropin genannt, ist ein Hormon der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Es reguliert die Funktion der Schilddrüse und steuert die Bildung sowie Freisetzung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). TSH gilt als einer der wichtigsten Laborwerte zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion.


TSH ist wichtig für:

  • Die Steuerung der Schilddrüsenfunktion
  • Die Regulation der Bildung von T3 und T4
  • Die Anpassung des Stoffwechsels an den aktuellen Bedarf
  • Die Kontrolle von Wachstum und Energieverbrauch
  • Die Regulation zahlreicher Körperfunktionen über die Schilddrüsenhormone


Die Freisetzung von TSH erfolgt über die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse. Sinken die Konzentrationen von T3 und T4 im Blut, steigt die Ausschüttung von TSH an. Sind die Schilddrüsenhormone ausreichend vorhanden, wird die TSH-Produktion über einen Rückkopplungsmechanismus gehemmt.


Erhöhte TSH-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Jodmangel
  • Nach Schilddrüsenoperationen
  • Nach Radiojodtherapie
  • Bestimmten Medikamenteneinflüssen
  • Subklinischer Hypothyreose


Erniedrigte TSH-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Morbus Basedow
  • Autonomen Schilddrüsenknoten
  • Überdosierung von Schilddrüsenhormonen
  • Bestimmten Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse
  • Selten bei Erkrankungen des Hypothalamus


Mögliche Beschwerden bei erhöhten TSH-Werten entstehen häufig durch eine Schilddrüsenunterfunktion. Dazu können Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Antriebslosigkeit, Verstopfung und Konzentrationsstörungen gehören.

Erniedrigte TSH-Werte können auf eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen. Mögliche Beschwerden sind Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Schwitzen und innere Unruhe.

Bei der Interpretation des TSH-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass TSH sehr empfindlich auf Veränderungen der Schilddrüsenhormone reagiert. Der Wert allein erlaubt jedoch nicht immer eine sichere Diagnose. Deshalb erfolgt die Beurteilung häufig gemeinsam mit freiem T4 (fT4), freiem T3 (fT3) und gegebenenfalls Schilddrüsenantikörpern.


Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Freies T4 (fT4)
  • Freies T3 (fT3)
  • TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
  • TPO-Antikörper (TPO-AK)
  • Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK)
  • Thyreoglobulin
  • Jod

Hinweis: TSH ist das zentrale Steuerhormon der Schilddrüse und einer der wichtigsten Laborwerte zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion. Erhöhte oder erniedrigte Werte können auf eine Schilddrüsenunter- oder Schilddrüsenüberfunktion hinweisen. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit den Schilddrüsenhormonen und gegebenenfalls weiteren Schilddrüsenparametern erfolgen.

Referenzbereich:

  • Erwachsene: ca. 0,27–4,20 mIU/l

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Freies T3 (fT3)

Freies T3 (freies Trijodthyronin) ist die biologisch aktive Form eines der wichtigsten Schilddrüsenhormone. Es reguliert zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper und beeinflusst unter anderem den Energieverbrauch, die Körpertemperatur, die Herzfunktion sowie das Wachstum und die Entwicklung verschiedener Organe. Im Blut liegt nur ein kleiner Teil des T3 ungebunden vor – dieses freie T3 ist hormonell wirksam und wird als fT3 gemessen.


Freies T3 ist wichtig für:

  • Die Regulation des Energie- und Grundumsatzes
  • Die Steuerung zahlreicher Stoffwechselprozesse
  • Die Funktion von Herz und Kreislauf
  • Die Aktivität von Muskeln und Nervensystem
  • Wachstum und Entwicklung
  • Die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur


Der größte Teil des T3 entsteht nicht direkt in der Schilddrüse, sondern durch Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in verschiedenen Geweben des Körpers. Die Produktion und Freisetzung der Schilddrüsenhormone wird über die Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse reguliert und maßgeblich durch das Hormon TSH gesteuert.


