Vitamine & Mikronährstoffe

Vitamin B12 (Cobalamin)

Vitamin B12, auch Cobalamin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin, das für zahlreiche wichtige Funktionen im Körper benötigt wird. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Blutbildung, der Funktion des Nervensystems sowie der Zellteilung. Da der menschliche Körper Vitamin B12 nicht selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Größere Mengen werden vor allem in der Leber gespeichert.

Vitamin B12 ist wichtig für:

  • Die Bildung roter Blutkörperchen
  • Die Funktion und Regeneration des Nervensystems
  • Die Zellteilung und DNA-Synthese
  • Den Homocystein-Stoffwechsel
  • Die Energiegewinnung in den Zellen
  • Die normale geistige und körperliche Leistungsfähigkeit


Die Aufnahme von Vitamin B12 erfolgt im Dünndarm und setzt das Vorhandensein des sogenannten Intrinsic Factors voraus, der in der Magenschleimhaut gebildet wird. Anschließend wird das Vitamin gespeichert und bei Bedarf dem Körper zur Verfügung gestellt.

Erhöhte Vitamin-B12-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten
  • Vitamin-B12-Injektionen
  • Bestimmten Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Bestimmten Blut- und Knochenmarkerkrankungen
  • Selten bei bestimmten Tumorerkrankungen


Erniedrigte Vitamin-B12-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Vitamin-B12-Zufuhr
  • Veganer Ernährung ohne Supplementierung
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Chronischen Magen-Darm-Erkrankungen
  • Mangel an Intrinsic Factor (perniziöse Anämie)
  • Nach Magen- oder Darmoperationen
  • Bestimmten Medikamenteneinflüssen


Mögliche Beschwerden bei einem Vitamin-B12-Mangel können sein:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Konzentrationsstörungen
  • Blässe
  • Kribbelgefühle an Händen und Füßen
  • Gangunsicherheit
  • Gedächtnisstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Zungenbrennen oder Entzündungen der Mundschleimhaut


Ein länger bestehender Mangel kann zu neurologischen Schäden führen, die teilweise nicht vollständig rückbildungsfähig sind.

Bei der Interpretation des Vitamin-B12-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass die Gesamt-Vitamin-B12-Konzentration nicht immer zuverlässig die tatsächliche Versorgung der Körperzellen widerspiegelt. Bei grenzwertigen Befunden können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein.

Zur Beurteilung des Vitamin-B12-Stoffwechsels werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Holotranscobalamin (Holo-TC)
  • Methylmalonsäure (MMA)
  • Homocystein
  • Folsäure
  • Blutbild
  • MCV
  • MCH


Hinweis: Vitamin B12 ist essenziell für Blutbildung, Nervensystem und Zellteilung. Ein Mangel kann zu Blutbildveränderungen und neurologischen Beschwerden führen. Die Beurteilung sollte insbesondere bei grenzwertigen Werten gemeinsam mit Holotranscobalamin, Methylmalonsäure und weiteren Laborparametern erfolgen.

Referenzbereich:

  • Erwachsene: ca. 200–950 pg/ml (ca. 148–701 pmol/l)

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Holotranscobalamin (Holo-TC)

Holotranscobalamin (Holo-TC) ist die biologisch aktive Form von Vitamin B12 im Blut. Es handelt sich um den Anteil des Vitamin B12, der an das Transportprotein Transcobalamin gebunden ist und den Körperzellen unmittelbar zur Verfügung steht. Holo-TC gilt als ein empfindlicher Marker zur Früherkennung eines Vitamin-B12-Mangels und kann Veränderungen häufig früher anzeigen als die Bestimmung des Gesamt-Vitamin-B12.


Holo-TC ist wichtig für:

  • Die Beurteilung der Vitamin-B12-Versorgung
  • Die Früherkennung eines Vitamin-B12-Mangels
  • Die Diagnostik von Störungen der Vitamin-B12-Aufnahme
  • Die Abklärung von Blutbildveränderungen
  • Die Beurteilung neurologischer Beschwerden
  • Die Verlaufskontrolle einer Vitamin-B12-Therapie


Vitamin B12 wird für die Blutbildung, die Zellteilung und die Funktion des Nervensystems benötigt. Da nur der an Transcobalamin gebundene Anteil den Körperzellen direkt zur Verfügung steht, liefert Holo-TC häufig genauere Informationen über die aktuelle Vitamin-B12-Versorgung als das Gesamt-Vitamin-B12 allein.


Erhöhte Holo-TC-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten
  • Vitamin-B12-Injektionen
  • Hochdosierter Nahrungsergänzung
  • Laufender Vitamin-B12-Therapie

Erhöhte Werte haben in der Regel keine eigenständige krankhafte Bedeutung.


Erniedrigte Holo-TC-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Vitamin-B12-Mangel
  • Mangelernährung
  • Veganer Ernährung ohne Supplementierung
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Perniziöser Anämie
  • Chronischen Magen-Darm-Erkrankungen
  • Nach Magen- oder Darmoperationen


Mögliche Beschwerden bei einer verminderten Vitamin-B12-Versorgung können sein:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Konzentrationsstörungen
  • Blutarmut (Anämie)
  • Kribbelgefühle an Händen und Füßen
  • Gangunsicherheit
  • Gedächtnisstörungen
  • Neurologische Beschwerden


Bei der Interpretation des Holo-TC-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass er die aktuelle Versorgung mit biologisch verfügbarem Vitamin B12 widerspiegelt. Bei grenzwertigen Befunden kann die zusätzliche Bestimmung von Methylmalonsäure (MMA) und Homocystein sinnvoll sein, um einen funktionellen Vitamin-B12-Mangel genauer abzuklären.


Zur Beurteilung des Vitamin-B12-Stoffwechsels werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Vitamin B12
  • Methylmalonsäure (MMA)
  • Homocystein
  • Folat
  • Blutbild
  • MCV
  • MCH


Referenzbereich:

  • Erwachsene: ca. > 35 pmol/l

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.


Hinweis: Holotranscobalamin gilt als einer der empfindlichsten Marker zur Früherkennung eines Vitamin-B12-Mangels. Erniedrigte Werte können bereits auftreten, bevor Veränderungen im Blutbild oder beim Gesamt-Vitamin-B12 sichtbar werden. Die Beurteilung sollte idealerweise gemeinsam mit Vitamin B12, Methylmalonsäure und Homocystein erfolgen.


Folat (Vitamin B9)

Folat ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine und wird auch als Vitamin B9 bezeichnet. Es ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt insbesondere eine wichtige Rolle bei der Zellteilung, der Blutbildung und der DNA-Synthese. Da der Körper Folat nur begrenzt speichern kann, ist eine regelmäßige Zufuhr über die Nahrung erforderlich.

Folat kommt natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor, insbesondere in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und einigen Obstsorten. Die synthetisch hergestellte Form wird als Folsäure bezeichnet und findet sich häufig in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln.

Folat ist wichtig für:

  • Die Zellteilung und das Zellwachstum
  • Die Bildung von DNA und RNA
  • Die Blutbildung im Knochenmark
  • Die Reifung roter Blutkörperchen
  • Den Homocystein-Stoffwechsel
  • Die normale Funktion des Nervensystems
  • Die Entwicklung des ungeborenen Kindes während der Schwangerschaft


Folat wird hauptsächlich im Dünndarm aufgenommen und in der Leber gespeichert. Gemeinsam mit Vitamin B12 ist es an wichtigen Stoffwechselwegen beteiligt, die für die Bildung neuer Zellen und die Funktion des Nervensystems notwendig sind.

