Umwelt & Toxine

Blei im Vollblut

Blei ist ein Schwermetall, das im menschlichen Körper keine bekannte biologische Funktion besitzt. Bereits geringe Mengen können sich nachteilig auf verschiedene Organsysteme auswirken. Die Bestimmung von Blei im Vollblut dient der Beurteilung einer aktuellen oder zurückliegenden Belastung und wird insbesondere in der Umweltmedizin sowie bei Verdacht auf eine erhöhte Exposition eingesetzt.

Blei kann über die Atemwege, die Nahrung, Trinkwasser oder den Kontakt mit belasteten Materialien aufgenommen werden. Obwohl die Belastung der Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist, können weiterhin relevante Expositionsquellen bestehen.

Die Bestimmung von Blei im Vollblut ist wichtig für:

  • Die Beurteilung einer Bleibelastung
  • Die umweltmedizinische Diagnostik
  • Die Abklärung chronischer Belastungen
  • Die Beurteilung beruflicher Expositionen
  • Die Präventionsmedizin
  • Die Verlaufskontrolle bei bekannten Belastungen


Erhöhte Bleikonzentrationen können unter anderem auftreten bei:

  • Beruflichem Kontakt mit Blei
  • Belastetem Trinkwasser
  • Alten Wasserleitungen
  • Industrie- und Umweltbelastungen
  • Renovierungsarbeiten in Altbauten
  • Belasteten Farben oder Lacken
  • Kontaminierten Lebensmitteln


Mögliche Beschwerden bei einer erhöhten Bleibelastung können sein:


Bei langfristiger Belastung können unter anderem das Nervensystem, die Blutbildung, die Nierenfunktion sowie das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt werden.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass Blei sich im Körper teilweise über Jahre im Knochengewebe anreichern kann. Die Konzentration im Vollblut spiegelt daher vor allem die aktuelle beziehungsweise kürzlich erfolgte Belastung wider.

Zur Beurteilung umweltmedizinischer Belastungen werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Quecksilber im Vollblut
  • Cadmium im Vollblut
  • Arsen im Urin
  • Aluminium im Serum
  • Nickel im Vollblut
  • Kupfer
  • Zink
  • Selen

Referenzbereich (Blei im Vollblut):

• < 30 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Bevölkerungsgruppe geringfügig abweichen.

Hinweis: Erhöhte Bleiwerte sollten stets im Zusammenhang mit möglichen Expositionsquellen, dem klinischen Befund und weiteren umweltmedizinischen Untersuchungen beurteilt werden. Eine langfristige Belastung kann auch bei nur moderat erhöhten Konzentrationen gesundheitliche Auswirkungen haben.

Cadmium im Vollblut

Cadmium ist ein Schwermetall, das im menschlichen Körper keine bekannte biologische Funktion besitzt. Es kann sich über viele Jahre im Organismus anreichern und insbesondere die Nieren, Knochen und das Herz-Kreislauf-System belasten. Die Bestimmung von Cadmium im Vollblut dient der Beurteilung einer aktuellen oder längerfristigen Belastung und wird häufig in der Umweltmedizin eingesetzt.

Cadmium gelangt vor allem über die Nahrung, Tabakrauch sowie bestimmte berufliche oder umweltbedingte Belastungen in den Körper. Aufgrund seiner langen biologischen Halbwertszeit kann sich Cadmium über Jahrzehnte im Gewebe anreichern.


Die Bestimmung von Cadmium im Vollblut ist wichtig für:

  • Die Beurteilung einer Cadmiumbelastung
  • Die umweltmedizinische Diagnostik
  • Die Abklärung chronischer Belastungen
  • Die Beurteilung beruflicher Expositionen
  • Die Präventionsmedizin
  • Die Verlaufskontrolle bekannter Belastungen


Erhöhte Cadmiumkonzentrationen können unter anderem auftreten bei:

  • Rauchen
  • Passivrauchen
  • Beruflichem Kontakt mit Cadmium
  • Industrie- und Umweltbelastungen
  • Aufnahme über belastete Lebensmittel
  • Belasteten Böden und Pflanzen
  • Langjähriger Exposition gegenüber cadmiumhaltigen Materialien


Mögliche Beschwerden bei einer erhöhten Cadmiumbelastung können sein:


Bei langfristiger Belastung kann Cadmium insbesondere die Nierenfunktion beeinträchtigen und zu Störungen des Mineral- und Knochenstoffwechsels beitragen.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass Cadmium über viele Jahre im Körper gespeichert werden kann. Raucher weisen häufig deutlich höhere Werte auf als Nichtraucher.