Erhöhte fT3-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Morbus Basedow
  • Autonomen Schilddrüsenknoten
  • T3-Hyperthyreose
  • Überdosierung von Schilddrüsenhormonen


Erniedrigte fT3-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Schweren akuten oder chronischen Erkrankungen (Low-T3-Syndrom)
  • Ausgeprägter Mangelernährung
  • Bestimmten Medikamenteneinflüssen
  • Störungen der Umwandlung von T4 zu T3


Mögliche Beschwerden bei erhöhten fT3-Werten entstehen meist durch eine Schilddrüsenüberfunktion. Dazu können Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust, Schwitzen, Zittern und Schlafstörungen gehören. Erniedrigte fT3-Werte können unter anderem Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Konzentrationsstörungen begünstigen.

Bei der Interpretation des fT3-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass dieser häufig gemeinsam mit TSH und freiem T4 beurteilt wird. Einzelne fT3-Werte erlauben oft keine sichere Diagnose. Insbesondere bei schweren Allgemeinerkrankungen kann das fT3 vorübergehend erniedrigt sein, ohne dass eine eigentliche Schilddrüsenerkrankung vorliegt.


Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • TSH
  • Freies T4 (fT4)
  • TPO-Antikörper (TPO-AK)
  • Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK)
  • TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
  • Thyreoglobulin

Hinweis: Freies T3 ist die biologisch aktive Form des Schilddrüsenhormons Trijodthyronin. Der Laborwert hilft bei der Beurteilung von Schilddrüsenüber- und Schilddrüsenunterfunktionen und wird in der Regel gemeinsam mit TSH und freiem T4 interpretiert. Veränderungen können sowohl auf Schilddrüsenerkrankungen als auch auf andere Einflüsse des Stoffwechsels hinweisen.

Referenzbereich:

  • Erwachsene: ca. 2,0–4,4 pg/ml (ca. 3,1–6,8 pmol/l)

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Freies T4 (fT4)

Freies T4 (freies Thyroxin) ist eines der wichtigsten Hormone der Schilddrüse. Es wird in den Schilddrüsenzellen gebildet und ins Blut abgegeben, wo es überwiegend an Transportproteine gebunden vorliegt. Nur der ungebundene Anteil – das freie T4 – ist biologisch verfügbar und wird als fT4 gemessen. Das Hormon dient als Vorstufe des aktiveren Schilddrüsenhormons T3 und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Stoffwechsels.

Freies T4 ist wichtig für:

  • Die Regulation des Energie- und Grundumsatzes
  • Die Steuerung zahlreicher Stoffwechselprozesse
  • Wachstum und Entwicklung
  • Die Funktion von Herz und Kreislauf
  • Die Aktivität von Muskeln und Nervensystem
  • Die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur


Die Produktion von T4 wird über die Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse reguliert. Dabei stimuliert das Hormon TSH aus der Hirnanhangsdrüse die Schilddrüse zur Bildung und Freisetzung von Schilddrüsenhormonen. In verschiedenen Geweben des Körpers wird T4 anschließend bei Bedarf in das biologisch aktivere T3 umgewandelt.

Erhöhte fT4-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Morbus Basedow
  • Autonomen Schilddrüsenknoten
  • Schilddrüsenentzündungen mit Hormonfreisetzung
  • Überdosierung von Schilddrüsenhormonen
  • Selten bei bestimmten hormonellen oder genetischen Störungen


Erniedrigte fT4-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Jodmangel
  • Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse oder des Hypothalamus
  • Nach Operationen oder Radiojodtherapie der Schilddrüse
  • Bestimmten Medikamenteneinflüssen


Mögliche Beschwerden bei erhöhten fT4-Werten entstehen meist durch eine Schilddrüsenüberfunktion. Dazu können Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust, Schwitzen, Zittern und Schlafstörungen gehören. Erniedrigte fT4-Werte können unter anderem Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Verstopfung und Konzentrationsstörungen verursachen.