Erhöhte Folatwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Einnahme von Folsäurepräparaten
  • Hochdosierter Nahrungsergänzung
  • Angereicherter Ernährung
  • Bestimmten Vitamintherapien

Erhöhte Folatwerte haben in der Regel keine eigenständige klinische Bedeutung.

Erniedrigte Folatwerte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Folatzufuhr
  • Einseitiger Ernährung
  • Mangelernährung
  • Chronischem Alkoholmissbrauch
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Erhöhtem Bedarf während Schwangerschaft und Stillzeit
  • Bestimmten Medikamenteneinflüssen
  • Chronischen Darmerkrankungen

Mögliche Beschwerden bei einem Folatmangel können sein:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Konzentrationsstörungen
  • Blässe
  • Blutarmut (megaloblastäre Anämie)
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Zungenbrennen
  • Erhöhte Homocysteinwerte
  • In der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Neuralrohrdefekte beim ungeborenen Kind


Bei der Interpretation von Folatwerten sollte berücksichtigt werden, dass Serumfolat vor allem die aktuelle Versorgung widerspiegelt. Zur Beurteilung des längerfristigen Folatstatus kann in bestimmten Situationen die Bestimmung des Erythrozytenfolats sinnvoll sein. Da Folat und Vitamin B12 eng miteinander verknüpft sind, sollten beide Werte häufig gemeinsam beurteilt werden.

Zur Beurteilung des Folatstoffwechsels werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Vitamin B12
  • Holotranscobalamin (Holo-TC)
  • Methylmalonsäure (MMA)
  • Homocystein
  • Blutbild
  • MCV
  • MCH

Hinweis: Folat ist ein essenzielles B-Vitamin und spielt eine zentrale Rolle bei Zellteilung, Blutbildung und DNA-Synthese. Ein Mangel kann zu Blutbildveränderungen und erhöhten Homocysteinwerten führen. Die Beurteilung sollte insbesondere gemeinsam mit Vitamin B12 und weiteren Laborparametern erfolgen.

Referenzbereich:

  • Erwachsene: ca. 4,0–20,0 ng/ml (ca. 9,1–45,3 nmol/l)

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B1, auch Thiamin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel und ist besonders wichtig für die Funktion von Nervensystem, Gehirn, Herz und Muskulatur. Da der Körper Vitamin B1 nur in begrenztem Umfang speichern kann, ist eine regelmäßige Zufuhr über die Nahrung erforderlich.

Vitamin B1 kommt unter anderem in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen, Fleisch und einigen Gemüsesorten vor. Ein Mangel kann bereits nach wenigen Wochen unzureichender Zufuhr entstehen.

Vitamin B1 ist wichtig für:

  • Die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten
  • Die Funktion von Nervensystem und Gehirn
  • Die Reizweiterleitung in den Nervenzellen
  • Die Funktion von Herz und Muskulatur
  • Den Kohlenhydratstoffwechsel
  • Die normale geistige Leistungsfähigkeit


Nach der Aufnahme im Darm wird Vitamin B1 in seine biologisch aktive Form umgewandelt und als Coenzym für zahlreiche Stoffwechselprozesse genutzt. Besonders Gewebe mit hohem Energiebedarf, wie Gehirn, Nerven und Herz, sind auf eine ausreichende Versorgung angewiesen.

Erhöhte Vitamin-B1-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Einnahme von Vitamin-B1-Präparaten
  • Hochdosierter Nahrungsergänzung
  • Vitamintherapien


Erhöhte Werte haben in der Regel keine eigenständige klinische Bedeutung, da überschüssiges Vitamin B1 überwiegend über die Nieren ausgeschieden wird.

Erniedrigte Vitamin-B1-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Vitamin-B1-Zufuhr
  • Mangelernährung
  • Chronischem Alkoholmissbrauch
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Erhöhtem Bedarf bei Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Chronischen Erkrankungen
  • Längerfristiger künstlicher Ernährung ohne ausreichende Vitaminzufuhr


Mögliche Beschwerden bei einem Vitamin-B1-Mangel können sein:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Konzentrationsstörungen
  • Reizbarkeit
  • Muskelschwäche
  • Kribbelgefühle oder Taubheitsgefühle
  • Gangunsicherheit
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Neurologische Störungen


Ein ausgeprägter Vitamin-B1-Mangel kann zu den Krankheitsbildern Beriberi oder Wernicke-Enzephalopathie führen.

Bei der Interpretation von Vitamin-B1-Werten sollte berücksichtigt werden, dass die Konzentration im Blut durch die aktuelle Ernährung beeinflusst werden kann. Zur Beurteilung des Versorgungsstatus werden häufig spezielle Messverfahren verwendet, beispielsweise die Bestimmung von Thiaminpyrophosphat im Vollblut.

Zur Beurteilung des Vitamin- und Ernährungsstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Vitamin B2
  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
  • Folat
  • Magnesium
  • Ferritin
  • Albumin


Hinweis: Vitamin B1 ist ein essenzielles B-Vitamin mit wichtiger Bedeutung für Energiegewinnung, Nervensystem und Herzfunktion. Ein Mangel kann zu neurologischen und körperlichen Beschwerden führen. Die Beurteilung sollte stets im Zusammenhang mit Ernährungsstatus, Beschwerden und weiteren.

Referenzbereich (Serum):

  • ca. 2,0–7,2 µg/l

Referenzbereich (Vollblut):

  • ca. 28–85 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

Vitamin B2 (Riboflavin)

Vitamin B2, auch Riboflavin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und ist an zahlreichen enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt. Vitamin B2 wird nicht in größeren Mengen gespeichert und muss daher regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.

Vitamin B2 ist wichtig für:

  • Die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen
  • Die Funktion zahlreicher Enzyme im Stoffwechsel
  • Die Erhaltung von Haut und Schleimhäuten
  • Die Gesundheit der Augen
  • Die Bildung roter Blutkörperchen
  • Den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
  • Die Verwertung anderer Vitamine, insbesondere Vitamin B6 und Folsäure


Vitamin B2 wird im Dünndarm aufgenommen und in verschiedenen Geweben des Körpers zu den Coenzymen FMN (Flavinmononukleotid) und FAD (Flavinadenindinukleotid) umgewandelt. Diese sind an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Erhöhte Vitamin-B2-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Hochdosierter Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln
  • Vitaminpräparaten oder angereicherten Lebensmitteln

Da überschüssiges Vitamin B2 über die Nieren ausgeschieden wird, haben erhöhte Werte in der Regel keine klinische Bedeutung. Häufig fällt lediglich eine intensiv gelbe Verfärbung des Urins auf.

Erniedrigte Vitamin-B2-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Vitaminzufuhr
  • Einseitiger Ernährung
  • Mangelernährung
  • Chronischem Alkoholmissbrauch
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Erhöhtem Bedarf, beispielsweise in Schwangerschaft und Stillzeit
  • Bestimmten chronischen Erkrankungen


Mögliche Beschwerden bei einem Vitamin-B2-Mangel sind:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Entzündungen der Mundwinkel (Rhagaden)
  • Entzündungen der Mund- und Zungenschleimhaut
  • Trockene oder schuppige Hautveränderungen
  • Lichtempfindlichkeit der Augen
  • Brennende oder gerötete Augen
  • Verzögerte Wundheilung


Bei der Interpretation von Vitamin-B2-Werten sollte berücksichtigt werden, dass die direkte Bestimmung im Blut nur begrenzte Aussagen über die Versorgung des Körpers zulässt. Spezielle funktionelle Untersuchungen der Riboflavinversorgung können in bestimmten Situationen zusätzliche Informationen liefern.

Referenzbereich (Serum/Plasma):

  • ca. 100–300 µg/l

Referenzbereich (Vollblut):

  • ca. 180–400 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

Vitamin B3 (Niacin)

Vitamin B3, auch als Niacin bezeichnet, ist ein wasserlösliches Vitamin aus dem B-Komplex. Es umfasst die beiden biologisch aktiven Formen Nicotinsäure und Nicotinamid. Vitamin B3 ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung in den Zellen.

