Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Es gehört zur Gruppe der Glukokortikoide und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation von Stressreaktionen, Stoffwechselprozessen und Entzündungsvorgängen.
Die Ausschüttung von Cortisol wird über die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse) gesteuert. Unter körperlicher oder psychischer Belastung steigt die Cortisolproduktion an, um dem Körper zusätzliche Energie bereitzustellen und die Anpassungsfähigkeit an Stress zu unterstützen.
Cortisol unterliegt einem natürlichen Tagesrhythmus. Die höchsten Werte werden in den frühen Morgenstunden erreicht, während die Konzentration im Laufe des Tages kontinuierlich abnimmt.
Die Bestimmung von Cortisol kann im Blut, Speichel oder Urin erfolgen. Je nach Fragestellung können Einzelmessungen oder Tagesprofile sinnvoll sein, um den natürlichen Rhythmus des Hormons zu beurteilen.
Hinweis: Cortisol wird häufig als „Stresshormon“ bezeichnet. Tatsächlich erfüllt es jedoch zahlreiche lebenswichtige Aufgaben im Körper. Die Interpretation von Cortisolwerten sollte immer den Tagesrhythmus, die individuelle Belastungssituation und weitere hormonelle Zusammenhänge berücksichtigen
• Morgens (ca. 6–10 Uhr): 5–25 µg/dl (138–690 nmol/l)
• Mittags: 3–15 µg/dl (83–414 nmol/l)
• Abends: 2–10 µg/dl (55–276 nmol/l)
Referenzbereiche können je nach Tageszeit, Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.
DHEA-S (Dehydroepiandrosteronsulfat) ist die sulfatisierte Speicherform des Hormons DHEA und wird überwiegend in der Nebennierenrinde gebildet. Es dient als Vorstufe für die Bildung männlicher und weiblicher Geschlechtshormone wie Testosteron und Östrogene. Aufgrund seiner höheren Stabilität im Blut wird DHEA-S deutlich häufiger bestimmt als freies DHEA.
Die Konzentration von DHEA-S erreicht meist im jungen Erwachsenenalter ihren Höhepunkt und nimmt anschließend mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab. Daher spielt das Alter bei der Interpretation der Werte eine wichtige Rolle.
Bei der Interpretation des DHEA-S-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass Alter und Geschlecht einen erheblichen Einfluss auf die Referenzbereiche haben. Die Bewertung erfolgt daher stets anhand alters- und geschlechtsspezifischer Normwerte.
• Alters- und geschlechtsabhängig
Referenzbereiche können je nach Alter, Geschlecht, Labor und Messverfahren erheblich variieren.
Hinweis: DHEA-S ist die wichtigste Speicherform von DHEA und ein bedeutender Marker der Nebennierenfunktion. Die Interpretation sollte stets anhand alters- und geschlechtsspezifischer Referenzbereiche sowie im Zusammenhang mit weiteren Hormonwerten erfolgen.
Coenzym Q10, auch Ubiquinon genannt, ist eine körpereigene Substanz, die in nahezu allen Zellen vorkommt. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in Organen mit einem hohen Energiebedarf, darunter Herz, Muskulatur, Leber und Nieren.
Coenzym Q10 spielt eine zentrale Rolle in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen. Dort ist es an der Energiegewinnung beteiligt und unterstützt die Bildung von Adenosintriphosphat (ATP), dem wichtigsten Energieträger des Körpers.
Die körpereigene Produktion von Coenzym Q10 kann mit zunehmendem Alter abnehmen. Darüber hinaus können bestimmte Erkrankungen, erhöhte Belastungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente zu niedrigeren Spiegeln beitragen.
Da Coenzym Q10 sowohl für die Energieproduktion als auch für den antioxidativen Schutz der Zellen wichtig ist, wird der Laborwert häufig im Rahmen einer erweiterten Stoffwechsel- und Präventionsdiagnostik bestimmt.
Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Lebensstil, Medikamenteneinnahme und weiteren Laborwerten erfolgen.
Hinweis: Coenzym Q10 ist ein wichtiger Baustein der zellulären Energiegewinnung. Der Laborwert kann Hinweise auf die Energieversorgung der Zellen, die mitochondriale Funktion und die Belastung durch oxidativen Stress liefern. Besonders Herzmuskel- und Nervenzellen sind auf eine ausreichende Versorgung mit Coenzym Q10 angewiesen
• 0,5–1,7 mg/l
Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.
Das ATP-Profil ist eine Laboruntersuchung zur Beurteilung der zellulären Energieversorgung. ATP steht für Adenosintriphosphat und gilt als der wichtigste Energieträger des menschlichen Körpers. Nahezu alle biologischen Prozesse – von Muskelbewegungen über Nervenfunktionen bis hin zu Stoffwechselvorgängen – sind auf eine ausreichende ATP-Produktion angewiesen.