Bei der Interpretation des fT4-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass er nahezu immer gemeinsam mit TSH und häufig auch mit fT3 beurteilt wird. Einzelne Werte erlauben oft keine sichere Diagnose. Zudem können bestimmte Medikamente oder seltene Störungen der Transportproteine die Messergebnisse beeinflussen.

Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • TSH
  • Freies T3 (fT3)
  • TPO-Antikörper (TPO-AK)
  • Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK)
  • TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
  • Thyreoglobulin


Hinweis: Freies T4 ist die biologisch verfügbare Form des Schilddrüsenhormons Thyroxin und ein zentraler Laborwert zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion. Veränderungen können auf eine Schilddrüsenüber- oder Schilddrüsenunterfunktion hinweisen und sollten stets gemeinsam mit TSH und gegebenenfalls fT3 interpretiert werden.

Referenzbereich:

  • Erwachsene: ca. 0,9–1,7 ng/dl (ca. 12–22 pmol/l)

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

rT3 (Reverse T3)

rT3 (Reverse Trijodthyronin) ist eine biologisch weitgehend inaktive Form des Schilddrüsenhormons T3. Es entsteht durch den Abbau und die Umwandlung von Thyroxin (T4) in verschiedenen Geweben des Körpers. Während das aktive T3 zahlreiche Stoffwechselprozesse stimuliert, besitzt rT3 keine nennenswerte stoffwechselanregende Wirkung. Die Bildung von rT3 ist Teil der normalen Regulation des Schilddrüsenhormonstoffwechsels.

rT3 ist wichtig für:

  • Die Regulation des Schilddrüsenhormonstoffwechsels
  • Das Gleichgewicht zwischen aktivem T3 und inaktivem rT3
  • Die Anpassung des Energieverbrauchs in Belastungs- und Stresssituationen
  • Die Beurteilung bestimmter Störungen der Schilddrüsenhormonumwandlung
  • Die Erforschung komplexer Stoffwechsel- und Hormonregulationen

Die Umwandlung von T4 kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Ein Teil wird in das biologisch aktive T3 umgewandelt, während ein anderer Teil als rT3 entsteht. Faktoren wie schwere Erkrankungen, Stress, Mangelernährung oder bestimmte Medikamente können dieses Gleichgewicht beeinflussen und zu einer vermehrten Bildung von rT3 führen.

Erhöhte rT3-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Schweren akuten oder chronischen Erkrankungen
  • Intensivmedizinischen Krankheitsbildern
  • Low-T3-Syndrom (Non-Thyroidal Illness Syndrome)
  • Längerem Fasten oder Mangelernährung
  • Schwerem körperlichem oder psychischem Stress
  • Bestimmten Medikamenteneinflüssen

Erniedrigte rT3-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Gesteigerter Umwandlung von T4 in aktives T3
  • Bestimmten Formen der Schilddrüsenüberfunktion
  • Selten bei Störungen des Schilddrüsenhormonstoffwechsels

Veränderte rT3-Werte verursachen selbst keine Beschwerden. Die Symptome richten sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung oder Stoffwechselsituation. Erhöhte rT3-Werte werden häufig im Zusammenhang mit schweren Allgemeinerkrankungen beobachtet und gelten eher als Ausdruck einer Anpassungsreaktion des Körpers.

Bei der Interpretation des rT3-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass seine diagnostische Bedeutung in der Routinemedizin begrenzt ist. Die Bestimmung gehört nicht zu den Standarduntersuchungen der Schilddrüsendiagnostik. Die Aussagekraft von rT3 wird in der wissenschaftlichen Literatur teilweise kontrovers diskutiert, weshalb die Ergebnisse stets im klinischen Zusammenhang bewertet werden sollten.

Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • TSH
  • Freies T4 (fT4)
  • Freies T3 (fT3)
  • TPO-Antikörper (TPO-AK)
  • Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK)
  • TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
  • Thyreoglobulin


Hinweis: rT3 ist eine biologisch weitgehend inaktive Form des Schilddrüsenhormons T3. Erhöhte Werte können insbesondere bei schweren Erkrankungen, Stress oder Mangelernährung auftreten. Da die diagnostische Bedeutung von rT3 begrenzt ist, sollte die Interpretation immer gemeinsam mit TSH, fT3, fT4 und dem klinischen Gesamtbild erfolgen.

Referenzbereich:

  • Erwachsene: ca. 9–24 ng/dl (ca. 0,14–0,37 ng/ml)

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

TPO-Antikörper (TPO-AK)

TPO-Antikörper (TPO-AK) sind Autoantikörper, die sich gegen die Thyreoperoxidase (TPO) richten – ein wichtiges Enzym der Schilddrüse. Die Thyreoperoxidase ist an der Bildung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) beteiligt. Das Vorhandensein von TPO-Antikörpern kann auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse hinweisen.


TPO-Antikörper sind wichtig für:

  • Die Diagnostik von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse
  • Die Erkennung einer Hashimoto-Thyreoiditis
  • Die Abklärung von Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Die Beurteilung eines erhöhten Risikos für Schilddrüsenerkrankungen
  • Die Ergänzung der Schilddrüsendiagnostik


Normalerweise greift das Immunsystem körpereigene Strukturen nicht an. Bei Autoimmunerkrankungen können jedoch Antikörper gegen Bestandteile der Schilddrüse gebildet werden. TPO-Antikörper können dabei zu einer chronischen Entzündung und langfristigen Schädigung des Schilddrüsengewebes beitragen.


Erhöhte TPO-Antikörperwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Morbus Basedow
  • Autoimmun bedingter Schilddrüsenentzündung
  • Postpartaler Thyreoiditis
  • Anderen Autoimmunerkrankungen


Erniedrigte beziehungsweise nicht nachweisbare TPO-Antikörper werden in der Regel beobachtet bei:

  • Gesunden Personen
  • Nicht autoimmun bedingten Schilddrüsenerkrankungen
  • Vielen Formen der Schilddrüsenüber- oder Schilddrüsenunterfunktion ohne Autoimmunursache


Veränderte TPO-Antikörperwerte verursachen selbst keine Beschwerden. Die Symptome entstehen durch die zugrunde liegende Schilddrüsenerkrankung. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können beispielsweise Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Konzentrationsstörungen auftreten. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sind unter anderem Herzrasen, Nervosität und Gewichtsverlust möglich.

Bei der Interpretation der TPO-Antikörper sollte berücksichtigt werden, dass erhöhte Werte auf eine Autoimmunreaktion hinweisen, jedoch nicht immer mit einer aktuellen Funktionsstörung der Schilddrüse verbunden sein müssen. Zudem können geringe Antikörperkonzentrationen auch bei beschwerdefreien Personen nachweisbar sein.


Zur Beurteilung von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • TSH
  • Freies T4 (fT4)
  • Freies T3 (fT3)
  • Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK)
  • TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
  • Thyreoglobulin


Hinweis: TPO-Antikörper sind ein wichtiger Marker für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, insbesondere für die Hashimoto-Thyreoiditis. Erhöhte Werte können auf eine immunologische Beteiligung der Schilddrüse hinweisen, sollten jedoch stets gemeinsam mit den Schilddrüsenhormonen und weiteren Antikörpern beurteilt werden.

Referenzbereich:

  • Negativ: < 34 IU/ml

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

TG-Antikörper (Thyreoglobulin-Antikörper)

TG-Antikörper (Thyreoglobulin-Antikörper, TG-AK) sind Autoantikörper, die sich gegen Thyreoglobulin richten. Thyreoglobulin ist ein Eiweiß, das in der Schilddrüse gebildet wird und als Speicher- sowie Vorstufe für die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) dient. Das Vorhandensein von TG-Antikörpern kann auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse hinweisen.