Niacin ist Bestandteil der Coenzyme NAD (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) und NADP (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid-Phosphat), die für viele enzymatische Reaktionen im Körper benötigt werden. Dazu gehören insbesondere Prozesse des Energiestoffwechsels, der Zellregeneration sowie der Funktion von Nervensystem und Haut.

Vitamin B3 ist wichtig für:

  • Die Energiegewinnung in den Zellen
  • Den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel
  • Die Funktion des Nervensystems
  • Die Gesundheit von Haut und Schleimhäuten
  • Die Zellregeneration
  • Den oxidativen Stoffwechsel
  • Die Bildung wichtiger Coenzyme


Erhöhte Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Nahrungsergänzung mit Niacin
  • Hochdosierter Vitamintherapie
  • Erhöhter Zufuhr über die Ernährung


Erniedrigte Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Mangelernährung
  • Einseitiger Ernährung
  • Chronischen Darmerkrankungen
  • Resorptionsstörungen
  • Alkoholmissbrauch
  • Erhöhtem Bedarf
  • Bestimmten Stoffwechselstörungen

Mögliche Beschwerden bei einem Vitamin-B3-Mangel können sein:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Reizbarkeit
  • Hautveränderungen
  • Entzündungen der Schleimhäute
  • Verdauungsbeschwerden


Ein ausgeprägter Mangel kann zur Pellagra führen, einer seltenen Mangelerkrankung, die durch Hautveränderungen, Durchfall und neurologische Symptome gekennzeichnet ist.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Versorgung mit Vitamin B3 sowohl von der Nahrungsaufnahme als auch von der körpereigenen Bildung aus der Aminosäure Tryptophan beeinflusst wird.

Zur Beurteilung des Mikronährstoff- und Energiestoffwechsels werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
  • Folsäure
  • Homocystein
  • ATP-Profil
  • Coenzym Q10
  • Magnesium


Referenzbereich (Vitamin B3 / Niacin):

• Laborabhängig

Referenzbereiche können je nach Untersuchungsmaterial, Labor, Messverfahren und Einheit erheblich variieren.

Hinweis: Vitamin B3 ist ein wichtiger Bestandteil des Energiestoffwechsels und zahlreicher enzymatischer Reaktionen. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit weiteren Parametern des Mikronährstoffstatus und dem klinischen Befund erfolgen.


Vitamin B5 (Pantothensäure)

Vitamin B5 (Pantothensäure) ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Der Name leitet sich vom griechischen Wort pantothen („überall“) ab, da Pantothensäure in nahezu allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vorkommt. Vitamin B5 ist ein wesentlicher Bestandteil des Coenzyms A und damit an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt.

Aufgaben von Vitamin B5

Pantothensäure spielt eine wichtige Rolle bei:

  • der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen
  • der Bildung und dem Abbau von Fettsäuren
  • der Synthese von Cholesterin und Steroidhormonen
  • der Produktion von Neurotransmittern
  • der Zellteilung und Zellregeneration


Mögliche Ursachen erniedrigter Werte

Ein Mangel an Pantothensäure ist selten, kann jedoch auftreten bei:

  • Mangelernährung oder stark einseitiger Ernährung
  • chronischem Alkoholmissbrauch
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • längerfristiger künstlicher Ernährung ohne ausreichende Supplementierung
  • erhöhtem Bedarf in besonderen Belastungssituationen


Mögliche Symptome eines Mangels

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Reizbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Muskelbeschwerden
  • Kribbeln oder Brennen an Händen und Füßen (Burning-Feet-Syndrom)


Mögliche Ursachen erhöhter Werte

Erhöhte Werte entstehen meist durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder hochdosierten Vitaminpräparaten. Ein eigenständiger Krankheitswert erhöhter Pantothensäurespiegel ist bisher nicht bekannt.

Referenzbereich (Vitamin B5)

• Vollblut: 40–150 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Alter, Geschlecht und Untersuchungsmethode variieren.


Hinweis: Vitamin B5 ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt insbesondere für die Energiegewinnung, die Bildung von Hormonen und die Funktion des Nervensystems eine wichtige Rolle. Die Interpretation sollte stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten und weiteren Laborwerten erfolgen.

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Vitamin B6 ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es umfasst mehrere biologisch aktive Verbindungen, die für zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper benötigt werden. Besonders wichtig ist Vitamin B6 für den Eiweißstoffwechsel, die Bildung von Botenstoffen des Nervensystems, die Blutbildung und die Funktion des Immunsystems.

Da Vitamin B6 nicht in ausreichender Menge vom Körper selbst hergestellt werden kann, muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden. Gute Quellen sind Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Nüsse.


Vitamin B6 ist wichtig für:

  • Den Eiweiß- und Aminosäurestoffwechsel
  • Die Bildung von Neurotransmittern
  • Die Funktion des Nervensystems
  • Die Blutbildung
  • Die Bildung von Hämoglobin
  • Die Funktion des Immunsystems
  • Den Homocystein-Stoffwechsel
  • Die Energiegewinnung in den Zellen


Vitamin B6 wird nach der Aufnahme im Körper in seine aktive Form Pyridoxal-5-Phosphat (PLP) umgewandelt. Diese Form dient als Coenzym für zahlreiche enzymatische Reaktionen.


Erhöhte Vitamin-B6-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Einnahme hochdosierter Vitamin-B6-Präparate
  • Nahrungsergänzungsmitteln
  • Vitamintherapien

Eine langfristige Überversorgung kann zu neurologischen Beschwerden führen.


Erniedrigte Vitamin-B6-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Vitamin-B6-Zufuhr
  • Mangelernährung
  • Chronischem Alkoholmissbrauch
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Chronischen Entzündungen
  • Bestimmten Medikamenteneinflüssen
  • Erhöhtem Bedarf während Schwangerschaft und Stillzeit


Mögliche Beschwerden bei einem Vitamin-B6-Mangel können sein:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Hautveränderungen
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Blutarmut (Anämie)
  • Kribbelgefühle oder Taubheitsgefühle
  • Neurologische Beschwerden


Bei einer langfristigen Überversorgung können unter anderem auftreten:

  • Kribbelgefühle
  • Taubheitsgefühle
  • Nervenschäden
  • Gangstörungen

Bei der Interpretation des Vitamin-B6-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass verschiedene Messmethoden und Untersuchungsmaterialien verwendet werden können. Häufig wird die aktive Form Pyridoxal-5-Phosphat (PLP) bestimmt, die als aussagekräftiger Marker für die Vitamin-B6-Versorgung gilt.


Zur Beurteilung des Vitamin- und Ernährungsstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Vitamin B12
  • Folat
  • Homocystein
  • Ferritin
  • Magnesiu


Referenzbereich (Serum/Plasma):

  • ca. 5–50 µg/l

Referenzbereich (Vollblut):

  • ca. 20–125 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.


Hinweis: Vitamin B6 ist ein essenzielles B-Vitamin mit wichtiger Bedeutung für Nervensystem, Blutbildung und Eiweißstoffwechsel. Sowohl ein Mangel als auch eine langfristige Überversorgung können neurologische Beschwerden verursachen. Die Beurteilung sollte stets im Zusammenhang mit Ernährungsstatus, Beschwerden und weiteren Laborwerten erfolgen.


Vitamin B7 (Biotin)

Vitamin B7, auch als Biotin oder Vitamin H bezeichnet, gehört zur Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine. Es ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt eine wichtige Rolle für Haut, Haare, Nägel, Nervenfunktion und den Energiestoffwechsel.