ATP wird überwiegend in den Mitochondrien gebildet, den sogenannten „Kraftwerken“ der Zellen. Das ATP-Profil soll Hinweise darauf geben, wie gut die Energiegewinnung auf zellulärer Ebene funktioniert und ob die Energiereserven ausreichend zur Verfügung stehen.
Veränderungen im ATP-Profil können auf eine eingeschränkte Energieproduktion oder eine erhöhte Belastung der Mitochondrien hinweisen. Mögliche Einflussfaktoren sind unter anderem Nährstoffmängel, oxidativer Stress, chronische Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder langanhaltende körperliche und psychische Belastungen.
Da die Energiegewinnung von zahlreichen Faktoren abhängt, sollte die Interpretation eines ATP-Profils immer im Zusammenhang mit Beschwerden, Lebensstil, Ernährungsstatus und weiteren Laborwerten erfolgen.
Hinweis: Das ATP-Profil ermöglicht einen Einblick in die zelluläre Energieversorgung und die Funktion der Mitochondrien. Die Untersuchung kann Hinweise auf Störungen der Energieproduktion liefern und wird häufig im Rahmen einer erweiterten Stoffwechsel- und Erschöpfungsdiagnostik eingesetzt.
• Referenzbereiche sind abhängig vom untersuchten Parameter und Testverfahren.
Referenzbereiche können je nach Labor, Messmethode und ausgewerteten ATP-Parametern erheblich variieren.
Hinweis: Das ATP-Profil dient der Beurteilung der zellulären Energieversorgung und der mitochondrialen Funktion. Da unterschiedliche Labore verschiedene Messverfahren und Auswertungsmodelle verwenden, existieren keine allgemein gültigen Referenzbereiche. Die Interpretation sollte stets anhand der vom jeweiligen Labor angegebenen Referenzwerte sowie im Zusammenhang mit Beschwerden und weiteren Befunden erfolgen.
Glutathion ist eines der wichtigsten körpereigenen Antioxidantien und wird häufig als „Master-Antioxidans“ bezeichnet. Es besteht aus den drei Aminosäuren Glutaminsäure, Cystein und Glycin und kommt in nahezu allen Körperzellen vor. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in der Leber, die eine zentrale Rolle bei Entgiftungs- und Stoffwechselprozessen spielt.
Eine der wichtigsten Aufgaben von Glutathion besteht darin, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Dabei hilft es, freie Radikale und andere reaktive Sauerstoffverbindungen zu neutralisieren, die Zellstrukturen schädigen können.
Da Glutathion eine zentrale Rolle im antioxidativen Schutzsystem spielt, wird der Laborwert häufig im Rahmen einer erweiterten Stoffwechsel-, Umwelt- und Präventionsdiagnostik bestimmt.
Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Lebensstil, Ernährungsstatus und weiteren Laborwerten erfolgen. Dabei kann auch das Verhältnis zwischen reduziertem (aktivem) und oxidiertem Glutathion von Bedeutung sein.
Hinweis: Glutathion zählt zu den wichtigsten Schutzsystemen des Körpers gegen oxidativen Stress. Der Laborwert kann Hinweise auf die antioxidative Kapazität, die Entgiftungsleistung und die zelluläre Belastung liefern. Besonders für die Gesundheit der Mitochondrien und die Energieproduktion spielt Glutathion eine wichtige Rolle.
• Reduziertes Glutathion (GSH) im Vollblut: ca. 800–1.200 µmol/l
Referenzbereiche können je nach Untersuchungsmaterial, Labor und Messverfahren erheblich variieren.
Melatonin ist ein Hormon, das überwiegend in der Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn gebildet wird. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus und wird daher häufig als „Schlafhormon“ bezeichnet.
Die Produktion von Melatonin wird durch Licht und Dunkelheit beeinflusst. Mit Einbruch der Dunkelheit steigt die Melatonin-Ausschüttung an und signalisiert dem Körper, dass es Zeit für Ruhe und Schlaf ist. Am Morgen nimmt die Produktion wieder ab, wodurch Wachheit und Aktivität gefördert werden.
Ein gestörter Melatoninrhythmus kann sich beispielsweise durch Einschlafprobleme, häufiges nächtliches Erwachen, nicht erholsamen Schlaf oder Tagesmüdigkeit bemerkbar machen.
Die Bestimmung von Melatonin erfolgt je nach Fragestellung im Speichel, Blut oder Urin. Häufig werden Tagesprofile erstellt, um den natürlichen Rhythmus der Melatoninproduktion zu beurteilen.
Da Schlaf, Stress, Lichtverhältnisse und Lebensstil die Melatoninproduktion beeinflussen können, sollte die Interpretation stets im Zusammenhang mit den individuellen Beschwerden und weiteren Untersuchungsbefunden erfolgen.