TG-Antikörper sind wichtig für:

  • Die Diagnostik von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse
  • Die Erkennung einer Hashimoto-Thyreoiditis
  • Die Ergänzung der Schilddrüsendiagnostik
  • Die Abklärung von Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Die Beurteilung bestimmter Schilddrüsenerkrankungen


Normalerweise toleriert das Immunsystem körpereigene Strukturen. Bei Autoimmunerkrankungen kann es jedoch zur Bildung von Antikörpern gegen Bestandteile der Schilddrüse kommen. TG-Antikörper richten sich dabei gegen das körpereigene Thyreoglobulin und können auf eine immunologische Reaktion im Schilddrüsengewebe hinweisen.

Erhöhte TG-Antikörperwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Morbus Basedow
  • Chronischer Autoimmunthyreoiditis
  • Postpartaler Thyreoiditis
  • Anderen Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse


Erniedrigte beziehungsweise nicht nachweisbare TG-Antikörper werden in der Regel beobachtet bei:

  • Gesunden Personen
  • Nicht autoimmun bedingten Schilddrüsenerkrankungen
  • Vielen Formen der Schilddrüsenüber- oder Schilddrüsenunterfunktion ohne Autoimmunursache


Veränderte TG-Antikörperwerte verursachen selbst keine Beschwerden. Die Symptome entstehen durch die zugrunde liegende Schilddrüsenerkrankung. Je nach Funktionslage der Schilddrüse können beispielsweise Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Nervosität, Herzrasen oder Gewichtsverlust auftreten.

Bei der Interpretation der TG-Antikörper sollte berücksichtigt werden, dass sie häufig gemeinsam mit TPO-Antikörpern bestimmt werden. Erhöhte Werte sprechen für eine Autoimmunreaktion der Schilddrüse, erlauben jedoch keine Aussage über die aktuelle Funktion der Schilddrüse. Zudem können geringe Antikörpermengen auch bei beschwerdefreien Personen nachweisbar sein.

Zur Beurteilung von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • TSH
  • Freies T4 (fT4)
  • Freies T3 (fT3)
  • TPO-Antikörper (TPO-AK)
  • TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
  • Thyreoglobulin


Hinweis: TG-Antikörper sind Autoantikörper gegen das Schilddrüsenprotein Thyreoglobulin und können auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse hinweisen. Sie werden häufig gemeinsam mit TPO-Antikörpern bestimmt und sollten stets im Zusammenhang mit den Schilddrüsenhormonen sowie weiteren Antikörpern beurteilt werden.

Referenzbereich:

  • Negativ: < 115 IU/ml

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper)

TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) sind Autoantikörper, die sich gegen den TSH-Rezeptor auf den Zellen der Schilddrüse richten. Sie spielen eine wichtige Rolle bei bestimmten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, insbesondere beim Morbus Basedow. Durch ihre Wirkung können sie die Schilddrüse zur vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen anregen und dadurch eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen.

TRAK sind wichtig für:

  • Die Diagnose des Morbus Basedow
  • Die Abgrenzung verschiedener Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion
  • Die Beurteilung der Aktivität einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse
  • Die Verlaufskontrolle bei Morbus Basedow
  • Die Abschätzung des Rückfallrisikos nach einer Therapie


Normalerweise reguliert das Hormon TSH aus der Hirnanhangsdrüse die Produktion der Schilddrüsenhormone. TRAK können an denselben Rezeptor binden und diesen dauerhaft stimulieren. Dadurch wird die Schilddrüse unabhängig vom tatsächlichen Bedarf zur Hormonproduktion angeregt.