Biotin wirkt als Coenzym verschiedener Enzyme und unterstützt den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Da der Körper Biotin nur begrenzt speichern kann, ist eine regelmäßige Zufuhr über die Nahrung erforderlich.

Biotin kommt unter anderem in Eiern, Nüssen, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Leber und verschiedenen Gemüsesorten vor.

Die Bestimmung von Vitamin B7 ist wichtig für:

  • Die Beurteilung der Biotinversorgung
  • Die Mikronährstoffdiagnostik
  • Die Abklärung von Haut- und Haarproblemen
  • Die Untersuchung von Stoffwechselstörungen
  • Die Präventionsmedizin
  • Die Verlaufskontrolle einer Nahrungsergänzung

Ein erhöhter Bedarf kann unter anderem auftreten bei:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Chronischem Stress
  • Einseitiger Ernährung
  • Darmerkrankungen
  • Erhöhtem Mikronährstoffbedarf
  • Langfristiger Antibiotikatherapie

Erniedrigte Biotinwerte können sich unter anderem bemerkbar machen durch:

  • Brüchige Nägel
  • Haarausfall
  • Trockene oder schuppige Haut
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Erschöpfung
  • Reizbarkeit
  • Verminderte Leistungsfähigkeit


Da Biotin eng mit verschiedenen Stoffwechselprozessen verbunden ist, können Mangelerscheinungen vielfältig und unspezifisch sein.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Versorgung durch Ernährung, Darmgesundheit, Medikamenteneinnahme und individuelle Stoffwechselbedingungen beeinflusst werden kann.

Zur Beurteilung des Mikronährstoffstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Vitamin B1 (Thiamin)
  • Vitamin B2 (Riboflavin)
  • Vitamin B3 (Niacin)
  • Vitamin B5 (Pantothensäure)
  • Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat)
  • Vitamin B12
  • Folsäure
  • Zink


Referenzbereich (Vitamin B7 / Biotin):

• 200–1200 ng/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Untersuchungsmaterial geringfügig abweichen.

Hinweis: Biotin ist ein essentielles B-Vitamin mit Bedeutung für den Energiestoffwechsel sowie für Haut, Haare und Nägel. Die Bewertung sollte stets im Zusammenhang mit weiteren Mikronährstoffen, der Ernährungssituation und dem klinischen Befund erfolgen.


Vitamin A (Retinol)

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin und spielt eine wichtige Rolle für das Sehvermögen, das Immunsystem, die Haut sowie die Schleimhäute. Es ist außerdem an Wachstum, Zellteilung und verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Vitamin A kommt in tierischen Lebensmitteln als Retinol vor. Pflanzliche Lebensmittel enthalten Vorstufen des Vitamins, sogenannte Carotinoide, die vom Körper teilweise in Vitamin A umgewandelt werden können. Besonders reich an Carotinoiden sind Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis und dunkelgrünes Blattgemüse.

Da Vitamin A fettlöslich ist, kann es im Körper gespeichert werden, insbesondere in der Leber. Sowohl eine unzureichende Versorgung als auch eine übermäßige Aufnahme können gesundheitliche Auswirkungen haben.

Die Bestimmung von Vitamin A ist wichtig für:

  • Die Beurteilung des Vitamin-A-Status
  • Die Mikronährstoffdiagnostik
  • Die Abklärung von Sehbeschwerden
  • Die Beurteilung der Immunfunktion
  • Die Untersuchung von Resorptionsstörungen
  • Die Präventionsmedizin


Erniedrigte Vitamin-A-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Mangelernährung
  • Einseitiger Ernährung
  • Fettverdauungsstörungen
  • Chronischen Darmerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Resorptionsstörungen
  • Erhöhtem Bedarf


Mögliche Beschwerden bei einem Vitamin-A-Mangel können sein:

  • Nachtblindheit
  • Trockene Augen
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Trockene Haut
  • Schleimhautveränderungen
  • Verzögerte Wundheilung
  • Verminderte Belastbarkeit


Erhöhte Vitamin-A-Werte können beispielsweise auftreten bei:

  • Hochdosierter Nahrungsergänzung
  • Übermäßiger Vitamin-A-Zufuhr
  • Bestimmten Lebererkrankungen


Eine langfristige Überversorgung kann unerwünschte gesundheitliche Folgen haben und sollte vermieden werden.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Vitamin-A-Konzentration durch Ernährung, Fettstoffwechsel, Leberfunktion und Resorptionsfähigkeit beeinflusst werden kann.

Zur Beurteilung des Mikronährstoffstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Vitamin K
  • Beta-Carotin
  • Zink
  • Selen
  • Vitamin B12
  • Folsäure


Referenzbereich (Vitamin A / Retinol):

• 0,30–0,80 mg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Untersuchungsmaterial geringfügig abweichen.

Hinweis: Vitamin A ist ein essentielles fettlösliches Vitamin mit Bedeutung für Sehvermögen, Immunsystem und Zellfunktion. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit weiteren Mikronährstoffparametern, der Ernährungssituation und dem klinischen Befund erfolgen.

Vitamin E (Alpha-Tocopherol)

Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin und zählt zu den wichtigsten Antioxidantien des menschlichen Körpers. Es schützt die Zellmembranen vor Schäden durch freie Radikale und trägt dazu bei, Zellen und Gewebe vor oxidativem Stress zu bewahren.

Unter dem Begriff Vitamin E werden mehrere verwandte Verbindungen zusammengefasst, wobei Alpha-Tocopherol die biologisch wichtigste Form darstellt. Vitamin E wird über die Nahrung aufgenommen und ist insbesondere in pflanzlichen Ölen, Nüssen, Samen und Vollkornprodukten enthalten.

Aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften spielt Vitamin E eine wichtige Rolle für die Zellgesundheit, das Immunsystem sowie den Schutz von Blutgefäßen und Geweben.


Die Bestimmung von Vitamin E ist wichtig für:

  • Die Beurteilung des antioxidativen Schutzsystems
  • Die Mikronährstoffdiagnostik
  • Die Untersuchung von Resorptionsstörungen
  • Die Beurteilung des Zellschutzes
  • Die Präventionsmedizin
  • Die Verlaufskontrolle einer Nahrungsergänzung


Erniedrigte Vitamin-E-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Fettverdauungsstörungen
  • Chronischen Darmerkrankungen
  • Resorptionsstörungen
  • Lebererkrankungen
  • Mangelernährung
  • Einseitiger Ernährung
  • Erhöhtem oxidativem Stress


Mögliche Beschwerden bei einer unzureichenden Versorgung können sein:

  • Verminderte Belastbarkeit
  • Muskelschwäche
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Neurologische Beschwerden
  • Erhöhte Zellschädigung durch oxidativen Stress
  • Verzögerte Regeneration


Erhöhte Werte können beispielsweise auftreten bei:

  • Hochdosierter Nahrungsergänzung
  • Erhöhter Zufuhr über Präparate
  • Langfristiger Vitamin-E-Supplementierung


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass Vitamin E als fettlösliches Vitamin von der Fettaufnahme und Fettverdauung abhängig ist. Die Bewertung sollte daher immer im Zusammenhang mit dem Fettstoffwechsel und weiteren Mikronährstoffparametern erfolgen.


Zur Beurteilung des Mikronährstoff- und Antioxidantienstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Vitamin A (Retinol)
  • Vitamin D
  • Vitamin K
  • Coenzym Q10
  • Glutathion
  • Totale Antioxidative Kapazität (TAS)
  • Selen
  • Zink


Referenzbereich (Vitamin E / Alpha-Tocopherol):

• 5–20 mg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Untersuchungsmethode und Untersuchungsmaterial geringfügig abweichen.