Hinweis: Melatonin ist weit mehr als ein Schlafhormon. Es wirkt als wichtiger Taktgeber des biologischen Rhythmus und beeinflusst Schlafqualität, Regeneration und zahlreiche Stoffwechselprozesse. Eine gestörte Melatoninproduktion kann sich auf Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit auswirken.
• Nachts: ca. 10–80 pg/ml
• Tagsüber: meist unter 10 pg/ml
Referenzbereiche können je nach Tageszeit, Alter, Labor und Messverfahren erheblich variieren.
Die totale antioxidative Kapazität (TAS) beschreibt die Fähigkeit des Körpers, freie Radikale und andere oxidierende Substanzen zu neutralisieren. Sie gibt einen Überblick über die gesamte antioxidative Schutzleistung des Organismus und berücksichtigt das Zusammenwirken verschiedener antioxidativer Systeme.
Antioxidantien schützen Zellen, Gewebe und Erbsubstanz vor Schäden durch oxidativen Stress. Zu den wichtigsten körpereigenen und über die Nahrung aufgenommenen Antioxidantien gehören unter anderem Glutathion, Vitamin C, Vitamin E, Coenzym Q10, Selen und verschiedene Pflanzenstoffe.
Die Bestimmung der totalen antioxidativen Kapazität dient der Einschätzung der antioxidativen Abwehrkräfte des Körpers und wird häufig im Rahmen präventiver, funktioneller und orthomolekularer Diagnostik eingesetzt.
Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die totale antioxidative Kapazität lediglich einen Summenparameter darstellt und keine Aussage über einzelne antioxidative Schutzsysteme zulässt.
• Laborabhängig
Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Einheit erheblich variieren.
Hinweis: Die totale antioxidative Kapazität dient der Beurteilung der gesamten antioxidativen Schutzleistung des Organismus. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit Parametern des oxidativen Stresses und dem klinischen Befund erfolgen.
Nitrotyrosin ist ein Laborparameter zur Beurteilung von nitrosativem Stress im Körper. Es entsteht, wenn die Aminosäure Tyrosin durch reaktive Stickstoffverbindungen, insbesondere Peroxynitrit, chemisch verändert wird. Nitrotyrosin gilt daher als wichtiger Marker für die Belastung von Zellen und Geweben durch nitrosative Prozesse.
Nitrosativer Stress entsteht, wenn vermehrt Stickstoffmonoxid (NO) und reaktive Stickstoffverbindungen gebildet werden und die körpereigenen Schutzmechanismen nicht mehr ausreichen, um diese zu neutralisieren. Dadurch können Zellstrukturen, Mitochondrien, Enzyme und die Energiegewinnung beeinträchtigt werden.
Die Bestimmung von Nitrotyrosin wird häufig im Rahmen funktioneller, präventiver und orthomolekularer Diagnostik eingesetzt.
Erniedrigte Werte gelten in der Regel als Hinweis auf eine geringe Belastung durch reaktive Stickstoffverbindungen und eine gute Regulation des nitrosativen Stoffwechsels.
Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass Nitrotyrosin nur einen Teil des komplexen oxidativen und nitrosativen Stoffwechsels abbildet und stets im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten beurteilt werden sollte.
• Laborabhängig
Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Einheit erheblich variieren.
Hinweis: Nitrotyrosin ist ein Marker für nitrosativen Stress und kann Hinweise auf eine erhöhte Belastung durch reaktive Stickstoffverbindungen geben. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit weiteren Parametern des oxidativen und nitrosativen Stoffwechsels sowie dem klinischen Befund erfolgen.
Malondialdehyd (MDA) ist ein Laborparameter zur Beurteilung von oxidativem Stress. Es entsteht als Abbauprodukt bei der Schädigung von Fettsäuren in Zellmembranen durch freie Radikale und gilt als Marker für die sogenannte Lipidperoxidation.
Oxidativer Stress entsteht, wenn die Bildung freier Radikale die körpereigenen antioxidativen Schutzmechanismen übersteigt. Dadurch können Zellmembranen, Proteine und andere Zellbestandteile geschädigt werden. Malondialdehyd ermöglicht eine Einschätzung des Ausmaßes dieser Prozesse.
Die Bestimmung von Malondialdehyd wird häufig in der Präventionsmedizin, Umweltmedizin und funktionellen Labordiagnostik eingesetzt, um Hinweise auf eine erhöhte oxidative Belastung zu erhalten.
Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass Malondialdehyd ein unspezifischer Marker für oxidativen Stress ist. Erhöhte Werte erlauben keine Aussage über die Ursache der Belastung und sollten stets gemeinsam mit weiteren Laborparametern bewertet werden.
• Laborabhängig
Die Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Untersuchungsmaterial variieren.
Hinweis: Malondialdehyd ist ein etablierter Marker für Lipidperoxidation und oxidativen Stress. Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit weiteren Parametern des oxidativen und antioxidativen Systems sowie dem klinischen Befund erfolgen.
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