Erhöhte TRAK-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Morbus Basedow
  • Rezidiv eines Morbus Basedow
  • Schilddrüsenüberfunktion im Rahmen einer Autoimmunerkrankung
  • Selten bei anderen Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse


Erniedrigte beziehungsweise nicht nachweisbare TRAK-Werte werden in der Regel beobachtet bei:

  • Gesunden Personen
  • Nicht autoimmun bedingten Schilddrüsenerkrankungen
  • Vielen Formen der Schilddrüsenunterfunktion
  • Erfolgreich behandeltem Morbus Basedow


Veränderte TRAK-Werte verursachen selbst keine Beschwerden. Die Symptome entstehen durch die zugrunde liegende Schilddrüsenerkrankung. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion können beispielsweise Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust, Schwitzen, Zittern und Schlafstörungen auftreten. Typisch für den Morbus Basedow können zudem Veränderungen der Augen (endokrine Orbitopathie) sein.

Bei der Interpretation der TRAK-Werte sollte berücksichtigt werden, dass ein positiver Befund stark für einen Morbus Basedow spricht, die Höhe des Wertes jedoch nicht immer direkt mit der Ausprägung der Beschwerden übereinstimmt. Die Bestimmung ist besonders hilfreich bei unklaren Schilddrüsenfunktionsstörungen sowie zur Verlaufskontrolle der Erkrankung.

Zur Beurteilung von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • TSH
  • Freies T4 (fT4)
  • Freies T3 (fT3)
  • TPO-Antikörper (TPO-AK)
  • Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK)
  • Thyreoglobulin


Hinweis: TRAK sind Autoantikörper gegen den TSH-Rezeptor und ein wichtiger Marker für den Morbus Basedow. Erhöhte Werte sprechen häufig für eine autoimmune Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit den Schilddrüsenhormonen und weiteren Antikörpern erfolgen.

Referenzbereich:

  • Negativ: < 1,75 IU/l

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Thyreoglobulin

Thyreoglobulin (Tg) ist ein Eiweiß, das ausschließlich von den Zellen der Schilddrüse gebildet wird. Es dient als Speicher- und Vorstufe für die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Die Bestimmung von Thyreoglobulin kann wichtige Informationen über das Vorhandensein und die Aktivität von Schilddrüsengewebe liefern.

In der Schilddrüse wird Thyreoglobulin in den Schilddrüsenfollikeln gespeichert und bei Bedarf zur Bildung der Schilddrüsenhormone genutzt. Geringe Mengen gelangen dabei auch in den Blutkreislauf.

Die Bestimmung von Thyreoglobulin spielt insbesondere in der Nachsorge von Schilddrüsenkrebserkrankungen eine wichtige Rolle. Nach einer vollständigen Entfernung der Schilddrüse und gegebenenfalls einer Radiojodtherapie sollte Thyreoglobulin nur noch in sehr geringen Mengen oder gar nicht mehr nachweisbar sein.

Die Bestimmung von Thyreoglobulin ist wichtig für:

  • Die Nachsorge von Schilddrüsenkrebs
  • Die Beurteilung von verbliebenem Schilddrüsengewebe
  • Die Kontrolle nach Schilddrüsenoperationen
  • Die Verlaufskontrolle nach Radiojodtherapie
  • Die ergänzende Schilddrüsendiagnostik
  • Die Beurteilung bestimmter Schilddrüsenerkrankungen


Erhöhte Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Vergrößerung der Schilddrüse (Struma)
  • Schilddrüsenentzündungen
  • Gutartigen Schilddrüsenerkrankungen
  • Schilddrüsenknoten
  • Schilddrüsenkrebs
  • Verbliebenem Schilddrüsengewebe nach Operation


Erniedrigte oder nicht nachweisbare Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Vollständiger Entfernung der Schilddrüse
  • Erfolgreicher Radiojodtherapie
  • Fehlendem Schilddrüsengewebe


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass Thyreoglobulin-Antikörper (Tg-AK) die Messung beeinflussen können. Deshalb werden häufig beide Parameter gemeinsam bestimmt.

Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • TSH
  • Freies T3 (fT3)
  • Freies T4 (fT4)
  • Thyreoglobulin-Antikörper (Tg-AK)
  • TPO-Antikörper
  • TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
  • Calcitonin


Referenzbereich (Thyreoglobulin):

• Laborabhängig

Die Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode, Schilddrüsenstatus und Vorliegen von Schilddrüsengewebe variieren.

Hinweis: Thyreoglobulin ist ein wichtiger Marker in der Nachsorge von Schilddrüsenkrebserkrankungen. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit dem klinischen Befund, bildgebenden Untersuchungen sowie den Thyreoglobulin-Antikörpern erfolgen. Bei Vorliegen von Tg-Antikörpern kann die Aussagekraft des Thyreoglobulinwertes eingeschränkt sein.

Jod im Serum

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper für die Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt. Diese Hormone steuern zahlreiche Stoffwechselprozesse und beeinflussen unter anderem Wachstum, Entwicklung, Energieverbrauch und die Funktion vieler Organe. Da der menschliche Körper Jod nicht selbst herstellen kann, muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.

Jod ist wichtig für:

  • Die Bildung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3)
  • Die Regulation des Stoffwechsels
  • Wachstum und körperliche Entwicklung
  • Die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem
  • Die Funktion von Herz, Muskeln und vielen weiteren Organen
  • Die Aufrechterhaltung einer normalen Schilddrüsenfunktion


Das aufgenommene Jod wird hauptsächlich über den Darm aufgenommen und zur Schilddrüse transportiert. Dort dient es als Baustein für die Produktion der Schilddrüsenhormone. Überschüssiges Jod wird überwiegend über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.

Erhöhte Jodwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Übermäßiger Jodzufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel
  • Verwendung jodhaltiger Medikamente
  • Anwendung jodhaltiger Kontrastmittel
  • Bestimmten Schilddrüsenerkrankungen
  • Selten bei beruflicher oder umweltbedingter Exposition


Erniedrigte Jodwerte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Jodzufuhr über die Ernährung
  • Einseitiger Ernährung
  • Erhöhtem Jodbedarf, beispielsweise in Schwangerschaft und Stillzeit
  • Bestimmten Resorptionsstörungen des Darms
  • Langfristiger Vermeidung jodhaltiger Lebensmittel


Mögliche Beschwerden bei einem Jodmangel entstehen vor allem durch eine verminderte Bildung von Schilddrüsenhormonen. Dazu können Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Konzentrationsstörungen und eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) gehören. Eine übermäßige Jodzufuhr kann bei empfindlichen Personen ebenfalls zu Störungen der Schilddrüsenfunktion führen.

Bei der Interpretation von Jodwerten sollte berücksichtigt werden, dass die Jodaufnahme täglich schwanken kann. Daher eignet sich eine einzelne Blut- oder Urinmessung nur eingeschränkt zur Beurteilung der langfristigen Jodversorgung. Häufig erfolgt die Einschätzung anhand der Jodausscheidung im Urin in Kombination mit weiteren Schilddrüsenparametern.

Zur Beurteilung des Jod- und Schilddrüsenstoffwechsels werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • TSH
  • Freies T4 (fT4)
  • Freies T3 (fT3)
  • Thyreoglobulin
  • TPO-Antikörper
  • TG-Antikörper
  • TRAK


Hinweis: Jod ist ein unverzichtbarer Baustein der Schilddrüsenhormone. Eine unzureichende oder übermäßige Jodversorgung kann die Schilddrüsenfunktion beeinflussen und langfristig gesundheitliche Folgen haben. Die Beurteilung sollte daher stets im Zusammenhang mit weiteren Schilddrüsenwerten erfolgen

Referenzbereich:

  • Erwachsene: ca. 40–80 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und Probenmaterial geringfügig abweichen.

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