Hinweis: Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit weiteren Mikronährstoffparametern, dem Ernährungsstatus und dem klinischen Befund erfolgen.


Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin und ein wichtiger Bestandteil zahlreicher Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper. Es wirkt als Antioxidans, unterstützt das Immunsystem und ist für die Bildung von Kollagen unverzichtbar. Da der Körper Vitamin C nicht selbst herstellen kann, muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.

Besonders reich an Vitamin C sind frisches Obst und Gemüse, insbesondere Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika, Brokkoli und Kohlarten.


Vitamin C ist wichtig für:

  • Die Funktion des Immunsystems
  • Den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
  • Die Bildung von Kollagen
  • Die Wundheilung
  • Die Gesundheit von Haut, Blutgefäßen, Knochen und Zahnfleisch
  • Die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln
  • Die Regeneration anderer Antioxidantien
  • Verschiedene Stoffwechsel- und Enzymprozesse

Vitamin C wird im Dünndarm aufgenommen und im gesamten Körper verteilt. Da die Speicherkapazität begrenzt ist, wird überschüssiges Vitamin C über die Nieren ausgeschieden. Eine regelmäßige Zufuhr ist daher notwendig.


Erhöhte Vitamin-C-Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Einnahme hochdosierter Vitamin-C-Präparate
  • Intravenösen Vitamin-C-Infusionen
  • Regelmäßiger Nahrungsergänzung

Erhöhte Werte haben in der Regel keine eigenständige krankhafte Bedeutung.


Erniedrigte Vitamin-C-Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Aufnahme von Obst und Gemüse
  • Einseitiger Ernährung
  • Mangelernährung
  • Chronischem Alkoholmissbrauch
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Chronischen Erkrankungen
  • Erhöhtem Bedarf bei Infektionen, Entzündungen oder Stress
  • Rauchen


Mögliche Beschwerden bei einem Vitamin-C-Mangel können sein:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Verzögerte Wundheilung
  • Zahnfleischbluten
  • Neigung zu Blutergüssen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Trockene Haut
  • Schwächegefühl


Ein ausgeprägter Vitamin-C-Mangel kann zur Erkrankung Skorbut führen, die durch Störungen der Kollagenbildung verursacht wird.

Bei der Interpretation des Vitamin-C-Wertes sollte berücksichtigt werden, dass die Konzentration im Blut durch die aktuelle Nahrungsaufnahme beeinflusst werden kann. Zudem ist Vitamin C empfindlich gegenüber Licht, Wärme und längeren Lagerungszeiten der Blutprobe, weshalb die Probengewinnung und -verarbeitung besondere Sorgfalt erfordert.


Zur Beurteilung des Vitamin- und Ernährungsstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Vitamin B12
  • Folat
  • Vitamin D
  • Ferritin
  • Eisen
  • Zink
  • Selen
  • Albumin


Hinweis: Vitamin C ist ein essenzielles Vitamin mit wichtiger Bedeutung für Immunsystem, Zellschutz, Kollagenbildung und Wundheilung. Ein Mangel kann vielfältige Beschwerden verursachen und die körperliche Widerstandskraft beeinträchtigen. Die Beurteilung sollte stets im Zusammenhang mit Ernährungsstatus, Beschwerden und weiteren Laborwerten erfolgen.

Referenzbereich (Serum/Plasma):

  • ca. 5–15 mg/l (ca. 28–85 µmol/l)

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und Probenverarbeitung geringfügig abweichen.

Natrium

Natrium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff und zählt zu den wichtigsten Elektrolyten des Körpers. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Wasserhaushalts, des Blutdrucks sowie der Funktion von Nerven und Muskeln.

Der größte Teil des Natriums befindet sich außerhalb der Körperzellen und trägt maßgeblich zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitsgleichgewichts bei. Bereits geringe Veränderungen der Natriumkonzentration können Auswirkungen auf zahlreiche Körperfunktionen haben.

Die Bestimmung von Natrium erfolgt häufig im Rahmen von Routineuntersuchungen und dient der Beurteilung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts.

Natrium ist wichtig für:

  • Die Regulation des Wasserhaushalts
  • Die Aufrechterhaltung des Blutdrucks
  • Die Funktion von Nerven und Muskeln
  • Die Reizweiterleitung
  • Die Regulation des Säure-Basen-Haushalts
  • Das Flüssigkeitsgleichgewicht des Körpers


Erhöhte Natriumwerte (Hypernatriämie) können unter anderem auftreten bei:

  • Flüssigkeitsmangel
  • Starkem Schwitzen
  • Durchfällen
  • Erbrechen
  • Verminderter Flüssigkeitsaufnahme
  • Bestimmten hormonellen Störungen
  • Erkrankungen der Nieren


Erniedrigte Natriumwerte (Hyponatriämie) können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Übermäßiger Flüssigkeitszufuhr
  • Herzinsuffizienz
  • Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Hormonstörungen
  • Bestimmten Medikamenten
  • Starkem Natriumverlust über Schweiß oder Magen-Darm-Trakt


Mögliche Beschwerden bei Natriumstörungen können sein:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Muskelkrämpfe
  • Muskelschwäche
  • Verwirrtheit
  • Übelkeit


Ausgeprägte Abweichungen können zu neurologischen Symptomen führen und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass Natriumwerte stets im Zusammenhang mit dem Flüssigkeitshaushalt, weiteren Elektrolyten und der Nierenfunktion beurteilt werden sollten.

Zur Beurteilung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Kalium
  • Chlorid
  • Calcium
  • Magnesium
  • Kreatinin
  • Harnstoff
  • Osmolalität
  • Aldosteron


Referenzbereich (Natrium):

• 135–145 mmol/l

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Hinweis: Natrium ist einer der wichtigsten Elektrolyte des Körpers und spielt eine zentrale Rolle für den Wasserhaushalt sowie die Funktion von Nerven und Muskeln. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit weiteren Elektrolytwerten und dem klinischen Befund erfolgen.

Chlorid

Chlorid ist einer der wichtigsten Elektrolyte des Körpers und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Wasserhaushalts sowie des Säure-Basen-Haushalts. Darüber hinaus ist Chlorid ein wichtiger Bestandteil der Magensäure und unterstützt die Verdauung.

Der größte Teil des Chlorids befindet sich außerhalb der Körperzellen und trägt gemeinsam mit Natrium zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitsgleichgewichts bei. Veränderungen der Chloridkonzentration treten häufig zusammen mit Störungen anderer Elektrolyte auf.

Die Bestimmung von Chlorid erfolgt häufig im Rahmen von Routineuntersuchungen und dient der Beurteilung des Elektrolyt-, Flüssigkeits- und Säure-Basen-Haushalts.

Chlorid ist wichtig für:

• Die Regulation des Wasserhaushalts

• Die Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushalts

• Die Bildung der Magensäure

• Die Verdauung

• Die Funktion von Nerven und Muskeln

• Das Elektrolytgleichgewicht des Körpers

Erhöhte Chloridwerte (Hyperchlorämie) können unter anderem auftreten bei:

• Flüssigkeitsmangel

• Durchfällen

• Nierenerkrankungen

• Störungen des Säure-Basen-Haushalts

• Bestimmten Infusionslösungen

Erniedrigte Chloridwerte (Hypochlorämie) können beispielsweise beobachtet werden bei:

• Erbrechen

• Magensaftverlust

• Übermäßiger Flüssigkeitszufuhr

• Einnahme bestimmter Diuretika

• Hormonstörungen

Mögliche Beschwerden bei Chloridstörungen können sein:

• Müdigkeit

• Muskelschwäche

• Muskelkrämpfe

• Schwindel

• Übelkeit

Ausgeprägte Abweichungen können den Säure-Basen-Haushalt beeinflussen und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass Chloridwerte stets gemeinsam mit Natrium, Kalium sowie der Nierenfunktion beurteilt werden sollten.