Zur Beurteilung umweltmedizinischer Belastungen werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Blei im Vollblut
  • Quecksilber im Vollblut
  • Aluminium im Serum
  • Arsen im Urin
  • Nickel im Vollblut
  • Zink
  • Selen
  • Glutathion


Referenzbereich (Cadmium im Vollblut):

• < 1,0 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode, Alter und Rauchstatus geringfügig abweichen.

Hinweis: Erhöhte Cadmiumwerte sollten stets im Zusammenhang mit möglichen Expositionsquellen, insbesondere Rauchen und beruflichen Belastungen, sowie dem klinischen Befund beurteilt werden. Eine langfristige Cadmiumbelastung kann gesundheitliche Auswirkungen haben, auch wenn zunächst keine Beschwerden bestehen.

Quecksilber im Vollblut

Quecksilber ist ein Schwermetall, das im menschlichen Körper keine bekannte biologische Funktion besitzt. Die Bestimmung von Quecksilber im Vollblut dient der Beurteilung einer aktuellen oder zurückliegenden Belastung und wird insbesondere in der Umweltmedizin sowie bei Verdacht auf eine erhöhte Exposition eingesetzt.

Quecksilber kann in unterschiedlichen chemischen Formen vorkommen. Die Aufnahme erfolgt vor allem über bestimmte Fischarten und Meeresfrüchte, berufliche Expositionen sowie verschiedene Umweltquellen. Nach der Aufnahme kann sich Quecksilber in verschiedenen Organen und Geweben verteilen.

Die Bestimmung von Quecksilber im Vollblut ist wichtig für:

  • Die Beurteilung einer Quecksilberbelastung
  • Die umweltmedizinische Diagnostik
  • Die Abklärung chronischer Belastungen
  • Die Beurteilung beruflicher Expositionen
  • Die Präventionsmedizin
  • Die Verlaufskontrolle bekannter Belastungen


Erhöhte Quecksilberkonzentrationen können unter anderem auftreten bei:

  • Häufigem Verzehr großer Raubfische
  • Aufnahme belasteter Meeresfrüchte
  • Beruflichem Kontakt mit Quecksilber
  • Industrie- und Umweltbelastungen
  • Belastungen durch bestimmte technische Anwendungen
  • Exposition gegenüber quecksilberhaltigen Materialien


Mögliche Beschwerden bei einer erhöhten Quecksilberbelastung können sein:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität
  • Gedächtnisstörungen
  • Schlafstörungen
  • Kribbelgefühle oder Missempfindungen
  • Verminderte Leistungsfähigkeit


Bei langfristiger Belastung können insbesondere das Nervensystem, die Nierenfunktion und verschiedene Stoffwechselprozesse beeinträchtigt werden.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Quecksilberkonzentration im Vollblut vor allem die aktuelle beziehungsweise kürzlich erfolgte Belastung widerspiegelt. Die Werte können durch Ernährungsgewohnheiten, insbesondere den Fischkonsum, deutlich beeinflusst werden.

Zur Beurteilung umweltmedizinischer Belastungen werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Blei im Vollblut
  • Cadmium im Vollblut
  • Aluminium im Serum
  • Arsen im Urin
  • Nickel im Vollblut
  • Glutathion
  • Totale Antioxidative Kapazität (TAS)
  • Nitrotyrosin


Referenzbereich (Quecksilber im Vollblut):

• < 5,0 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Bevölkerungsgruppe geringfügig abweichen.

Hinweis: Erhöhte Quecksilberwerte sollten stets im Zusammenhang mit möglichen Expositionsquellen, Ernährungsgewohnheiten und dem klinischen Befund beurteilt werden. Die Bestimmung im Vollblut eignet sich insbesondere zur Beurteilung aktueller Belastungen.

Molybdän im Vollblut

Molybdän ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper nur in sehr geringen Mengen benötigt. Es ist Bestandteil verschiedener Enzyme und spielt eine wichtige Rolle bei Stoffwechselprozessen, der Entgiftung sowie dem Abbau schwefelhaltiger Verbindungen.

Molybdän wird über die Nahrung aufgenommen und ist unter anderem in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und einigen Gemüsesorten enthalten. Ein Mangel ist selten, kann jedoch bei unausgewogener Ernährung oder bestimmten Resorptionsstörungen auftreten.

Die Bestimmung von Molybdän im Vollblut dient der Beurteilung der Versorgung mit diesem Spurenelement und wird häufig im Rahmen der Mikronährstoff- und Umweltmedizin durchgeführt.