Zur Beurteilung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

• Natrium

• Kalium

• Calcium

• Magnesium

• Kreatinin

• Harnstoff

• Bicarbonat

Referenzbereich (Chlorid):

• 98–107 mmol/l

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.

Hinweis: Chlorid ist ein wichtiger Elektrolyt des Körpers und spielt eine zentrale Rolle für den Wasser- und Säure-Basen-Haushalt. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit weiteren Elektrolytwerten und dem klinischen Befund erfolgen.

Kalium

Kalium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff und gehört zu den wichtigsten Elektrolyten des menschlichen Körpers. Der überwiegende Teil des Kaliums befindet sich innerhalb der Körperzellen, während nur ein kleiner Anteil im Blut zirkuliert. Kalium spielt eine zentrale Rolle für die Funktion von Nerven, Muskeln und Herz sowie für zahlreiche Stoffwechselprozesse.


Kalium ist wichtig für:

  • Die Weiterleitung von Nervenimpulsen
  • Die Funktion von Muskelzellen
  • Die normale Herzfunktion und Herzrhythmusregulation
  • Die Aufrechterhaltung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts
  • Die Regulation des Säure-Basen-Haushalts
  • Verschiedene Stoffwechsel- und Enzymprozesse


Der Kaliumspiegel im Blut wird vor allem durch die Nieren reguliert. Hormone wie Aldosteron beeinflussen die Ausscheidung von Kalium und tragen dazu bei, die Konzentration innerhalb enger Grenzen konstant zu halten.


Erhöhte Kaliumwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Eingeschränkter Nierenfunktion
  • Akutem oder chronischem Nierenversagen
  • Bestimmten Medikamenten (z. B. ACE-Hemmer, AT1-Blocker, kaliumsparende Diuretika)
  • Hormonstörungen wie einem Aldosteronmangel
  • Ausgedehntem Zellzerfall (z. B. bei Verletzungen, Verbrennungen oder Tumorlyse)
  • Metabolischer Azidose


Erniedrigte Kaliumwerte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Erbrechen oder Durchfall
  • Einnahme bestimmter Diuretika
  • Hormonstörungen mit erhöhtem Aldosteronspiegel
  • Mangelernährung
  • Starkem Schwitzen
  • Bestimmten Stoffwechselstörungen
  • Längerer Einnahme von Abführmitteln


Mögliche Beschwerden bei erhöhten oder erniedrigten Kaliumwerten können sein:

  • Muskelschwäche
  • Muskelkrämpfe
  • Müdigkeit
  • Kribbelgefühle
  • Lähmungserscheinungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • In schweren Fällen lebensbedrohliche Herzfunktionsstörungen


Bei der Interpretation des Kaliumwertes sollte berücksichtigt werden, dass bereits Fehler bei der Blutentnahme zu falsch erhöhten Werten führen können. Insbesondere eine Hämolyse der Blutprobe kann Kalium aus den roten Blutkörperchen freisetzen und das Messergebnis verfälschen. Auffällige Werte sollten daher immer im klinischen Zusammenhang bewertet werden.


Zur Beurteilung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Natrium
  • Chlorid
  • Calcium
  • Magnesium
  • Kreatinin
  • Harnstoff
  • eGFR
  • Säure-Basen-Parameter


Hinweis: Kalium ist ein entscheidender Elektrolyt für die Funktion von Nerven, Muskeln und Herz. Sowohl erhöhte als auch erniedrigte Kaliumwerte können zu ernsthaften Herzrhythmusstörungen führen. Die Beurteilung sollte daher stets gemeinsam mit der Nierenfunktion, dem Säure-Basen-Haushalt und weiteren Elektrolytwerten erfolgen.

Referenzbereich (Serum):

  • ca. 3,5–5,1 mmol/l

Referenzbereich (Vollblut):

  • ca. 35–45 mmol/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

Kupfer

Kupfer ist ein essentielles Spurenelement, das für zahlreiche lebenswichtige Prozesse im menschlichen Körper benötigt wird. Es ist Bestandteil vieler Enzyme und spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel, bei der Blutbildung, der Funktion des Nervensystems sowie beim Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Da der Körper Kupfer nicht selbst herstellen kann, muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.

Kupfer ist wichtig für:

  • Die Bildung roter Blutkörperchen
  • Den Eisenstoffwechsel
  • Die Funktion des Nervensystems
  • Die Energiegewinnung in den Zellen
  • Die Bildung von Bindegewebe und Kollagen
  • Die Funktion des Immunsystems
  • Den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
  • Die Bildung von Haut- und Haarpigmenten


Kupfer wird überwiegend im Dünndarm aufgenommen und in der Leber gespeichert. Im Blut wird es hauptsächlich an das Transportprotein Coeruloplasmin gebunden transportiert. Überschüssiges Kupfer wird über die Galle ausgeschieden.

Erhöhte Kupferwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Akuten und chronischen Entzündungen
  • Infektionen
  • Lebererkrankungen
  • Schwangerschaft
  • Östrogenhaltiger Hormontherapie
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Bestimmten Stoffwechselerkrankungen


Erniedrigte Kupferwerte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Kupferzufuhr
  • Mangelernährung
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Langfristig hoher Zinkzufuhr
  • Bestimmten genetischen Erkrankungen (z. B. Morbus Menkes)
  • Chronischen Darmerkrankungen
  • Längerfristiger künstlicher Ernährung ohne ausreichende Spurenelementzufuhr


Mögliche Beschwerden bei einem Kupfermangel können sein:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Blutarmut (Anämie)
  • Verminderte Immunabwehr
  • Neurologische Beschwerden
  • Kribbelgefühle oder Gangstörungen
  • Veränderungen von Haut und Haaren
  • Verzögerte Wundheilung


Bei Störungen des Kupferstoffwechsels mit erhöhter Kupferspeicherung können langfristig Schäden an Leber, Nervensystem und anderen Organen auftreten.

Bei der Interpretation des Kupferwertes sollte berücksichtigt werden, dass Kupfer als Akute-Phase-Parameter auf Entzündungen reagieren kann. Zudem wird die Aussagekraft durch die gleichzeitige Bestimmung von Coeruloplasmin häufig verbessert. Die Beurteilung sollte daher stets im Zusammenhang mit dem klinischen Befund und weiteren Laborwerten erfolgen.

Zur Beurteilung des Spurenelement- und Kupferstoffwechsels werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Coeruloplasmin
  • Zink
  • Selen
  • Mangan
  • Ferritin
  • Eisen
  • CRP
  • Leberwerte


Hinweis: Kupfer ist ein essenzielles Spurenelement mit wichtiger Bedeutung für Blutbildung, Nervensystem, Immunsystem und Eisenstoffwechsel. Sowohl ein Mangel als auch Störungen des Kupferstoffwechsels können gesundheitliche Folgen haben. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit Coeruloplasmin, Entzündungsparametern und dem klinischen Befund erfolgen.

Referenzbereich (Serum):

  • ca. 70–140 µg/dl

Referenzbereich (Vollblut):

  • ca. 700–1.500 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

Lithium im Serum (nicht für Monitoring)

Lithium ist ein Spurenelement, das natürlicherweise in geringen Mengen im menschlichen Organismus vorkommt. Die Bestimmung von Lithium im Serum außerhalb einer medikamentösen Lithiumtherapie dient vor allem der Beurteilung der Versorgung mit diesem Spurenelement und wird gelegentlich im Rahmen funktioneller, orthomolekularer oder präventiver Diagnostik durchgeführt.

Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um die therapeutische Überwachung einer Lithiumbehandlung bei psychiatrischen Erkrankungen. Für das Medikamenten-Monitoring gelten andere Referenzbereiche und diagnostische Anforderungen.

Lithium beeinflusst verschiedene biologische Prozesse und steht unter anderem mit dem Nervensystem, der Signalübertragung zwischen Nervenzellen sowie bestimmten Stoffwechselvorgängen in Zusammenhang.


Lithium ist wichtig für:

  • Die Funktion des Nervensystems
  • Die Signalübertragung zwischen Nervenzellen
  • Verschiedene Stoffwechselprozesse
  • Die funktionelle Mikronährstoffdiagnostik
  • Die Beurteilung der Spurenelementversorgung


Erhöhte Werte können unter anderem auftreten bei:

  • Erhöhter Lithiumzufuhr
  • Einnahme lithiumhaltiger Präparate
  • Verminderter Ausscheidung über die Nieren
  • Bestimmten Stoffwechselstörungen


Erniedrigte Werte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Geringer Lithiumzufuhr
  • Spurenelementmangel
  • Einseitiger Ernährung
  • Erhöhtem Verlust über die Ausscheidungsorgane


Mögliche Beschwerden bei einer unzureichenden Versorgung sind wissenschaftlich bislang nicht eindeutig definiert. Im Rahmen funktioneller Konzepte werden unter anderem Zusammenhänge mit verminderter Stressresistenz, Stimmungsschwankungen oder verminderter Belastbarkeit diskutiert.


Bei der Interpretation sollte berücksichtigt werden, dass die Konzentration von Lithium durch Ernährung, Trinkwassergehalt, Nahrungsergänzungsmittel und die Nierenfunktion beeinflusst werden kann.


Zur Beurteilung des Mikronährstoff- und Zellstoffwechsels werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Magnesium
  • Zink
  • Selen
  • Coenzym Q10
  • Glutathion
  • ATP-Profil
  • Homocystein
  • Totale Antioxidative Kapazität (TAS)


Referenzbereich (Lithium im Serum, nicht für Monitoring):

• 2–20 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor und Messverfahren geringfügig abweichen.


Hinweis: Die Bestimmung von Lithium im Serum außerhalb einer medikamentösen Therapie dient der Beurteilung der Spurenelementversorgung. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit dem klinischen Befund und weiteren Parametern des Mikronährstoffstatus erfolgen.


Magnesium

Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff und zählt zu den wichtigsten Elektrolyten des menschlichen Körpers. Es ist an mehreren hundert enzymatischen Reaktionen beteiligt und spielt eine zentrale Rolle für die Funktion von Muskeln, Nerven, Herz und Stoffwechsel. Der größte Teil des Magnesiums befindet sich in Knochen und Muskelzellen, während nur ein kleiner Anteil im Blut nachweisbar ist.


Magnesium ist wichtig für:

  • Die Funktion von Muskeln und Nerven
  • Die Regulation der Herzfunktion und des Herzrhythmus
  • Die Energiegewinnung in den Zellen
  • Die Aktivierung zahlreicher Enzyme
  • Den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen
  • Die Eiweiß- und DNA-Synthese
  • Die Regulation des Elektrolyt- und Mineralstoffhaushalts


Der Magnesiumspiegel wird vor allem über den Darm, die Knochen und die Nieren reguliert. Die Nieren spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie die Ausscheidung des Mineralstoffs an den aktuellen Bedarf des Körpers anpassen.


Erhöhte Magnesiumwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Eingeschränkter Nierenfunktion
  • Akutem oder chronischem Nierenversagen
  • Übermäßiger Magnesiumzufuhr durch Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel
  • Bestimmten hormonellen Erkrankungen
  • Schweren Stoffwechselstörungen


Erniedrigte Magnesiumwerte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Magnesiumzufuhr
  • Mangelernährung
  • Chronischem Durchfall
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Erhöhtem Alkoholverbrauch
  • Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Diuretika)
  • Diabetes mellitus
  • Erhöhtem Magnesiumverlust über die Nieren


Mögliche Beschwerden bei ausgeprägten Veränderungen des Magnesiumspiegels können sein:

  • Muskelkrämpfe
  • Muskelzuckungen
  • Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Kribbelgefühle
  • Nervosität
  • Herzrhythmusstörungen
  • In schweren Fällen Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen


Bei der Interpretation des Magnesiumwertes sollte berücksichtigt werden, dass der Blutwert nur einen kleinen Teil des gesamten Körpermagnesiums widerspiegelt. Ein normaler Magnesiumwert im Blut schließt daher einen Magnesiummangel nicht immer sicher aus. Die Beurteilung sollte stets im Zusammenhang mit Beschwerden und weiteren Laborwerten erfolgen.

Zur Beurteilung des Elektrolyt- und Mineralstoffhaushalts werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Kalium
  • Natrium
  • Calcium
  • Phosphat
  • Kreatinin
  • Harnstoff
  • Vitamin D
  • Parathormon (PTH)


Hinweis: Magnesium ist ein zentraler Mineralstoff für Muskeln, Nerven, Herz und Energiestoffwechsel. Sowohl erhöhte als auch erniedrigte Werte können gesundheitliche Folgen haben. Die Interpretation sollte stets gemeinsam mit weiteren Elektrolytwerten, der Nierenfunktion und dem klinischen Befund erfolgen.

Referenzbereich (Serum):

  • ca. 0,66–1,07 mmol/l

Referenzbereich (Vollblut):

  • ca. 1,35–2,30 mmol/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

Mangan

Mangan ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper nur in sehr geringen Mengen benötigt. Trotz seiner niedrigen Konzentration ist Mangan an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt eine wichtige Rolle für die Funktion verschiedener Enzyme. Es trägt unter anderem zum Knochenstoffwechsel, zur Energiegewinnung und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.


Mangan ist wichtig für:

  • Die Aktivierung zahlreicher Enzyme
  • Den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel
  • Die Energiegewinnung in den Zellen
  • Den Aufbau und Erhalt von Knochen und Knorpel
  • Die Bildung von Bindegewebe
  • Den Schutz vor oxidativem Stress
  • Die normale Funktion des Nervensystems


Mangan wird über die Nahrung aufgenommen und hauptsächlich im Dünndarm resorbiert. Gute Quellen sind Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse und Tee. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend über die Galle und den Darm.


Erhöhte Manganwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Übermäßiger Zufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel
  • Beruflicher Exposition gegenüber manganhaltigen Stäuben
  • Bestimmten Lebererkrankungen
  • Störungen der Gallenausscheidung
  • Längerfristiger künstlicher Ernährung mit hoher Manganzufuhr

Sehr hohe Mangankonzentrationen können insbesondere das Nervensystem beeinträchtigen.


Erniedrigte Manganwerte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Manganzufuhr
  • Einseitiger Ernährung
  • Mangelernährung
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Bestimmten chronischen Erkrankungen
  • Längerfristiger künstlicher Ernährung ohne ausreichende Spurenelementzufuhr

Ein ausgeprägter Manganmangel ist selten, da bereits geringe Mengen über die Nahrung aufgenommen werden.


Mögliche Beschwerden bei einem Manganmangel können sein:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Störungen des Knochenstoffwechsels
  • Verzögerte Wundheilung
  • Beeinträchtigung des Stoffwechsels
  • Unspezifische neurologische Beschwerden


Bei einer Überversorgung können unter anderem auftreten:

  • Konzentrationsstörungen
  • Bewegungsstörungen
  • Muskelsteifigkeit
  • Neurologische Symptome
  • Beschwerden ähnlich bestimmten neurologischen Erkrankungen


Bei der Interpretation von Manganwerten sollte berücksichtigt werden, dass die Bestimmung im Blut nur eingeschränkt die tatsächlichen Körperspeicher widerspiegelt. Zudem sind sowohl Mangelzustände als auch Überversorgungen vergleichsweise selten. Die Beurteilung sollte daher stets im Zusammenhang mit der klinischen Situation und weiteren Laborwerten erfolgen.


Zur Beurteilung des Spurenelement- und Ernährungsstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Zink
  • Kupfer
  • Selen
  • Magnesium
  • Eisen
  • Ferritin
  • Vitamin B12
  • Folsäure

Hinweis: Mangan ist ein essentielles Spurenelement und an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung sind selten, können jedoch gesundheitliche Auswirkungen haben. Die Interpretation des Laborwertes sollte stets gemeinsam mit Ernährungsstatus, Beschwerden und weiteren Spurenelementparametern erfolgen.

Referenzbereich (Serum):

  • ca. 0,3–1,1 µg/l

Referenzbereich (Vollblut):

  • ca. 7–15 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

Selen

Selen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das für zahlreiche Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper benötigt wird. Es ist Bestandteil verschiedener Enzyme und Proteine, die unter anderem an der antioxidativen Zellabwehr, der Schilddrüsenfunktion und dem Immunsystem beteiligt sind. Die Bestimmung von Selen im Serum dient der Beurteilung der aktuellen Selenversorgung des Körpers.


Selen ist wichtig für:

  • Den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
  • Die Funktion des Immunsystems
  • Die Bildung und Aktivierung von Schilddrüsenhormonen
  • Die normale Funktion von Muskeln und Herz
  • Die Fruchtbarkeit bei Männern
  • Die Regulation verschiedener Stoffwechselprozesse


Selen wird über die Nahrung aufgenommen und im Dünndarm resorbiert. Gute Quellen sind unter anderem Fisch, Fleisch, Eier, Milchprodukte sowie Paranüsse. Die Selenversorgung kann regional unterschiedlich sein, da der Selengehalt pflanzlicher Lebensmittel vom Selengehalt der Böden abhängt.


Erhöhte Selenwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Übermäßiger Einnahme von Selenpräparaten
  • Hochdosierter Nahrungsergänzung
  • Selten bei beruflicher Exposition gegenüber Selenverbindungen

Sehr hohe Selenkonzentrationen können zu einer sogenannten Selenose führen.


Erniedrigte Selenwerte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Selenzufuhr
  • Einseitiger Ernährung
  • Mangelernährung
  • Chronischen Darmerkrankungen mit Resorptionsstörungen
  • Längerer künstlicher Ernährung ohne ausreichende Spurenelementzufuhr
  • Erhöhtem Bedarf in bestimmten Krankheitszuständen


Mögliche Beschwerden bei einem ausgeprägten Selenmangel können sein:

  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Muskelschwäche
  • Veränderungen von Haaren und Nägeln
  • Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion
  • Verminderte Fruchtbarkeit bei Männern


Bei einer Überversorgung können unter anderem auftreten:

  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Brüchige Nägel
  • Haarausfall
  • Knoblauchartiger Atemgeruch
  • Neurologische Beschwerden


Bei der Interpretation des Serumselenwertes sollte berücksichtigt werden, dass dieser vor allem die aktuelle Versorgung widerspiegelt. Akute Erkrankungen, Entzündungen oder Veränderungen bestimmter Transportproteine können die Messergebnisse beeinflussen. Daher sollte die Beurteilung immer im klinischen Zusammenhang erfolgen.


Zur Beurteilung des Spurenelement- und Stoffwechselstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Zink
  • Kupfer
  • Magnesium
  • Ferritin
  • Vitamin B12
  • Folsäure
  • TSH
  • Freies T4 (fT4)
  • Freies T3 (fT3)


Hinweis: Selen ist ein essenzielles Spurenelement mit wichtiger Bedeutung für antioxidativen Zellschutz, Immunsystem und Schilddrüsenfunktion. Sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung können gesundheitliche Folgen haben. Die Interpretation des Serumselenwertes sollte daher stets im Zusammenhang mit Ernährungsstatus, Beschwerden und weiteren Laborwerten erfolgen.

Referenzbereich (Serum):

  • ca. 70–130 µg/l

Referenzbereich (Vollblut):

  • ca. 100–180 µg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

Zink

Zink ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das an zahlreichen biologischen Prozessen im Körper beteiligt ist. Es wird für die Funktion von mehreren hundert Enzymen benötigt und spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem, die Wundheilung, den Stoffwechsel sowie das Wachstum und die Zellteilung. Da der Körper nur begrenzte Zinkreserven besitzt, muss das Spurenelement regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.


Zink ist wichtig für:

  • Die Funktion des Immunsystems
  • Die Wundheilung und Geweberegeneration
  • Die Zellteilung und das Zellwachstum
  • Die Aktivität zahlreicher Enzyme
  • Die Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratverwertung
  • Die Fruchtbarkeit und Fortpflanzung
  • Die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln
  • Den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress


Zink wird hauptsächlich im Dünndarm aufgenommen und im gesamten Körper verteilt. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in Muskeln, Knochen, Haut und Leber. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend über den Darm.


Erhöhte Zinkwerte können unter anderem auftreten bei:

  • Übermäßiger Einnahme von Zinkpräparaten
  • Hochdosierter Nahrungsergänzung
  • Bestimmten beruflichen Expositionen
  • Selten bei Stoffwechselstörungen

Eine langfristige Überversorgung kann die Aufnahme anderer Spurenelemente, insbesondere von Kupfer, beeinträchtigen.


Erniedrigte Zinkwerte können beispielsweise beobachtet werden bei:

  • Unzureichender Zinkzufuhr
  • Einseitiger Ernährung
  • Mangelernährung
  • Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • Resorptionsstörungen des Darms
  • Erhöhtem Bedarf während Wachstum, Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Erhöhtem Zinkverlust über den Darm oder die Nieren


Mögliche Beschwerden bei einem Zinkmangel können sein:

  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Verzögerte Wundheilung
  • Hautveränderungen
  • Haarausfall
  • Brüchige Nägel
  • Geschmacks- und Geruchsstörungen
  • Müdigkeit und Leistungsminderung
  • Verminderte Fruchtbarkeit


Bei einer ausgeprägten Überversorgung können unter anderem auftreten:

  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Kupfermangel bei langfristig hoher Zinkzufuhr


Bei der Interpretation des Zinkwertes sollte berücksichtigt werden, dass die Konzentration im Blut durch Entzündungen, Infektionen, Stress und die Nahrungsaufnahme beeinflusst werden kann. Zudem spiegelt der Serumwert nicht immer zuverlässig die gesamten Zinkspeicher des Körpers wider. Die Beurteilung sollte daher stets im Zusammenhang mit Beschwerden, Ernährungsstatus und weiteren Laborwerten erfolgen.


Zur Beurteilung des Spurenelement- und Ernährungsstatus werden häufig zusätzlich folgende Laborwerte bestimmt:

  • Kupfer
  • Selen
  • Mangan
  • Magnesium
  • Ferritin
  • Eisen
  • Vitamin B12
  • Folsäure
  • Albumin

Hinweis: Zink ist ein essentielles Spurenelement mit großer Bedeutung für Immunsystem, Wundheilung, Zellstoffwechsel und Hautgesundheit. Sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung können gesundheitliche Folgen haben. Die Interpretation des Laborwertes sollte stets gemeinsam mit dem klinischen Befund und weiteren Ernährungs- und Spurenelementparametern erfolgen.

Referenzbereich (Serum):

  • ca. 70–120 µg/dl (ca. 11–18 µmol/l)

Referenzbereich (Vollblut):

  • ca. 4,0–7,5 mg/l

Referenzbereiche können je nach Labor, Messverfahren und verwendeter Einheit geringfügig abweichen.

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