Molybdän ist wichtig für:

  • Die Aktivität verschiedener Enzyme
  • Den Schwefelstoffwechsel
  • Die Entgiftung von Sulfiten
  • Den Purinstoffwechsel
  • Die Umwandlung von Harnsäure
  • Die Mikronährstoffdiagnostik


Erhöhte Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Erhöhter Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel
  • Beruflicher Exposition
  • Umweltbedingter Belastung
  • Übermäßiger Aufnahme molybdänreicher Präparate


Erniedrigte Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Zufuhr
  • Einseitiger Ernährung
  • Resorptionsstörungen
  • Chronischen Darmerkrankungen
  • Erhöhtem Mikronährstoffbedarf


Mögliche Beschwerden bei einer unzureichenden Versorgung können sein:

  • Verminderte Belastbarkeit
  • Störungen des Schwefelstoffwechsels
  • Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sulfiten
  • Unspezifische Stoffwechselstörungen

Da ein Molybdänmangel selten ist, stehen meist funktionelle Stoffwechselaspekte und die Beurteilung der Mikronährstoffversorgung im Vordergrund.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Molybdänkonzentration durch Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel und individuelle Stoffwechselbedingungen beeinflusst werden kann.


Zur Beurteilung des Spurenelementstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Zink
  • Selen
  • Kupfer
  • Mangan
  • Chrom
  • Lithium
  • Magnesium
  • Glutathion


Referenzbereich (Molybdän im Vollblut):

• 0,3–1,5 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Messverfahren geringfügig abweichen.


Hinweis: Molybdän ist ein essentielles Spurenelement mit Bedeutung für verschiedene Enzymsysteme und Entgiftungsprozesse. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit weiteren Mikronährstoffparametern und dem klinischen Befund erfolgen.


Schwermetalle im Urin

Die Untersuchung von Schwermetallen im Urin dient der Beurteilung einer Belastung des Körpers mit potenziell gesundheitsschädlichen Metallen. Zu den häufig untersuchten Schwermetallen gehören unter anderem Quecksilber, Blei, Cadmium, Arsen und Nickel.

Schwermetalle können über die Nahrung, Trinkwasser, Umweltbelastungen, berufliche Expositionen oder andere Quellen in den Organismus gelangen. Einige dieser Metalle können sich im Körper anreichern und verschiedene Stoffwechselprozesse beeinflussen.

Die Urinuntersuchung ermöglicht die Beurteilung der Ausscheidung bestimmter Metalle und wird häufig im Rahmen der Umweltmedizin sowie bei Verdacht auf eine erhöhte Belastung eingesetzt.

Die Bestimmung von Schwermetallen im Urin ist wichtig für:

  • Die umweltmedizinische Diagnostik
  • Die Beurteilung von Metallbelastungen
  • Die Abklärung chronischer Beschwerden unklarer Ursache
  • Die Untersuchung möglicher Umweltbelastungen
  • Die Verlaufskontrolle bekannter Belastungen
  • Die Präventionsmedizin


Erhöhte Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Beruflicher Exposition gegenüber Metallen
  • Umweltbelastungen
  • Belastetem Trinkwasser
  • Aufnahme über Lebensmittel
  • Kontakt mit metallhaltigen Materialien
  • Tabakkonsum
  • Langjähriger Schadstoffbelastung


Mögliche Beschwerden bei erhöhter Schwermetallbelastung können sein:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Neurologische Beschwerden
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Unspezifische chronische Beschwerden


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Ausscheidung von Schwermetallen von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Die Urinkonzentration spiegelt häufig die aktuelle Ausscheidung wider und erlaubt nicht immer eine direkte Aussage über die gesamte im Körper gespeicherte Belastung.

Je nach Fragestellung kann die Untersuchung als Spontanurin, Sammelurin oder nach speziellen Mobilisationstests erfolgen.

Zur Beurteilung umweltmedizinischer Belastungen werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Quecksilber im Vollblut
  • Blei im Vollblut
  • Cadmium im Vollblut
  • Aluminium im Serum
  • Nickel im Vollblut
  • Glutathion
  • Totale Antioxidative Kapazität (TAS)
  • Nitrotyrosin


Referenzbereich (Schwermetalle im Urin):

• Laborabhängig

Die Referenzbereiche variieren je nach untersuchtetem Metall, Untersuchungsmaterial, Sammelverfahren und Messmethode.

Hinweis: Die Untersuchung von Schwermetallen im Urin dient der Beurteilung einer möglichen Metallbelastung. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit möglichen Expositionsquellen, dem klinischen Befund und gegebenenfalls weiteren umweltmedizinischen Untersuchungen erfolgt

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